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West Kinder werden zu Kulturbotschaftern
Hannover Aus den Stadtteilen West Kinder werden zu Kulturbotschaftern
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13:02 23.01.2014
Von Tim Fischer
Hannover Linden-Süd Familienprojekt „Linden-Süd - Ein Stadtteil und seine Kulturbotschafter“ des Caritas-Familienzentrum St. Vinzenz. Quelle: Holland
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Linden-Süd

Unter dem Titel „Linden-Süd – ein Stadtteil und seine Kulturbotschafter“ läuft zurzeit ein groß angelegtes Projekt zur Förderung der kulturellen Bildung benachteiligter Kinder, Jugendlicher und ihrer Familien an. Geplant sind Nachmittags- und Ferienkurse für jeweils zwei Kindergarten- und Hortgruppen sowie die Eltern der Kinder. Insgesamt sind damit 54 Familien an dem Projekt beteiligt. Die Kinder werden Kunstwerke gestalten, Musikstücke erarbeiten und das Projekt dokumentieren. Zum Abschluss soll es eine eigene Musicalaufführung geben. Insgesamt 71 Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren aus 23 verschiedenen Herkunftsländern sollen dabei zu Kulturbotschaftern des Stadtteils werden.

Für das auf fünf Jahre angelegte Projekt unter der Schirmherrschaft des hannoverschen Liedermachers Manfred Kindel alias „Unmada“ haben sich die Katholische Familienbildungsstätte Hannover, das Caritas-Familienzentrum St. Vinzenz und die Projektwerkstatt Umwelt und Entwicklung zusammengetan. Als vierter Bündnispartner übernimmt Radio Leinehertz 106.5 die medienpädagogische Begleitung der einzelnen Projektphasen. Mittelpunkt der Aktivitäten ist das Familienzentrum St. Vinzenz am Allerweg. Jedes Jahr soll es einen eigenen Themenschwerpunkt geben, womit die Initiatoren Kinder, Eltern und Bewohner von Linden-Süd zusammenbringen wollen. „Das Projekt soll helfen, durch Erfahrungen in Kunst und Kultur das Selbstwertgefühl zu stärken und die Integration zu fördern“, sagt Projektleiterin Beata Brod von der Katholischen Familienbildungsstätte.

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Über Darbietungen, Workshops oder Eltern-Kind-Wochenenden wolle man insbesondere die Eltern einbeziehen und zu aktiver Mitarbeit animieren. Im Vordergrund steht dabei die „Teilhabe am kulturellen Alltag“, ergänzt Inka Deppe-Suhr, Leiterin des Familienzentrums St. Vinzenz. Ziel sei es, ganze Familien zu erreichen und ihnen ein besseres Heimatgefühl im multikulturellen Raum unserer Stadt zu geben.

Die Medienarbeit ist dabei nicht nur eine pädagogische Komponente, sondern erfüllt auch einen praktischen Zweck: Der Fortgang der einzelnen Arbeitsphasen wird von einem eigens für das Projekt zusammengestellten Redaktionsteam journalistisch aufbereitet und präsentiert. Ayse Sagir, die bei Radio Leinehertz 106.5 die wöchentliche türkisch-deutsche Sendung „Selam“ gestaltet, wird die Kinder in den Umgang mit Fotoapparat und Laptop einführen. In Zusammenarbeit mit dem Radiosender produzieren die Kinderreporter anschließend eigene Berichte, führen Interviews oder erstellen Fotodokumentationen unter professioneller Anleitung. Laut Leinehertz-Geschäftsführer Georg May werde das hannoversche Bürgerradio regelmäßig über die Projektphasen berichten und seine Erfahrungen mit interkultureller Programmarbeit weitergeben. Zudem ist eine Schreibwerkstatt geplant. In einer vierteljährlich erscheinenden Zeitung werden dann die zahlreichen Aktivitäten dokumentiert.

Gerade die Langfristigkeit des Projekts liegt Beata Brod sehr am Herzen, um die Teilnehmer „nachhaltig zu unterstützen“. Genau dieses Projektziel begeistert auch Schirmherr Manfred Kindel, der darauf hinweist, „nicht auf Defizite, sondern auf Potentiale“ der Menschen aus anderen Kulturen zu schauen, sodass gerade wir in Deutschland etwas „von der anderen Seite lernen“ können.

Als Teil des Förderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) stehen dem Lindener Projekt für Kultur- und Medienarbeit rund 22 000 Euro pro Jahr zur Verfügung.

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