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West Grünen-Ratsherr stellt Fössefreibad zur Diskussion
Hannover Aus den Stadtteilen West Grünen-Ratsherr stellt Fössefreibad zur Diskussion
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10:37 05.12.2014
Von Juliane Kaune
Der Besitzer des Bei Chez Heinz glaubt weder an Abriss noch an NeubauFössebad. Quelle: Mario Moers
Hannover

Eines steht fest: Die Stadt will hohe Millionenbeträge ausgeben, um das Fössebad wieder fit zu machen. Ob es allerdings 8 Millionen Euro für eine umfassende Sanierung sein werden oder die doppelte Summe für einen Neubau, haben die Politiker im Rat der Stadt noch nicht entschieden. Der sportpolitische Sprecher der grünen Ratsfraktion, Mark Bindert, machte gegenüber dem Stadt-Anzeiger indes bereits deutlich, dass er einen Neubau langfristig für die bessere Alternative hält - und stellte zugleich infrage, ob ein neu errichtetes Fössebad unbedingt ein Freibad braucht. Ein Vorstoß, den die örtlichen Politiker nicht gelten lassen. „Das ist durch keine Sachlichkeit gedeckt“, sagt der parteilose Bezirksratsherr Jörg Schimke. „Ein Fössebad ohne Freibad ist im Stadtteil nicht durchsetzbar“, stellt auch Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube klar, der ebenfalls den Grünen angehört.

Grundsätzlich sind die Bezirksratspolitiker verstimmt, weil sie von den Plänen zum Fössebad aus der Zeitung erfahren haben. In der Sitzung des Gremiums am 26. November wollen die Grünen ihrem Ärger mit einem deutlich formulierten Antrag Luft machen: „Es ist nicht hinnehmbar, dass sich die sportpolitischen Sprecher verschiedener Parteien im Stadtteil die Klinke in die Hand geben und versuchen, das Thema Fössebad zu verharmlosen, während im Rat ohne eine Information und Beteiligung des Bezirks schon Fakten geschaffen werden“, heißt es in dem Papier.

Dass nun der sportpolitische Sprecher der Grünen im Rat den Fortbestand des Freibades zur Diskussion stellt, hat ohnedies eine gewisse Brisanz. Wegen baulicher Mängel ist das Außenbecken des Fössebades seit 2012 geschlossen - und der Bezirksrat Linden-Limmer wird nicht müde, stets aufs Neue eine schnellstmögliche Sanierung zu fordern. Bei den jüngsten Haushaltsplanberatungen forderte das Gremium einstimmig, die Stadt solle umgehend 1,5 Millionen Euro bereitstellen, damit das Freibad bald wieder öffnen kann. Ohne Erfolg.

Auch der Fösse-Förderverein lässt nicht locker. Mit Schülerprotesten im leeren Becken und einer Broschüre, in der die Bedeutung des 1960 eröffneten Bades für den Stadtteil hervorgehoben wird, ist der Verein bereits an die Öffentlichkeit gegangen. „Das Freibad ist unverzichtbar. Da muss sich so schnell wie möglich etwas bewegen“, sagt Vereinsvorsitzende Anne Barkhoff. Für sie ist es undenkbar, das Freibad aufzugeben. Sie fordert: „Es muss in der Sanierung vorgezogen werden.“ Ebenso sieht es Kai Sievert, Geschäftsführer des Bades. „Unsere Besucher sonnen sich im Sommer auf der Liegewiese und müssen zum Schwimmen in die Halle gehen - das ist sehr unbefriedigend.“ Zudem werde es in den Sommermonaten sehr eng im Hallenbecken, in dem auch Schulen Schwimmunterricht haben. Sievert will sich bei der Frage einer Sanierung oder eines Neubaus des gesamten Bades nicht festlegen. „Wichtig ist, dass der Betrieb während der Bauphase möglichst wenig behindert wird“, sagt er.

Nach den Plänen der Verwaltung sollen die Bauarbeiten auf dem Gelände des Bades erst 2019 beginnen. Eine Komplettsanierung würde bis 2020 dauern, ein Neubau wäre ein Jahr später fertig. „Das sind viel zu lange Zeiträume“, sagt Dirk Machentanz, Fraktionschef der Linken im Bezirksrat. Schimke attestiert Verwaltung und Stadtrat beim Fössebad einen „Bremsklotzeffekt“. Der Sanierungsbedarf sei seit 2006 bekannt, betont der Parteilose. „Doch immer wieder wurde dieses Thema auf die lange Bank geschoben“. Der von der Stadt ins Spiel gebrachten Neubauvariante stehen die Bezirksratspolitiker skeptisch gegenüber. „Das klingt, als solle das Ganze auf den St.-Nimmerleinstag verschoben werden“, meint SPD-Fraktionschef Eike Geffers. Bezirksbürgermeister Grube glaubt nicht, dass ein solches Projekt finanzierbar ist: „Je größer etwas dimensioniert ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass daraus etwas wird.“

Sportpolitiker Bindert hält es dagegen für sinnvoll, „gleich an eine größere Lösung zu denken“. Der Stadtteil Limmer wachse, gerade auch durch die Wasserstadt. Da könne es sich langfristig rechnen, mehr Kapazitäten zu schaffen und ein 50-Meter-Becken zu bauen - dies wäre doppelt so groß, wie das bisherige Hallenbecken. Ob ein Freibad dann noch bezahlbar sei, müsse sich zeigen, meint Bindert. Möglicherweise könnten zur Finanzierung auch Sponsoren einspringen, schlägt er vor. Das Freibad dürfe nicht zur Disposition gestellt werden, betont dagegen Jens Seidel, CDU-Fraktionschef im Stadtrat und Bezirksratsmitglied. Einen Neubau hält er für nicht finanzierbar. Stattdessen regt er an, ein vor zwei Jahren vom Betreiberverein Waspo erarbeitetes Konzept erneut zu prüfen. Es sieht eine zweite Halle mit 25-Meter-Becken und ein etwas kleineres Freibad auf dem Fösse-Gelände vor. „Die Stadt hätte viel früher aktiv werden müssen, dann hätte man mit kleineren Summe schon viel mehr bewegen können“, kritisiert Seidel. Christine Kastning, Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, wollte sich auf Anfrage des Stadt-Anzeigers noch nicht zur Zukunft des Fössebades äußern. Über Details werde erst im Zuge der Diskussion um den städtischen Bäderplan gesprochen.

Stadt saniert Bäder bis 2029

Ein umfangreiches Sanierungsprogramm für alle städtischen Bäder hat die Verwaltung aufgestellt. Demnach sollen bis 2029 insgesamt 41 Millionen Euro für die teils stark veralteten Badestätten ausgegeben werden. Der Plan sieht vor, ab 2015 jedes Jahr drei Millionen Euro in die Modernisierung der 13 Schwimmbäder zu investieren. Im Westen Hannovers gibt es neben dem 1960 errichteten Fössebad noch das Ricklinger Bad und das Volksbad Limmer, die beide 1975 gebaut wurden. Gutachter hatten dem Bad in Limmer einen Sanierungsbedarf von 650.000 Euro bescheinigt, die für das Ricklinger Bad benötigte Summe lag bei 960.000 Euro. Letzteres profitiert nun bereits in diesem Jahr von einer Finanzspritze der Stadt: Für 620.000 Euro werden das Nichtschwimmer- und das Kleinkinderbecken umfassend saniert, sodass das Freibad im Sommer 2015 wieder für Badegäste zur Verfügung steht. Das Volksbad Limmer wird im städtischen Bäderplan dagegen erst ab dem Jahr 2023 bedacht – mit 710.000 Euro. Das zentrale Stadionbad soll bereits ab Mai 2016 zur Wettkampfstätte für die Special Olympics ausgebaut werden. Insgesamt sollen nach den Plänen bis 2021 rund 11 Millionen Euro in das Sportbad fließen.jk/mas

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