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West In Limmer formiert sich Widerstand
Hannover Aus den Stadtteilen West In Limmer formiert sich Widerstand
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14:25 19.02.2014
Auf diesem Areal sollen Wohnungen gebaut werden. Quelle: Archiv
Limmer

Der Gemeindesaal von St. Nikolai am Montagabend: Stadtplanerin Elke Kümmel baut eine große Platte mit einem Modell der künftigen Wasserstadt Limmer auf. Kleine blaue Klötzchen stellen sechs- und achtgeschossige Gebäude dar, die dort entstehen sollen. Das Quartier soll ein Problem mildern: den Mangel an Wohnraum für die stetig wachsende Bevölkerung. Hans-Heiner Schlesier, Leiter des Sonderprogramms Wohnbauinitiative, muss pro Jahr das Baurecht für mindestens 500 neue Wohneinheiten schaffen. Limmer soll eine Neubausiedlung bekommen, mit der sich seine Bevölkerung - derzeit etwa 5800 Menschen - in wenigen Jahren fast verdoppeln wird. Das macht vielen Limmeranern Sorgen.

Mehrere Anwohner kamen mit Heugabeln und Rechen, zum Zeichen des Protests und der dörflichen Geschichte des Stadtteils. Uwe Staade hat auf der Internetplattform „change.org“ eine Petition gegen die Wasserstadtpläne gestartet. Rund 400 Kritiker haben bislang unterzeichnet; 5000 Unterschriften sollen es werden. So viele, wie neue Bewohner für das Wohngebiet geplant sind. „Zu dicht“ solle gebaut werden, „zu hoch“, begründet Staade seine ablehnende Haltung. Die Gründung einer Bürgerinitiative sei in Vorbereitung. Rund 100 Besucher drängen sich im Saal, die Stühle reichen nicht. Die Diskussion wird fast drei Stunden lang geführt; nicht ein Anwohner äußert sich positiv zu den Plänen.

Da helfen auch optimistisch vorgetragene Konzepte nicht, die die Hamburger Planer Ingrid Spengler und Bertel Kehlet Bruun - sie ist Architektin, er Landschaftsarchitekt - vorstellen. Bruun spricht von üppigen Grünflächen, dem breiten Uferpark, der tatsächlich noch ein Erbe aus dem 2005 verabschiedeten Rahmenplan ist, und zwei bis drei Kindergärten. Spengler verspricht Gebäude, die zu Limmer passen. Es soll Platz geben für Mietwohnungen, Maisonettewohnungen, Reihenhäuser, Studentenzimmer, Bauherrengruppen und seniorengerechtes Wohnen. „Wir bemühen uns auch um preiswerten Wohnraum“, schiebt Wasserstadt-Geschäftsführer Bernd Hermann nach. Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube warnt, dass sich ohne Fördergeld kaum ein Investor um sozialen Wohnungsbau kümmern werde.

Auch eine Verlängerung der Stadtbahnlinie 10 an der Wasserstadt vorbei nach Ahlem-Nord ist im Gespräch. Vorsorglich verabschiedet die Kommission einen Antrag: Die Stadt solle mit der Deutschen Bahn reden, sagt Grube. Die DB werde ihre Eisenbahnbrücke an der Wunstorfer Landstraße erneuern. Weil die Stadtbahn diesen Punkt kreuzen könnte, müsse das berücksichtigt werden. Apropos Verkehr: Ob die Stadt denn schon ein Verkehrsgutachten erstellt habe, will ein Besucher noch wissen. Schon heute sei die Wunstorfer Straße dicht, wenn Limmeraner und Ahlemer zum Westschnellweg strömen. Auch andere im Publikum sorgen sich darum, dass 5000 Wasserstädter mit ihren Autos einen Verkehrsinfarkt heraufbeschwören. Die Verkehrsplanung komme erst noch, sagt Schlesier und erntet dafür Kopfschütteln.

Seit exakt elf Jahren befassen sich die Sanierungskommission Limmer und Bürgergruppen mit der Wasserstadt. Von ihrer Arbeit ist im neuen Konzept kaum etwas übrig. Einfach so wegstecken will die Kommission das nicht; sie fordert einhellig, dass es auch künftig eine Bürgerbeteiligung geben soll.

Von Marcel Schwarzenberger

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