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West Der Stadtbezirk ist gut versorgt
Hannover Aus den Stadtteilen West Der Stadtbezirk ist gut versorgt
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12:15 10.09.2010
Von Margret Jans-Lottmann
Kleine Einkaufsbereiche wie hier am Davenstedter Markt sind in ihrer Existenz gefährdet. Quelle: Margret Jans-Lottmann

92,2 Prozent der rund 31 450 Einwohner können die nächste Einkaufsmöglichkeit zu Fuß erreichen, die Läden liegen nicht weiter als 500 Meter Luftlinie entfernt – und der überwiegende Teil der Bevölkerung erledigt seinen täglichen Einkauf auch im eigenen Viertel. „Die Menschen geben ihr Geld für Lebensmittel im Stadtteil aus“, sagte Planer Claus Clausnitzer vom Baudezernat der Stadt, als er im Bezirksrat den Entwurf des städtischen Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes vorstellte.

Das 436 Seite starke Gutachten, das die Stadt bei dem Lörracher Büro Acocella in Auftrag gegeben hatte, listet zum einen die vorhandenen Handelsansiedlungen auf. Zum anderen soll es der Stadt künftig als Entscheidungsgrundlage dafür dienen, wo noch Geschäftsansiedlungen möglich sein sollen und wo nicht. Die Mehrheit der Kommunalpolitiker im Bezirksrat stimmte dem Entwurf des Konzeptes zu.

Der Stadtbezirk Ahlem-Badenstedt-Davenstedt schneidet nach den Worten des Planers bei der Einzelhandelsversorgung „recht gut“ ab. Schließlich finden stadtweit gesehen nur 88 Prozent der Einwohner einen Laden quasi vor ihrer Haustür, in dem sie sich mit Waren des täglichen Bedarfs eindecken können. Allerdings gebe es im Stadtbezirk auch vieles nicht zu kaufen, was man brauche, erläutert Clausnitzer. Für größere oder spezielle Anschaffungen müssen die Einwohner in die Innenstadt, ins benachbarte Linden oder in Gewerbegebiete fahren.

Und auch sonst ist das Angebot an wohnortnahen Einkaufsmöglichkeiten im westlichsten Stadtbezirk nicht gleichmäßig verteilt. So bietet in Badenstedt die Badenstedter Straße mit einem größeren Einkaufsmarkt und 31 kleineren Läden – vom Reformhaus über Drogerie, Apotheke, Bäcker, Optiker, Juwelier, Modeläden bis zum Fahrradladen – auf einer Verkaufsfläche von insgesamt 3475 Quadratmetern einen guten Branchenmix. Das Gutachten weist diesen Bereich als D-Zentrum aus. Zum Vergleich: Die Innenstadt ist A-Zentrum, die Lister Meile B-Zentrum, die Limmerstraße C-Zentrum.

Da kommen die Wohngebiete von Ahlem und Davenstedt nicht mit. Dort befinden sich lediglich E-Zentren – und die gelten in ihrer Existenz als potenziell gefährdet. Hier gibt es zumeist nur einen Lebensmittelmarkt oder Discounter, der als Kundenmagnet wirkt. In direkter Nachbarschaft haben sich einige kleinere Läden wie Drogerie, Apotheke, Bäcker und Kiosk angesiedelt. Dieser Zentrentyp habe an sich keine große Magnetwirkung und ziehe nur Kunden aus dem unmittelbaren Umfeld an, erläutert Clausnitzer. Einzelhandelsketten schlössen dort am ehesten ihre Filialen, wenn diese nicht gut liefen.

In Ahlem finden sich solche E-Zentren zwischen Richard-Lattorf-Straße, Im Großen Büchenfeld und Grüner Brink, wo sich sechs Nahversorger auf einer Gesamtverkaufsfläche von 475 Quadratmetern angesiedelt haben, sowie in der Wunstorfer Straße in dem Abschnitt zwischen Rosenbuschweg und Mönckebergallee mit elf Läden und einer Verkaufsfläche von zusammen rund 500 Quadratmetern. In Davenstedt weist das Gutachten ein E-Zentrum aus, und zwar das Gebiet zwischen Davenstedter Markt, Wegsfeld und Wegsfeldhof mit seinen neun Nahversorgern auf einer Gesamtverkaufsfläche von 1225 Quadratmetern.

Diese kleineren Einkaufsbereiche liegen der Stadt besonders am Herzen. „Wir haben ein Auge darauf, dass solche Zentren erhalten bleiben“, betont der Planer. Und nicht nur das. Innerhalb dieser abgegrenzten Gebiete will die Stadt das Ladenwachstum noch fördern. „Da geht noch was“, sagt Clausnitzer. Außerhalb dieser vorgeschlagenen Grenzen lehnt die Stadt jedoch weitere Geschäftsansiedlungen ab. Jede Neuansiedlung ziehe andernorts Kaufkraft ab und schwäche damit die eigentlichen Versorgungszentren, begründet Clausnitzer diese Entscheidung.

Nicht weiter erlauben will die Stadt weitere Ansiedlungen in dem Gebiet zwischen der Straße Am Bahndamm und der Wunstorfer Landstraße. Das dortige Einkaufszentrum mit Lebensmittelmarkt und -discounter, Bäcker, Zeitschriftenladen, Kleiderdiscount, Spezialitäten und Friseur reicht nach Ansicht der Verwaltung aus. „Diesen Standort wollen wir nicht weiter ausbauen“, sagt Clausnitzer.

Sorgenkind sind dagegen die Wohngebiete zum westlichen Stadtrand hin, wo das Versorgungsnetz große Lücken aufweist. Dieser Ausdünnung will die Verwaltung entgegensteuern. In regelmäßigen Gesprächen mit dem Einzelhandel versuche man, diesen zu überzeugen, sich auch in den unterversorgten Gebieten niederzulassen. „Wir wollen möglichst eine hundertprozentige Versorgung“, betont Clausnitzer. Deshalb müsse in den nächsten Jahren auch über flankierende Möglichkeiten wie Verkaufswagen nachgedacht werden. „Rollende Läden wären für diese Gebiete eine Ergänzungsmöglichkeit.“

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