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West Initiative kämpft gegen Ihme-Abgrabungen
Hannover Aus den Stadtteilen West Initiative kämpft gegen Ihme-Abgrabungen
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13:50 06.05.2010
Die Bürgerinitiative "Calenberger Loch" hat alle Bäume, die gefällt werden sollen, mit Hinweiszetteln versehen. Quelle: Schwarzenberger

Die Mitglieder wollen jetzt möglichst viele Anwohner dafür gewinnen, gegen die von der Stadt geplanten Abgrabungen am Ihmeufer zu protestieren. Bis zum morgigen Freitag liegen die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren in der Eingangshalle der Bauverwaltung, Rudolf-Hillebrecht-Platz 1, aus. Bis zum 21. Mai können Bürger dazu Stellung nehmen. „Die Einwände müssen gut begründet sein, damit die Behörden sie auch berücksichtigen“, sagte Steffen Westphale, Anwalt der Initiative, vorige Woche in einer Anwohnerversammlung. Mehr als 40 Menschen kamen zum Bürgerbüro Stadtentwicklung, um ihrem Ärger über die mit Millionenaufwand geplanten Abgrabungen am Ihmeufer Luft zu machen, mit denen die Stadt den Hochwasserschutz verbessern will.

„Einwendungen kann erheben, wer sich von den Abgrabungen beeinträchtigt fühlt“, erläuterte Westphale. Mögliche Gründe gebe es viele: Kritik an den Ausgleichsmaßnahmen zum Beispiel, das Verschwinden einer gewachsenen Parklandschaft, der Abriss des Glockseeforts oder die Furcht vor dem Werteverlust der Grundstücke. Die Initiative hat dabei vor allem die direkten Anwohner aus dem Ihme-Zentrum oder der Glockseestraße im Blick. „Auch die Naturschutzverbände werden angehört“, sagte Westphale.

Rainer-Jörg Grube von den Grünen und stellvertretender Bezirksbürgermeister von Linden-Limmer stellte in der Versammlung klar: „Ich bin gegen diese Abgrabungen.“ Es sei nicht einzusehen, dass mitten in Hannover ein solcher Hochwasserschutz vorgesehen sei – statt bereits vor den Toren der Stadt. Die Verwaltung sieht das anders. Sie will nicht warten, bis auf Landesebene Konzepte greifen, sondern möglichst rasch handeln.

Die zum Teil mehrere Meter tiefen Abgrabungen an der Ihme zwischen Leinertbrücke und Benno-Ohnesorg-Brücke sollen das Flussbett verbreitern, damit das Hochwasser sich in diesem Nadelöhr nicht mehr staut, sondern abfließen kann. Dafür soll das Peter-Fechter-Ufer sein Aussehen grundlegend verändern: Etliche Bäume auf dem breiten Grünstreifen sollen gefällt und das Gelände mit Hilfe langer Betonmauern terrassenförmig umgestaltet werden.

Mehrere Hundert Bäume seien bereits für die Fällung gekennzeichnet, sagte BI-Sprecherin Cordula Lüdtke-Eichhorn. Zwar sollten neue Bäume gepflanzt werden. „Aber nach dem Studium der Planfeststellungsunterlagen befürchte ich, dass es Jahrzehnte dauert, bis wieder ein adäquater Grünraum entsteht“, sagte. Grube ergänzte, dass Ersatz nicht unbedingt an Ort und Stelle gepflanzt werde, sondern dies beispielsweise auch in Marienwerder geschehen könne. „Davon hat kein Anwohner wirklich etwas“, kritisierte er. Für die jetzt an der Ihme siedelnden Pflanzen und Tierarten, von denen manche zu seltenen Spezies gehörten, sei der Plan eine Katastrophe.

Die Kritiker der Abgrabung meinen, gute Argumente auf ihrer Seite zu haben. So habe eine Umweltverträglichkeitsstudie den Bäumen am Ihmeufer auch eine positive Wirkung auf das Stadtklima bescheinigt, sagte Lüdtke-Eichhorn. „Aber das reicht auch nicht, um das Projekt zu verhindern“, räumte sie ein. Auf die Frage eines Anwohners, ob das Vorhaben sich noch verhindern lasse, sagte Westphale: „Das wird schwer werden. Aber die Einwände helfen vielleicht, dass eine schonendere Variante gefunden wird.“

Marcel Schwarzenberger

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