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West „Centro de Dia“ ist Treffpunkt für spanische Senioren
Hannover Aus den Stadtteilen West „Centro de Dia“ ist Treffpunkt für spanische Senioren
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15:18 23.12.2009
Kontaktpflege im Dreivierteltakt: Zum Angebot im Centro de Dia gehören unter anderem Tanzkurse. Quelle: Dillenberg

Marciana Jimenez ist voller Dankbarkeit. Nur ein Jahr lang wollte sie bleiben, als sie 1964 im Alter von 19 Jahren nach Hannover kam, um in einer Fabrik Geld für die Zukunft in ihrer Heimat Spanien zu verdienen. Kein Wort Deutsch habe sie bei ihrer Ankunft in Deutschland gesprochen, erinnert sich die inzwischen 65-Jährige aus Santander. Außerdem habe sie sehr unter der Trennung von ihrer Familie gelitten. Doch sie lernte die schwere Sprache schnell, fühlte sich wohl mit ihrer Arbeit und bald auch in ihrem neuen Zuhause in Ahlem. Also blieb Jimenez, heiratete einen griechischen Mann, bekam zwei Kinder und hat inzwischen auch ein Enkelkind – alle leben in ihrer Nähe.

„Alles, was ich habe, habe ich Hannover zu verdanken“, schwärmt Jimenez glücklich. Die Stadt sei ihre zweite Heimat geworden und inzwischen habe sie fast kräftigere Wurzeln in Hannover als in Spanien. Eine Rückkehr dorthin komme für sie keinesfalls in Betracht, nie wieder würde sie noch einmal freiwillig ihre Familie verlassen. Weil sie aber trotzdem immer wieder Sehnsucht nach ihrem alten Heimatland hat, pflegt sie regelmäßig den Kontakt zu ihren Landsleuten, die wie sie seit Langem in Hannover leben.

Einen zentralen Anlaufpunkt hat Jimenez mit dem Eintritt in den Ruhestand vor rund fünf Jahren im „Centro de Dia“ des Caritasverbands Hannover gefunden. Mindestens dreimal in der Woche führt der Weg der aktiven Rentnerin seither in die Begegnungsstätte für spanische Senioren im Treffpunkt Allerweg in Linden-Süd, um zusammen mit anderen Spaniern zu kegeln, Gymnastik zu machen oder zu kochen und die Gemeinschaft in der spanischen Runde zu genießen. „Dabei unterhalten wir uns natürlich in unserer Sprache“, erzählt Jimenez. Das erzeuge Heimatgefühle und sei einfach schön.
Etwa 70 ältere spanische Menschen aus dem ganzen Stadtgebiet kommen wöchentlich ins Centro, die meisten wohl aus diesem Grunde. Jeden Tag außer sonnabends gibt es Angebote am Vormittag und am Nachmittag, sogar sonntags trifft man sich – zum Joggen am Maschsee. Koordiniert wird das umfangreiche Programm, zu dem Sprachkurse ebenso gehören wie Tanzen, Schwimmen, Computerkurse, Vorträge und Bildungsseminare, ehrenamtlich von Teodoro Calvo; tatkräftig unterstützt wird er durch die Sozialarbeiterin Hortensia Gonzalez von der Caritas.

Calvo ist selbst vor vier Jahrzehnten „voller Abenteuerlust“ aus Kastilien in die Leinestadt gekommen und hat bis zu seiner vorzeitigen Pensionierung vor zehn Jahren in einem VW-Werk gearbeitet. Damals sei ihm das Angebot des ehemaligen Caritas-Sozialdienstes für Spanier (dem heutigen Migrationsdienst), ehrenamtlich beim Aufbau einer Begegnungsstätte für spanische Senioren mitzuhelfen, gerade recht gekommen. Etliche Stunden verbrachte der heute 64-Jährige seitdem zunächst in den Räumen der Spanischen Mission, seit etwa fünf Jahren in den Räumlichkeiten im Allerweg 7, um neben der Organisation auch als kompetenter Ansprechpartner für spanische Migranten da zu sein. In das vielfältige Programm aufgenommen wird alles, was gefällt. „Wir probieren das einfach aus: wenn ein Angebot niemanden interessiert, wird es kurzerhand wieder aus dem Programm genommen“, sagt Calvo. Außerdem können die Senioren jederzeit kommen und gehen wie sie möchten. Die Teilnahme an Kursen und Treffen ist unverbindlich und in der Regel kostenlos, eine Mitgliedschaft gibt es nicht. Entstehende Kosten werden über Zuschüsse des spanischen Außenministeriums gedeckt.

Das „Centro de Dia“, Allerweg 7, Telefon 1 26 00 10 53 und 01 78-6 92 05 96, ist von montags bis freitags von 11 bis 13 Uhr und von 16 bis 18 Uhr sowie am Sonntag von 11.15 bis 13 Uhr geöffnet.

von Sigrid Krings

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