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West Kommt die autofreie Zone mitten in Linden?
Hannover Aus den Stadtteilen West Kommt die autofreie Zone mitten in Linden?
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00:17 08.03.2019
Wünschen sich eine Anwohnerzone in Linden-Mitte: Die Mitglieder der Initiative Jamiel-Kiez. Quelle: Frank Wilde
Linden-Mitte

Tempo 10 und keinen Durchgangsverkehr – das wünschen sich die Anwohner des selbsternannten Jamiel-Kiezes in Linden-Mitte. Bei ihrer Forderung nach einer Anwohnerzone in den namensgebenden Straßen Jacobs-, Minister-Stüve- und Eleonorenstraße wird die Nachbarschaftsinitiative nun auch vom Bezirksrat Linden-Limmer unterstützt. Die Politiker beschlossen in der Sitzung vergangene Woche mehrheitlich einen Prüfantrag an die Verwaltung.

Eingebracht hatte den Antrag der Pirat Bruno Adam Wolf, Ratsherr und beratendes Mitglied im Bezirksrat. „Die Anwohner sollen sich ihren Raum wieder sichern“, sagt Wolf. In seinem Antrag fordert er die Verwaltung auf, zu prüfen, ob der Jamiel-Kiez als Anwohnerzone eingerichtet werden kann, wodurch nur noch Anwohner- und Lieferverkehr zugelassen wäre – Müllabfuhr, Handwerker, Krankenwagen und Taxis ausgenommen. Als Vorbild dienen der Initiative die sogenannten Superblocks in Barcelona.

„Das kann so nicht weitergehen“

Der Antrag stieß im Bezirksrat auf breite Zustimmung. „Das eröffnet Möglichkeiten, die Diskussion voranzubringen“, sagte Grünen-Fraktionsvorsitzender Daniel Gardemin. Zum abendlichen „Not-Parken“ sagte er: „Das kann so nicht weitergehen.“ Mit zwei Gegenstimmen von Michael Klenke (CDU) und Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube wurde der Antrag angenommen.

Während Ratsherr Gardemin den Vorschlag zur Verkehrsberuhigung als „sehr vernünftig“ lobt, gibt es auch Kritik aus der Ratspolitik. „Ich halte davon überhaupt nichts“, sagt etwa Lars Kelich, Verkehrsexperte der SPD. Es stelle sich die Frage, wohin die Autos dann verdrängt werden. „Das ist nur eine Belastung für die Quartiere drumherum“, sagt Kelich. „Da wurde nicht an die Gesamtheit gedacht.“ In Barcelona betreffe die Regelung größere Areale, nicht nur einen kleinen Kiez. „Das ist dort stadtentwicklungstechnisch integriert – das kann man nicht einfach für jedes Quartier übernehmen“, sagt Kelich.

„Ideologische Tests bei Facebook

Außerdem kritisiert Kelich, dass es sich bei Jamiel um eine „eindeutig politisch motivierte Initiative“ handele, die sich als Nachbarschaftsinitiative tarne. Dieser wirft er vor, dass sie etwa bei Facebook anderen Anwohnern die Aufnahme in Gruppen verweigere, weil diese „ideologische Tests“ nicht bestehen.

Wilfried Engelke, FDP-Fraktionsvorsitzender im Rat, findet den Vorschlag dagegen interessant. „Gegen einen Prüfauftrag ist nichts einzuwenden“, sagt er. Das dürfe allerdings nicht dazuführen, dass „die Grünen nun flächendeckend Tempo 10 fordern“, sagt Engelke. „Aber wenn das reine Wohnstraßen sind, dann: why not?“, sagt der Ratsherr. „Ich bin gespannt, was dabei rauskommt.

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