Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
West Einstige Parkfläche der ehemaligen Conti-Werke vermüllt
Hannover Aus den Stadtteilen West Einstige Parkfläche der ehemaligen Conti-Werke vermüllt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:58 02.05.2013
Von Margret Jans-Lottmann
Kühlschränke, Handtücher, Plastiktüten, Sofas und Sessel: Unbekannte laden ihren Abfall auf freier Fläche ab. Quelle: Jans-Lottmann
Anzeige
Limmer

Es ist ein häufiges Ärgernis: Müll, der von sorglosen Zeitgenossen auf freien Flächen abgeladen wird. Sofas und Sessel, Kühl- und Gefrierschränke, Handtücher, Flaschen und Plastiktüten sammeln sich auch auf der einstigen Parkfläche der ehemaligen Conti-Werke zwischen Wunstorfer Landstraße und Steinfeldstraße in Limmer, auf dem die „Wasserstadt Limmer“ später einmal Wohnhäuser errichten will. „Das ist ein unappetitlicher Anblick“, beschwert sich ein Anwohner, der zwei Mietshäuser in der Steinfeldstraße hat und namentlich nicht genannt werden möchte. Mancher potentielle Mieter rümpfe während der Wohnungsbesichtigung beim Blick aus dem Fenster die Nase.

Nach Angaben des Anwohners besteht das Problem bereits seit Jahren. Einmal sei das Gelände 2010 für den Triathlon gereinigt worden, sagt er. Aber es habe nicht lange gedauert, bis es wieder zugemüllt gewesen sei. Wer dort mit dem Fahrrad vorbeifahre, müsse aufpassen, nicht in die Scherben zu geraten. „Dort liegt alles voll Glas“, sagt der Anwohner. In der Vergangenheit hatte er sich immer wieder beim Eigentümer des vermüllten Geländes, der „Wasserstadt Limmer“ beschwert. Geschehen sei aber nichts, beschwert er sich.

Anzeige

Kaum ist der alte Müll weg, liegt wieder neuer da

Marco Offenhausen, Beauftragter von Wasserstadt-Gesellschafter Günter Papenburg, kann den Ärger des Anwohners über die wilde Müllkippe hinter seinen Mietshäusern nachvollziehen. Auch ihn ärgere diese Art der Abfallentsorgung, sagt er. Nach Auskunft von Offenhausen wird der ehemalige Parkplatz zwar täglich kontrolliert. Die Reinigung des großen Geländes gleicht seiner Beschreibung nach jedoch einer Sisyphusarbeit: Ist der Müll beseitigt, dauert es nicht lange und es liegt wieder neuer dort.

Dabei ist die Räumung des Geländes keine Kleinigkeit. Dem Müll sei nur mit Tieflader, Bagger und großen Containern beizukommen - und das koste einige 100Euro, erläutert Offenhausen. Auch Absperren kann er das Gelände nicht, wie er sagt. Für den angrenzenden Stichkanal Linden bestehe Fischereirecht, da müsse der Zugang gewährleistet sein. Jetzt hofft Offenhausen auf die Unterstützung der Stadt. Diese plant, zwischen Steinfeldstraße und Stichkanal einen Verbindungsweg zu bauen. Für die Lagerung von Material darf sie das Gelände der Wasserstadt nutzen, wie Stadtsprecher Dennis Dix sagt. Im Gegenzug werde die Stadt der Wasserstadt kurzzeitig Gerät zur Verfügung stellen, mit dem diese den Müll in Container verladen kann.

Illegalge Müllentsorgung ist kein Kavaliersdelikt

Es kein Kavaliersdelikt, Müll auf privaten oder öffentlichen Grundstücken zu entsorgen. Jede Abfallentsorgung außerhalb der dafür vorgesehenen Wertstoffhöfe und Deponien, sei illegal, sagt Martina Stern, Sprecherin der Polizei Hannover. Unter Umständen könne es sich dabei sogar um eine Straftat handeln. Das ist etwa dann der Fall, wenn Chemikalien in Boden und Grundwasser gelangen können. So enthalten beispielsweise alte Kühlschränke häufig noch umweltschädigendes Kühlmittel. Die Polizeisprecherin rät betroffenen Grundstückseigentümern, sich an die örtlichen Polizeidienststellen zu wenden. Sie lässt aber auch keinen Zweifel an der rechtlichen Lage: „Grundsätzlich ist der Verursacher des Mülls zuständig. Kann dieser aber nicht ermittelt werden, ist der Eigentümer in der Pflicht.“

Dabei ist die Entsorgung auch größerer Gegenstände in Hannover kostenlos - sofern der Sperrmüll beim Abfallwirtschaftsbetrieb aha anmeldet und termingerecht an die Straße gestellt wird. Nur für Kühl- und Gefrierschränke, die mit dem Sperrmüll an die Straße gestellt werden, muss für acht Euro eine Wertmarke gekauft und an das Gerät geklebt werden, wie aha-Sprecherin Anke Voigt sagt. Bringt der Eigentümer seine Geräte aber selbst zum Wertstoffhof, kostet es ihn wiederum nichts.

Mit der Bebauung des ehemaligen Conti-Geländes und der dazugehörigen Parkfläche dürfte sich das Problem der illegalen Müllentsorgung wohl von alleine lösen. „Wir würden am liebsten sofort anfangen“, sagt Offenhausen. Bis es aber soweit ist, kann es noch einige Zeit dauern. Im Herbst wird die Politik über die konkreten Plänen für das frühere große Werksgelände zwischen Stichkanal und Leineabstiegskanal beraten, wie Stadtsprecher Dennis Dix auf Nachfrage mitteilt. Danach würden die Pläne öffentlich ausgelegt. „Wenn alles optimal verläuft, kann 2014 der erste Spatenstich gesetzt werden.“ Der kleine vermüllte Zipfel, auf dem sich früher die Parkfläche befand, wird nach Angaben von Offenhausen allerdings zuletzt bebaut.

West Calenberger Neustadt - Stadionbad ist am beliebtesten
Christian Link 02.05.2013
28.04.2013