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18:13 04.12.2014
Bei warmem Wetter sitzen die Gäste gerne auf dem Fußweg.
Bei warmem Wetter sitzen die Gäste gerne auf dem Fußweg. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Linden-Nord

Der Apfelkuchen ist leider schon aufgegessen. Aber Tomke Luschnat hat noch Oreo-Kekse, vegetarische und vegane Schokoladen-Marzipan-Muffins, Kaffee und Tee anzubieten.In ihrem kleinen Ladencafé in der Grotestraße wäre es an diesem Nachmittag wohl ziemlich voll, wenn die Sonne nicht scheinen würde. Aber bei den sommerlichen Temperaturen ist niemand gerne drinnen. Also haben die Gäste einfach Stühle und Tische mit nach draußen genommen und es sich vor dem Schaufenster des ehemaligen Friseursalons bequem gemacht.

Wenn ihnen die Möbel gefallen, können die Gäste sie sogar kaufen und mit nach Hause nehmen. Denn Luschnat bietet nicht nur Kaffee und selbstgebackenen Kuchen an, sondern hat für ihren Laden ein ganz eigenes Konzept entwickelt, das es so in Hannover noch nicht gibt: Es ist eine Mischung aus Café, Wochenmarktbude und Trödelgeschäft. „Das Schöne ist: Unter dem Namen Ladencafé geht ja eigentlich alles“, sagt die Lindenerin lachend.

Und so finden die Gäste in einem alten, schweren Holzregal auch eine große Auswahl an Kerzen, Seifen, Salzen, ätherischen Ölen und Kräutern. Diese vertreiben Luschnats Eltern seit zehn Jahren auf Wochenmärkten - und nun eben in ihrem Ladencafé. Die Secondhandmöbel aus den fünfziger bis siebziger Jahren, mit denen das Café eingerichtet ist, kauft die 31-Jährige auf Flohmärkten. „Das ist meine Leidenschaft“, sagt sie. „Es gibt so viele schöne Möbel, die schon eine Geschichte haben. Man kann sie toll mit neuen Stücken kombinieren und einen eigenen Stil kreieren.“ Genau dieser Bohème-Chick, also der Mix aus Altem und Neuem, macht den Charme des Ladencafés aus. Eröffnet hat es Luschnat, die eigentlich Grafikdesignerin ist, am Nikolaustag 2013. Seitdem habe sie das Inventar schon einmal komplett ausgetauscht, weil Gäste Stühle, Tisch, alte Kaffeetassen und Untersetzer gekauft hätten, sagt sie. Im Keller habe sie aber noch mehr Schätze, die sie bei Bedarf in den Laden stellen könne. Der Begriff „Schätze“ trifft es mitunter ganz gut: Ein Gast erkannte kürzlich unter drei ihrer Bilder an der Wand echte Zeichnungen des Augsburger Malers Ridinger aus dem 18. Jahrhundert. „Die sind wohl einiges wert“, sagt die Café-Besitzerin. „Verkaufen werde ich sie aber nicht.“

Das Ladencafé in Linden-Nord, Grotestraße 25, ist dienstags bis sonnabends von 11 bis 18 Uhr sowie jeden Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

04.12.2014
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