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West Grundschule in der Steinbreite veranstaltet Anti-Gewalt-Programm
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Davenstedt: Grundschule in der Steinbreite veranstaltet Anti-Gewalt-Programm

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01:15 20.05.2019
„Halt! Stop!“: Celina Nasser (von links), Leona Winzer, Lehrerin Kirsten Peitz, Lena Gottschalk und Mats Lillie präsentieren die neuen Bilder, die an der Grundschule auf Verhaltensregeln gegen Gewalt hinweisen. Quelle: Fotos: Mario Moers (2)
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Davenstedt

Hohe Investition in ein nachhaltiges Projekt: Die Grundschule in der Steinbreite hat mit rund 25 000 Euro ein neues Antigewalt-Programm gestartet. Unterstützt wird das Angebot von dem Förderverein der Schule mit 10 000 Euro und von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung, die 15 000 Euro beisteuert. Ziel der Davenstedter Grundschule ist es, Gewalt wirksam zu verhindern und eine klare Haltung der Schüler sichtbar machen.

Am Montag enthüllten die Mitglieder des Schulkinderrats deshalb ein riesiges Banner. Es soll fortan unübersehbar bereits im Foyer der Grundschule darauf hinweisen, dass Gewalt dort nicht toleriert wird. Den abgebildeten Spruch haben die Schüler erarbeitet: „In unserer Schule sollen sich alle wohlfühlen. Gewalt lässt unsere Freundschaften zerbrechen, macht uns aggressiv oder traurig, verletzt unsere Gefühle und tut uns allen weh. Wir lehnen Gewalt ab!“

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"Halt! Stop!": Celina Nasser (von links), Leona Winzer, Lehrerin Kirsten Peitz, Lena Gottschalk und Mats Lillie präsentieren die neuen Bilder, die an der Grundschule auf Verhaltensregeln hinweisen. Quelle: Mario Moers

„Es geht um eine Haltung“

In den kommenden drei Jahren will die Schule mit Hilfe des sozialpädagogischen Vereins IcanDo ein grundsätzliches Umdenken in der Präventionsarbeit schaffen. Statt wie in der Vergangenheit einzelne Antigewalt-Trainings oder isolierte Unterrichtseinheiten zum Thema anzubieten, soll dieses künftig fest im Bewusstsein der Lehrer, Eltern und Schüler verankert werden. „Es geht uns darum, eine Haltung zu festigen“, sagt Schulleiter Rolf Schulz.

In der Praxis gehört dazu etwa die Einrichtung von demokratischen Klassenräten und eines Schul-kinderrats. Beide tagen regelmäßig, und sie sprechen auch darüber, wenn es – in welcher Form auch immer – Gewalt zwischen den Schülern gegeben hat. Aber auch andere Sorgen und Nöte kommen in den Gremien zur Sprache. „Kürzlich hat der Kinderrat mehr Mülleimer auf dem Schulhof gefordert. Ich werde das an die Behörde weitergeben“, sagt Schulz. Mündigkeit und Mitbestimmung zu fördern sind Teil des Programms.

Konkret geplant ist indes bereits die Einrichtung einer sogenannten Raufzone auf dem Schulhof. Dort soll „geordnetes Raufen“ nach klaren Regeln möglich sein. Vier Lehrerinnen begleiten den gesamten Prozess fachlich. Sie sollen auch dafür sorgen, dass die Ziele des Programms keine Lippenbekenntnisse bleiben.

Ausgezeichneter Verein hilft

Der hannoversche Verein IcanDo ist als Anbieter sozialpädagogischer Projekte seit dem Jahr 2002 an unterschiedlichen Schulen aktiv, oftmals in mit sozialen Problemen belasteten Millieus. Für das Antigewalt-Projekt Starkes Hainholz wurde der Verein 2006 mit dem Deutschen Förderpreis Kriminalprävention ausgezeichnet.

Von Mario Moers