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West Aufpflasterung in der Stephanusstraße bremst Autos nicht
Hannover Aus den Stadtteilen West Aufpflasterung in der Stephanusstraße bremst Autos nicht
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11:38 04.11.2010
Weil in der Stephanusstraße auch Linienbusse verkehren, ist die Kante der Aufpflasterung stark abgeflacht. Quelle: Schwarzenberger

Die Stephanusstraße in Linden-Mitte ist eine Tempo-30-Zone. Um Autofahrer zum abbremsen zu zwingen, hat die Stadt das Niveau der Fahrbahn auf der Länge zwischen dem Wohnviertel Gilde-Carré und dem Küchengartenplatz erhöht. „Vergeblich“, meinen jedoch etliche Anlieger.

„Die Geschwindigkeit vieler Autofahrer ist nach wie vor sehr hoch“, sagt Nicole von Holt, die im Gilde-Carré wohnt. Die Verkehrssituation im Quartier sei trotz der jüngsten Umbaumaßnahmen alles andere als zufriedenstellend. „Vor allem für Kinder ist die Lage unübersichtlich“, kritisiert die Mutter von zwei vier und sieben Jahre alten Kindern.

Viele Fußgänger und Radfahrer überqueren die Stephanusstraße in diesem barrierefreien Abschnitt auf ihrem Weg aus dem Wohnviertel oder dorthin. Die Straße ist aber auch bei vielen Autofahrern beliebt, die in den Südwesten Hannovers fahren und den häufigen Staus am Schwarzen Bär ausweichen wollen. Und schließlich gibt es außer dem Durchgangsverkehr noch den Anlieger- und den Busverkehr.

Nicole von Holt hält die Aufpflasterung in der Stephanusstraße auch deshalb für wirkungslos, weil sie nur auf einer Seite eine höhere Kante hat. In Richtung Lindener Markt hingegen falle das Niveau der Fahrbahn so sanft ab, dass sie die Bezeichnung „Aufpflasterung“ eigentlich gar nicht verdiene.

Nach Auskunft von Stadtsprecher Dennis Dix hat die starke Abflachung der Kante jedoch einen guten Grund: Die Stadt habe auf die dort verkehrenden Linienbusse und deren Passagiere Rücksicht nehmen müssen. „Der Busverkehr verbietet eine höhere und damit wirksamere Aufpflasterung“, sagt er. Dix verweist auf den Farbwechsel zwischen dunklem Asphalt und rotem Ziegelpflaster, der die Aufmerksamkeit der Kraftfahrer erhöhen soll. „Diese Lösung bewährt sich beispielsweise am Platz der Weltausstellung in der City seit zwei Jahren mit gutem Erfolg“, meint Dix.

Den Vorschlag von Holts, den Bereich der Stephanusstraße an der Einmündung zum Marianne-Adrian-Weg, der Hauptverkehrsachse des Gilde-Carrés, zur Spielstraße erklären, hält der Stadtsprecher für keine geeignete Lösung. „Ein solcher verkehrsberuhigter Bereich in einer Straße mit Busverkehr ist nicht möglich“, sagt er.

Viele Anwohner im Gilde-Carré haben nach Angaben von Holts noch eine weitere Schwachstelle ausgemacht, und zwar einen Mangel an Parkplätzen. Diese führe dazu, dass ortsfremde Autofahrer im Gilde-Carré nach einem Parkplatz suchten, obwohl es dort gar keine öffentlichen Stellplätze gebe. Zudem parkten Autos dicht an den Kreuzungen rund um das Wohnviertel, etwa in der Gartenallee in Höhe der Stephanusstraße oder des Wilma-Conradi-Wegs. „Für Kinder kann das gefährlich sein“, sagt von Holt.

Vor einigen Wochen hatte die Stadt aus diesem Grund schon an der Stephanusstraße in Höhe des Marianne-Adrian-Wegs Poller gesetzt, die das Parken am Straßenrand verhindern. „Weitere bauliche Veränderungen sind nicht vorgesehen“, sagt Dix. Zudem kontrolliere die Polizei das Viertel regelmäßig wegen Falschparkens. Mehr ist aus Sicht der Polizei nicht nötig. „Es gibt rund um das Gilde-Carré keine Auffälligkeiten“, sagt Robert Rodschat, Verkehrsexperte bei der Polizeiinspektion West. Aus seiner Sicht haben die jüngsten Umbauten in der Stephanusstraße durchaus zu einer Verlangsamung des Verkehrs geführt. „Es gibt keine Unfallschwerpunkte und keinen Handlungsbedarf“, betont er.

Marcel Schwarzenberger

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