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West Biomarkt zieht in die Limmerstraße
Hannover Aus den Stadtteilen West Biomarkt zieht in die Limmerstraße
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12:00 06.09.2012
Die Läden in der Limmerstraße werden zu einem großen Geschäft zusammengefasst. Quelle: Schwarzenberger
Linden-Nord

Das Schild „immer modisch aktuell“ hängt noch an dem bekannten Haus an der Limmerstraße 3-5, aber Helga und Hartmut Reents haben ihr Geschäft Ende August aufgegeben - als letzter von sechs Geschäften im Erdgeschoss. Die Eigentümer des Wohn- und Geschäftshauses nahe dem Küchengarten haben längst mit dem Umbau zu einer größeren Ladeneinheit begonnen. Aber bis zuletzt hätten die Investoren um den neuen Mieter ein Geheimnis gemacht, sagt Hartmut Reents. Denn’s Biomarkt wird unter der Hand als Neuzugang gehandelt. Fest steht, dass die Muttergesellschaft Dennree sich an dem Standort engagieren will. „Wir haben Interesse“, bestätigte Marketingchef Michael Goy-Yun dem Stadt-Anzeiger.

Die Dennree-Gruppe gilt als Schwergewicht in der Bio-Branche. Als Deutschlands umsatzstärkster Großhändler versorgt das Unternehmen viele Geschäfte und betreibt mit Denn’s Biomarkt ein eigenes Einzelhandelsnetz. Rund hundert Filialen gibt es in Deutschland und Österreich. In Hannover ist das Unternehmen in etlichen Stadtteilen vertreten - nur im Westen noch nicht. „Es ist aber noch offen, ob es an der Limmerstraße ein Denn’s Biomarkt wird“, sagt Goy-Yun. Womöglich kooperiere Dennree auch mit einem unabhängigen Bioladen-Betreiber.

So oder so wird die Luft für die alteingesessenen Bioläden in der Nachbarschaft mit dem Neuzugang etwas dünner. An der Stephanusstraße gibt es seit Jahren das BioLogisch-Geschäft. Und dann ist da noch Werner Hoffmann, seit gut 30 Jahren Betreiber des Humus-Naturkostladens in der Limmerstraße 55. „Wir sind damals angetreten, um die Welt zu verändern“, sagt Hoffmann. Für ihn und seine Kunden ist „Bio“ eine Lebenseinstellung: „Wir kaufen von kleinen Bauernhöfen, die auch aus Überzeugung handeln.“ Dafür würden dann auch die notwendigen Preise gezahlt. Mit Denn’s Biomarkt, so fürchtet Hoffmann, komme ein Biomarkt-Discounter in die Gegend, der an der Preisschraube drehe: „Das ist ein ganz anderes Einkaufsverhalten.“ Dennree-Marketingchef Goy-Yun widerspricht: „Wir sind kein typischer Filialist.“ Herkömmliche Großhandelsketten verfügten schließlich nicht nur über hundert, sondern über Tausende von Filialen. Hoffmann richtet sich indes auf mehr Konkurrenz ein. Ans Aufhören denkt er aber nicht.

„Voraussichtlich im November oder Dezember dieses Jahres kann der neue Mieter einziehen“, erklärt Robin Kindler, der das denkmalgeschützte Haus mit seinem Geschäftspartner Tim Fries gekauft hat. Seine Entscheidung, aus sechs Läden ein einziges großes Ladenlokal zu machen, wurde viel kritisiert. Gut 500 Quadratmeter soll das neue Geschäft umfassen. Bezirksratspolitiker und Anwohner hatten beklagt, dass funktionierende Einzelhandelsgeschäfte ihren - teilweise seit Jahrzehnten existierenden - Standort verlassen mussten. Aus Sicht der neuen Eigentümer war aber gerade die Kleinteiligkeit der Ladenzeile ein Nachteil. Zudem sei die Bausubstanz sanierungsbedürftig gewesen, sagte Kindler. So entschied er sich mit seinem Partner, auf einen großen Mieter zu setzen.

Schon vor Monaten waren die ersten fünf Geschäfte ausgezogen. Das Optikergeschäft von Rudolf Barton, das Riva und ein Bistro haben sich neue Standorte gesucht. Auch Klaus Koring hat mit seinem Elektronikfachbetrieb Menzel gleich um die Ecke an der Fössestraße 6 eine neue Bleibe gefunden; Vermieter ist die Wohnungsbaugesellschaft GBH. „Ich bin froh, dass das geklappt hat“, erzählt Koring. Die vergangenen drei Monate seien gut gelaufen: „Die Kunden finden uns, der Umzug hat funktioniert.“ Ein Falafel-Imbiss hat allerdings aufgegeben. Auch Hartmut Reents sucht keinen neuen Laden mehr. Er und seine Frau seien mehr als siebzig Jahre alt und wollten nun den Ruhestand genießen.

Marcel Schwarzenberger

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