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West Politik will Konzert von Skandalband verhindern
Hannover Aus den Stadtteilen West Politik will Konzert von Skandalband verhindern
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11:40 25.11.2013
Von Rüdiger Meise
Foto: Die Band „Frei.Wild“ demonstriert am 21.03.2013 in Berlin vor dem Veranstaltungsort der Echo-Gala.
Die Band „Frei.Wild“ demonstriert am 21.03.2013 in Berlin vor dem Veranstaltungsort der Echo-Gala. Quelle: dpa
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Linden-Nord

In einer von allen Parteien verabschiedeten Resolution protestiert das Gremium gegen die Veranstaltung am 29. November und gegen „die in der rechten Grauzone verortete Band“, wie es in der Resolution heißt.

„Frei.Wild“ schüre in ihren Texten Vorurteile gegenüber Andersdenkenden und betreibe Geschichtsrevisionismus, heißt es weiter. Der Bezirksrat fordert das Capitol auf, das Konzert abzusagen und bittet die Veranstaltungszentren im Stadtbezirk, bei der Auswahl der Bands sowie bei Vermietungen auf Verbindungen ins rechte Milieu zu achten.

Capitol-Geschäftsführer Michael Lohmann weist die Kritik zurück: Stadt, Polizei und Verfassungsschutz hätten auf eine Anfrage mitgeteilt, die Band sei aus rechtlicher Sicht unbedenklich. Absagen könne das Capitol das Konzert nicht, da es von einer Fremdfirma veranstaltet werde, die Halle ist an diesem Abend vermietet. „Ich habe keine Rechtsgrundlage, um abzusagen“, sagte Lohmann.

„Frei.Wild“ wird immer wieder mit der rechtsextremistischen Szene in Verbindung gebracht. Bei der Echo-Verleihung im März zog der Ausrichter die Nominierung der südtiroler Rocker zurück, weil andere Künstler dagegen protestiert hatten. Die Band distanziert sich öffentlich von Extremismus, doch ziehen ihre volks- und heimatnahen Texte viele Fans aus dem rechtsextremen Milieu an. Des Konzert Ende November ist ausverkauft.

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Der Widerstand gegen den Auftritt der Rockband Frei.Wild im Capitol wächst. Unter dem Motto „Gegen Nationalismus und völkische Ideologie“ haben Gegner der Gruppe, die wegen ihrer Texte in rechtsradikalen Kreisen beliebt ist, für das Konzert am 29. November eine Kundgebung angemeldet.

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