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West Große Pläne für den Verkehr im Westen
Hannover Aus den Stadtteilen West Große Pläne für den Verkehr im Westen
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10:32 05.12.2014
Stadtbahnen an der Kreuzung Wallensteinstraße/Göttinger Chaussee in Oberricklingen: Es gibt viele Punkte, an denen die Stadt Hannover etwas im öffentlichen Nahverkehrsnetz ändern möchte.
Stadtbahnen an der Kreuzung Wallensteinstraße/Göttinger Chaussee in Oberricklingen: Es gibt viele Punkte, an denen die Stadt Hannover etwas im öffentlichen Nahverkehrsnetz ändern möchte. Quelle: Schwarzenberger
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Hannover

Dichtere Taktung bei Bussen und Bahnen, ein schnellerer Ausbau der Hochbahnsteige oder mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Autos an Stadtbahnstationen - es gibt viele Punkte, an denen die Stadt Hannover etwas im öffentlichen Nahverkehrsnetz ändern möchte. Und diese Wünsche sollen jetzt in einer Stellungnahme der Stadtverwaltung zum neuen Nahverkehrsplan der Region - der bis 2019 gilt - festgeschrieben werden. Aber auch die politischen Gremien in den Stadtbezirken diskutieren derzeit intensiv über den Fünfjahresplan.

Ricklingen: In den kommenden fünf Jahren soll der seit Langem geplante Ausbau des Stadtbahnnetzes nach Hemmingen vorangetrieben werden. Derzeit kreuzen die Stadtbahnen die Göttinger Chaussee nur. Künftig soll eine Linie über diese Trasse nach Süden führen. Vorgesehen ist ein 3,3 Kilometer langer Schienenstrang bis nach Hemmingen, wo auch eine Park+Ride-Anlage gebaut wird. In Oberricklingen sind zwei zusätzliche Haltestellen geplant. Die Region kalkuliert mit Gesamtkosten von rund 58 Millionen Euro. Einen Zeitplan für das Projekt gibt es noch nicht - erst muss das Land Niedersachsen die Ortsumgehung der Bundesstraße 3 für Hemmingen bauen. Die Umgehungsstraße beginnt dort, wo die Göttinger Chaussee auf die B3 trifft.

Nachbesserungsbedarf sieht die Stadt beim Nahverkehrsplan im Bereich Wettbergen. Die Verwaltung will, dass die Region auch den zero:e-Park in Wettbergen an das Busnetz anschließt. Auf Wunsch der CDU legte der Bezirksrat Ricklingen dazu einen konkreteren Antrag nach. Demnach soll „schnellstmöglich“ eine Buslinie entlang der Straße In der Rehre samt Haltestelle in Höhe Auf dem Grethel eingerichtet werden. Einstimmig votierte das Gremium auch für einen CDU-Antrag, der eine Erweiterung der Park+Ride-Anlage an der Endhaltestelle Wettbergen fordert.

Linden-Limmer: Noch hat der Bezirksrat nicht über den Nahverkehrsplan befunden - in der Oktober-Sitzung hatte das Gremium weiteren Beratungsbedarf. Die städtische Stellungnahme zu den Plänen der Region wollen die Stadtteilpolitiker nun am 26. November diskutieren. Ein Schwerpunktthema dürfte dann unter anderem die sogenannte D-Linie von Ahlem in die City sein. Heftige Debatten gab es in der Vergangenheit um die Lage der Hochbahnsteige in der Limmerstraße. Laut Nahverkehrsplan soll dort zuerst der Hochbahnsteig Küchengarten gebaut werden.

Die Stadt will eine Anbindung des künftigen Wohngebiets Wasserstadt Limmer an das Stadtbahnnetz. Zudem wünscht sie sich eine direkte Verkehrsverbindung ohne Umstieg von Limmer über den Lindener Marktplatz und das Krankenhaus Siloah bis zum S-Bahnhof Fischerhof. Auch für die Buslinie 700 hat die Verwaltung Änderungswünsche: Die Busse sollen zumindest zeitweise auch den Kötnerholzweg befahren. Eine solche Routenänderung, so die Überlegung, würde die gedrängte Situation in der Fußgängerzone der Limmerstraße entlasten.

Ahlem-Badenstedt-Davenstedt: Es gibt Wohnquartiere im Stadtbezirk, die nur über die Buslinien 120 und 580 an den Nahverkehr angeschlossen sind. Das wird auch so bleiben. Frühere Überlegungen, die Viertel auch über einen Abzweig der Stadtbahnlinie 9 anzubinden, lehnt die Region jetzt als unwirtschaftlich ab. Widerspruch seitens der Stadt gab es nicht. Der Bezirksrat wiederum winkte die Stellungnahme der Stadtverwaltung zum Nahverkehrsplan mit nur einer Änderung durch: Das Gremium verlangte, dass der Bau des geplanten Hochbahnsteigs Eichenfeldstraße „deutlich vor 2019“ realisiert werden soll. Wie berichtet, soll das Badenstedter Stadtbahnnetz in den kommenden Jahren barrierefrei ausgebaut werden. Von den vorgesehenen vier Hochbahnsteigen sind im Nahverkehrsplan bisher aber nur zwei Haltepunkte berücksichtigt - an der Eichenfeldstraße und Am Soltekampe.

Hochbahnsteige: Derzeit gibt der Nahverkehrsplan für folgende Hochbahnsteige in den westlichen Stadtteilen einen verbindlichen Zeitplan vor: Am Soltekampe in Badenstedt (2016), Am Küchengarten in Linden (2016), Wunstorfer Straße in Limmer (2017), Ungerstraße in Linden (2018), Eichenfeldstraße in Badenstedt (2019). Die Region hat in ihrem Fünfjahresplan auch Vorschläge für die darauf folgende Planungsphase eingebaut. Demnach könnten die Haltestellen Leinaustraße und Bernhard-Caspar-Straße in Linden sowie Harenberger Straße in Limmer im Jahr 2020 gebaut werden; 2021 würden die Stationen Lindener Marktplatz und Nieschlagstraße (beide Linden) folgen.

Von Marcel Schwarzenberger

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