Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
West Autonome besetzten Haus in Linden
Hannover Aus den Stadtteilen West Autonome besetzten Haus in Linden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:06 05.12.2014
Von Tobias Morchner
Die Polizei räumte ein besetztes Haus in Linden – und entfernte die Forderungen der Demonstranten.  Quelle: Christian Elsner
Hannover

Die Polizei hat am späten Sonnabend ein besetztes Haus in Linden-Mitte geräumt. Die Beamten nahmen drei Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 25 und 29 Jahren in Gewahrsam. Die Hausbesetzer erwartet ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruch. Zusätzlich werden sie sich wegen eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz verantworten müssen, weil sie während der Aktion bengalische Feuer und Böller gezündet haben sollen.

Die Polizei hat in der Dieckbornstraße in Linden ein besetztes Haus geräumt. Mehrere Personen hatten infolge einer Demonstration das Haus seit Freitagabend besetzt. 

Anwohner des leer stehenden Gebäudes in der Dieckbornstraße hatten gegen 20 Uhr die Polizei alarmiert, weil sie laute Musik in den Räumen des ehemaligen Mehrfamilienhauses gehört hatten. Zudem bemerkten sie an der Fassade des Hauses ein Transparent mit der Aufschrift „Wohnraum für alle“. In einer im Internet veröffentlichten Erklärung heißt es, die Besetzer wollten mit der Aktion „gegen steigende Mieten und soziale Verdrängung im Viertel“ protestieren. Sie hatten sich offenbar auf eine längere Aktion eingestellt. Nach HAZ-Informationen hatten sie Nahrungsmittel und Getränke sowie Schlafsäcke bei sich. Zudem hatten sie die Eingänge mit Zäunen und Stacheldraht verbarrikadiert. Nach Angaben der Polizei brachen die Besetzer eine Tür des Hauses auf und verschafften sich so Zutritt zu den Räumlichkeiten. Mehreren Aufforderungen, das Haus freiwillig zu verlassen, kamen sie nicht nach.

Nachdem der Eigentümer des Gebäudes Strafantrag gegen die Besetzer gestellt hatte, begann die Polizei gegen 22.45 Uhr mit der Räumung des Mehrfamilienhauses. Rund 30 Unterstützer der Besetzer verfolgten den Einsatz der Polizei von der Straße aus. Auch Hannovers Polizeivizepräsident Thomas Rochell und der Leiter der Polizeiinspektion West, Guido von Cyrson, waren vor Ort, um sich selbst ein Bild von der Aktion zu machen. Die Besetzer ließen sich widerstandslos in Gewahrsam nehmen. Alle fünf werden von den Behörden der autonomen Hausbesetzerszene zugeordnet.

Die Aktion am Sonnabend steht offenbar im Zusammenhang mit einer Demonstration, zu der einen Tag zuvor der AStA der Leibniz Universität aufgerufen hatten. Unter dem Motto „Wohnraum für alle“ zogen nach Polizeiangaben rund 290 Teilnehmer vom Campus in der Nordstadt zum Küchengartenplatz in Linden. Der Protestzug wurde von einem großen Polizeiaufgebot begleitet. Möglicherweise verhinderte die hohe Zahl der zur Demo eingesetzten Beamten, dass die Aktivisten bereits am Freitag das Haus in der Dieckbornstraße besetzen konnten.

Die Hausbesetzerszene versucht seit einigen Jahren, durch spektakuläre Aktionen auf die Veränderungen in bestimmten Stadtvierteln aufmerksam zu machen. Im Jahr 2011 drangen sie in ein leer stehendes Gebäude in der Limmerstraße ein. Bereits zweimal besetzten sie das ehemalige Gebäude der Polizeiinspektion West in der Gartenallee, das sie zu einem autonomen Stadtteilzentrum umfunktionieren wollten

Der Pfadfinderverband hat die Ganztagsbetreuung an der Grundschule Kastanienhof übernommen – mit großer Resonanz. Von den 166 Schülern nehmen im Schnitt täglich bereits 64 an dem neuen Nachmittagsprogramm teil.

Juliane Kaune 05.12.2014

Beim Thema Fössebad lässt der Bezirksrat Linden-Limmer nicht locker. Die Stadt soll „möglichst kurzfristig“ 1,5 Millionen Euro in den Haushaltplan einsetzen, um das Außenbecken des beliebten Bades zu sanieren.

Juliane Kaune 05.12.2014

Das Lindener Kulturzentrum investiert 80.000 Euro in das Café Siesta und in die Toiletten – und die Macher blicken zuversichtlich nach vorn.

05.12.2014