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West Von der Ohe stellt neues Sicherheitskonzept vor
Hannover Aus den Stadtteilen West Von der Ohe stellt neues Sicherheitskonzept vor
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00:38 15.04.2018
Axel von der Ohe, Ordnungsdezernent und Stadtkämmerer, stellt das neue Sicherheitskonzept im Bezirksrat vor. Quelle: Benjamin Behrens
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Davenstedt

 Hannovers Ordnungsdienst hat die Arbeit aufgenommen. 20 Mitarbeiter sind auf Streife im Stadtgebiet, 30 weitere Kräfte sollen hinzukommen. Ordnungsdezernent und Stadtkämmerer Axel von der Ohe hat jetzt das neue Sicherheitskonzept im Bezirksrat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt vorgestellt. 

„Passgenaue Lösungen“ für die Stadtbezirke 

„Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum“ lautet der Name des im Juni vergangenen Jahres aufgelegten Konzepts der Stadt. Es soll die Probleme angehen, die sich Hannover mit vielen großen Städten teilt. „Wir brauchen Hinweise ganz konkret vor Ort, damit wir diese dann aufnehmen können in das Konzept und es entsprechend weiterentwickeln können“, sagte von der Ohe. „Passgenaue Lösungen für jeden Stadtbezirk“, versprach der Ordnungsdezernent weiter. 

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Ordnungsdienst in anderen Städten schon erprobt

Die Grundlage für das Sicherheitskonzept bildet die Frage, wie es um das Sicherheitsempfinden in der Stadt Hannover bestellt sei, so von der Ohe. 95 Prozent der Befragten hätten am Tage ein positives Sicherheitsempfinden. Am Abend nehme das Empfinden ab, rund ein Drittel fühle sich nicht sicher, ergab die Befragung aus dem Jahr 2015. „Diese Daten werden aktuell nochmal neu erfragt.“

Hannover ist mit seinen Problemen nicht allein. Aggressives, Betteln, Vandalismus, Trinkertreffs und mangeldende Sauberkeit beschäftige viele Großstädte. Ein kommunaler Ordnungsdienst soll Abhilfe schaffen, wie er auch in Städte wie Kiel, Nürnberg oder Bremen zum Einsatz komme, sagt von der Ohe. Rund 3,5 Millionen Euro soll das Projekt im Jahr kosten. Aktuell laufen bereits 20 Mitarbeiter Streife, vorwiegen in der Innenstadt. Bis zum Sommer wolle man die Sollstärke von 50 Mitarbeitern erreichen. Bewaffnet seien die Sicherheitskräfte nicht, dafür aber zur Eigensicherung ausgebildet und uniformiert. „Wir wollen keine schwarzen Sherrifs.“ Geplant ist eine Einsatzzeit von 8 bis 22 Uhr montags bis sonnabends. 

Zu geringe Personalstärke ist die größte Sorge

„Es klingt plausibel, aber es handelt sich um einen Tropfen auf den heißen Stein“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzende Sabine Dudda. Die Anzahl der Mitarbeiter würde, bezogen auf das ganze Stadtgebiet, nicht ausreichen, kritisiert Dudda. Wichtiger Ansatzpunkt für Dudda ist der Davenstedter Markt, etwa bei der Trinkerszene in unmittelbarer Nähe zur dortigen Kita. Bezirksbürgermeister Rainer Göbel (SPD) griff die im Konzept verankerte Zuständtigkeiten bei Müll und abgestellten Schrottautos auf. „Das sind ja orginäre Themen der Abfallfander.“ Allein das Abwickeln der Schrottautos, sei ein eigener Personalposten, so Göbel. „Es ist ein guter Weg, aber ich denke es reicht nicht aus. Erst in der Kooperation mit Abfallfahndern wird ein Schuh draus.“ Gegebenenfalls müssen man die Personalstärke erhöhen. 

„Wir werden keinen Erfolg haben, wenn wir glaube es allein zu schaffen“, sagte von der Ohe. Man werde mit allen relevanten Akteuren, wie Abfallentsorger Aha oder der Polizei, kooperieren, sagt von der Ohe. Auch private Sicherheitsdienste seien nicht davon ausgeschlossen. Sozialarbeiterisch unterstütze zum Beispiel die Diakonie am Raschplatz. „Wir tasten uns an die Aufgabe heran“, betonte von der Ohe und denkt dabei auch an die Dienstzeiten von 8 bis 22 Uhr. 

Trinkerszene und Umweltverschmutzer bereiten die größten Sorgen

„Das sind Anregungen, die wir mitnehmen“, versprach von der Ohe. Aktuell wird das Sicherheitskonzept in den Stadtbezirksräten vorgestellt, nächste Station ist Ricklingen. Ein zweiter Besuch in Ahlem-Badenstedt-Davenstedt mit aktuellen Daten und eventuellen Überarbeitungen ist vorgesehen.

Von Benjamin Behrens