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West Kiezkultur: Zentrum Weiße Rose steht allen offen
Hannover Aus den Stadtteilen West Kiezkultur: Zentrum Weiße Rose steht allen offen
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12:00 31.08.2018
Mitarbeiter Fritz Seeberg stellt mit seiner Kollegin das Angebot des Stadtteilzentrums zusammen. Quelle: Uwe Janssen
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Mühlenberg

Eine Toilette als Begegnungsstätte? In der Weißen Rose ist das jetzt Konzept. Das vor zwei Jahren neu eröffnete Stadtteil- und Kulturzentrum hat im Erdgeschoss nun die Sanitärräume zwischen dem Jugendzentrum und dem Büro- und Seminarbereich, sie sind von beiden Seiten begehbar – und auf gewisse Weise generationenzusammenführend. „Das ist schon so gewollt“, sagt Mitarbeiter Fritz Seeberg bei einem Gang durch die neuen Räume. 2012 wurde das Mühlenberger Zentrum zur größten Baustelle der Stadt. Der gesamte Komplex mit IGS, Leonore-Goldschmidt-Schule und Stadtteilzentrum am Mühlenberger Markt wurden abgerissen – und in vier Jahren neu gebaut.

Alles wirkt noch frisch, die typische Abnutzungspatina solcher öffentlichen Orte fehlt. Seminarräume gibt es reichlich, für Seniorengymnastik oder Tagungen, selbst eine Probenbühne mit technischer Ausrüstung ist da. Für Aufführungen kann die große Aula der Schule mit einer mächtigen Bühne und mehr als 600 Plätzen genutzt werden.

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Kulturabo ist der Renner

Das Angebot der Weißen Rose ist eine Art Modulsystem. Seeberg und seine Kollegin Astrid Borgas organisieren das Programm in Kooperation mit der Volkshochschule, dem Kommunalen Seniorenservice (KSH), Musikschulen, der Stadtbibliothek im Haus, Theaterpädagogen oder der Kleinkunstbühne TaM TaM. Besonderes Augenmerk liegt auf der kreativen kulturellen Bildung von Kindern. Ein Renner ist das Kulturabo in Zusammenarbeit mit den örtlichen Grundschulen, die unterschiedliche Angebote in den Lehrplan aufnehmen können. „Künstler kommen in die Schule und machen mit den Kindern Unterricht.“

Ein anderes wichtiges Projekt ist „Spiel:Zeit“ in Kooperation mit der Bahlsen-Stiftung: ein festes Angebot am Sonntagnachmittag für Familien mit Kindern, im Wechsel mit Ricklingen, das sich vor allem an zugewanderte Menschen in einem heterogenen Stadtteil richtet – für die Mitarbeiter eine Herzensangelegenheit, aber alles andere als ein Selbstläufer: „Man muss nicht glauben, man lädt die Leute einfach mal ein. Wenn die nicht eine persönliche Bindung haben und dich kennen, dann kommen sie nicht.“

Mangel bei Betreuungsarbeit

Betreuungsarbeit, ein wichtiges Stichwort für die Mitarbeiter – und kaum noch so zu realisieren, wie es nötig wäre. „Wozu wir überhaupt nicht mehr kommen, ist die Beziehungsarbeit im Stadtteil. Die Vereinsvorstände brauchen uns, die fragen zum Beispiel nach Fortbildungsangeboten zum Thema Datenschutzvereinbarung. Und zu Elternabenden müssen wir eigentlich auch hin und unser Programm vorstellen. Aber das können wir immer weniger leisten.“

Überhaupt regt Seeberg ein generelles Umdenken an: „Wir können Kulturarbeit nicht mehr machen wie in den vergangenen 50 Jahren. Wir müssen den Menschen klarmachen: Das ist eure Kultureinrichtung! Ihr könnt die für euch in Beschlag nehmen, nutzt diese Ressource! Wir helfen euch, aber ihr könnt auch bestimmen, was hier läuft. Wir müssen uns wirklich überlegen, wie wir uns für die Zukunft aufstellen.“ Es könne sofort losgehen: „Das Haus ist offen.“

Termine und mehr

Stadtteilzentrum Weiße Rose

Mühlenberger Markt 1

30457 Hannover

(0511) 16849612

Termine

Sonntag, 2. September, 14.30 Uhr: Vorpremiere „Kawumm“ – ein Theaterprojekt der Frl. Wunder AG über spielerische Zerstörungen. Für Kinder ab 3 Jahren und ihre erwachsenen Begleitpersonen.

Sonntag, 9. September, 14.30 Uhr: „Spiel:Zeit“ für Familien mit Kindern –Thema: Musik und Instrumente bauen. .

Von Uwe Janssen