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West Hochbahnsteig in der Limmerstraße weiter umstritten
Hannover Aus den Stadtteilen West Hochbahnsteig in der Limmerstraße weiter umstritten
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09:20 05.11.2009
In diesem Bereich der Limmerstraße will die Region einen Hochbahnsteig bauen.
In diesem Bereich der Limmerstraße will die Region einen Hochbahnsteig bauen. Quelle: Jans-Lottmann
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Auch im Internetforum dieser Zeitung haben etliche Leser darüber diskutiert, wie ein barrierefreier Stadtbahneinstieg in Linden-Nord verwirklicht werden könnte. Im Folgenden sind einige Meinungen zusammengefasst. Abgesehen davon, dass sich kaum jemand mit Hochbahnsteigen in der Limmerstraße anfreunden kann, finden auch andere Lösungen keine ungeteilte Zustimmung.

Befürworter einer Tunnellösung von Linden Richtung Innenstadt vertreten die Ansicht, dies würde die Fahrzeit von der Leinaustraße zum Steintor signifikant verkürzen, das Umsteigen würde gerade für gehbehinderte Menschen leichter und in der Goethestraße, am Steintor, in der Kurt-Schumacher-Straße und am Ernst-August-Platz gebe es mehr Platz. Die Gegner einer Tunnellösung verweisen dagegen auf die höheren Kosten und erwarten auch keinen Zeitgewinn. Stattdessen befürchten sie deutlich längere Wege, weil sie davon ausgehen, dass es in der Limmerstraße dann nur noch zwei statt drei Haltestellen geben würde und die Fahrgäste zusätzlich in die Tunnelstationen hinabsteigen müssten.

Aber Niederflurbahnen finden wenig Anklang

Stadtbahnzüge, wie sie in Bremen fahren, seien für Hannover völlig ungeeignet. Denn diese könnten nur in eine Richtung fahren und seien somit zwangsläufig auf eine Wendeschleife angewiesen. Kritisch gesehen wird auch die Tatsache, dass bei einem Schwenk zur Niederflurtechnik die bestehenden Hochbahnsteige auf dieser Strecke wieder abgerissen werden müssten.

Zudem habe die Region bereits neue Straßenbahnen bestellt, die gar keine Klappstufen mehr hätten, heißt es. Er halte das hannoversche Stadtbahn-System für eines der besten in Deutschland, schreibt ein Leser, der sich überall dort für eine unterirdische Trassenführung ausspricht, wo eine oberirdische nicht möglich ist, und er fügt hinzu: „Es wäre ein Rückschritt, mit der Einführung von Niederflurbahnen (wie etwa in Bremen) das Problem zu beheben.“

Die Befürworter der Niederflurtechnik führen dagegen vor allem die Kosten ins Feld, die sie für geringer halten als beim Bau von Hochbahnsteigen. Der Rückbau der drei schon gebauten Hochbahnsteige stehe in keinem Verhältnis zu dem, was auf der Strecke beim Einsatz von Hochflurbahnen noch getan werden müsste. Und schließlich hält der eine oder andere auch einen Mischbetrieb von Hoch- und Niederflurbahnen für eine gute Lösung. Diskutiert werden im Leserforum aber auch ganz andere Ideen wie die Verlegung der Stadtbahnlinie 10 in die Fössestraße oder eine komplette Umstellung auf Busse.

Einige Diskussionsteilnehmer können sich vorstellen, in der Limmerstraße den Gleisbereich abzusenken und gleichzeitig die Bahnsteige anzuheben, wie es in Berlin zu sehen ist. Beides zusammen ergäbe bei den Hochflurbahnen eine nur 20 Zentimeter hohe Stufe.

von Marget Jans-Lottmann