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West Königlich war nur der Name
Hannover Aus den Stadtteilen West Königlich war nur der Name
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13:34 10.09.2010
Das Foto zeigt balgende Kinder an der Ecke von Viktoriastraße und Ahlemer Straße. Quelle: Gerda Valentin

Kinder spielten mitten auf dem Kopfsteinpflaster, den Laden und die Kneipe gab es gleich um die Ecke und ab und zu zog klappernd ein Karren vorbei – so ging es einst in der Viktoriastraße in Linden-Nord zu. Längst hat sich diese Welt gewandelt. Weit zurück liegen auch die langwierigen Auseinandersetzungen, die in den siebziger Jahren um den Erhalt der alten Arbeiterhäuser geführt wurden. Doch die Geschichte der Viktoriastraße ist nicht vergessen. Unter der Federführung des Vereins Quartier will eine Arbeitsgruppe die Geschichte der Straße und ihrer späteren Sanierung aufarbeiten. Die Ergebnisse sollen in eine Dokumentation und einen kleinen Film einfließen und beides dann im kommenden Jahr öffentlich vorgestellt werden.

„Noch um 1820 war ganz Linden-Nord eine Wiese“, erläutert Jonny Peter vom Verein Quartier. Doch schon um 1835 siedelten sich an Ihme und Leine die ersten Fabriken an. Im dörflichen Linden herrschte bald eine immense Wohnungsnot. Nach zähen Verhandlungen mit zwei örtlichen Bauern begann südlich des „Nedderfelds“ der Bau der ersten Arbeiterhäuser. Gemeinsam mit der Fortunastraße und der heute nicht mehr bestehenden Fannystraße entstand bis 1856 die Victoriastraße, die erst später zu ihrem kleinen „k“ kam.

„Die Viktoriastraße ist damit eine der ältesten Straßen in Linden-Nord“, sagt Peter. Ihren Namen erhielt sie nach der damals amtierenden britischen Königin. Doch königlich konnte man die Wohnverhältnisse in der Viktoriastraße nicht nennen: Die Räume in den zweigeschossigen Häusern waren klein, einzelne Zimmer wurden schichtweise an „Schlafgänger“ vermietet, und die einzige sanitäre Einrichtung bestand aus den Plumpsklos draußen im Hof.

Handwerker und Arbeiter zählten zu den ersten Eigentümern in der Viktoriastraße. Höhere Mietshäuser entstanden ab 1890. Auch eine Ross-Schlachterei, eine Kohlenhandlung, eine Gurken- und eine Sauerkrautfabrik waren einst in der Viktoriastraße angesiedelt. Lange Zeit blieb sie eine Gegend der sogenannten kleinen Leute: Mit den Nachbarn pflegte man hier enge Kontakte und hielt politisch zu den Sozialdemokraten.

Anfang der siebziger Jahre waren die alten Arbeiterhäuschen kaum besser ausgestattet als im 19. Jahrhundert. „Für das Wasser gab es oft nur eine Zapfstelle im Hausflur“, erinnert sich Peter, der als Student selbst einige Jahre in der Viktoriastraße wohnte. Auch in der Umgebung bedurften Häuser und dicht bebaute Hinterhöfe dringend einer Modernisierung. 1976 begann offiziell die Sanierung von Linden-Nord. Die schärfsten Auseinandersetzungen entbrannten dabei um die Zukunft der Viktoriastraße. Die Stadt plante ursprünglich, den gesamten Straßenzug abreißen zu lassen. Die Bürgerinitiative Linden-Nord erhob dagegen heftigen Protest; auch eine Gruppe namens „Rettet die Viktoriastraße“ wurde damals aktiv.

Nach endlosen Debatten entwickelten Vertreter der Stadt, Anwaltsplaner Klaus Holland, die Arbeitsgemeinschaft für Stadt- und Altbauerneuerung (Agsta) und weitere Beteiligte schließlich eine Lösung. Mit Hilfe von Städtebaufördermitteln wurden in der Viktoriastraße etliche der historischen Arbeiterhäuser modernisiert. Wo sie nicht zu retten waren, bauten sich danach viele Familien ein neues Zuhause – häufig mit Hilfe einer „Muskelhypothek“.

Gerda Valentin

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