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West Leiche im Pappkarton: 62-Jähriger tatverdächtig
Hannover Aus den Stadtteilen West Leiche im Pappkarton: 62-Jähriger tatverdächtig
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20:04 05.03.2013
Von Tobias Morchner
An der Salzmannstraße war die Leiche von Sonja M. in einem Pappkarton entdeckt worden. Quelle: Geoffrey May (Archiv)
Linden

Mehr als sieben Monate ist es her, dass in Linden-Nord eine Frauenleiche in einem Pappkarton entdeckt wurde. Jetzt hat die Polizei einen Verdächtigen in dem Fall ermittelt. Ein 62-jähriger Mann aus dem Stadtteil soll die tote Sonja M. im Juli des vergangenen Jahres vor einer Grundschule in der Salzmannstraße in einem Pappkarton verpackt abgelegt haben. Die 28-jährige Frau war an den Folgen einer Tuberkuloseerkrankung verstorben. Der 62-Jährige schweigt bislang.

Gegenüber der Grundschule Salzmannstraße haben Mitarbeiter einer Reinigungsfirma am Freitagmorgen im Gebüsch eine Frauenleiche in einem Pappkarton gefunden.

Die Ermittler waren aufgrund einer DNA-Spur an einem Klebeband, mit dem der Karton notdürftig verschlossen worden war, und der Handydaten der Toten auf die Spur des Verdächtigen gekommen. Die Telefonnummer des Mannes war die letzte Nummer die Sonja M. mit ihrem Mobiltelefon gewählt hatte. Den Anruf tätigte sie am 16. Juni - an dem Tag, an dem sie zuletzt lebend gesehen worden war.

In der vergangenen Woche durchsuchte die Kripo auf Anordnung des Amtsgerichts die Wohnung des 62-Jährigen. Dabei stießen die Fahnder unter anderem auf mehrere rote T-Shirts, die dem Bekleidungsstück, das die Tote im Pappkarton trug, sehr ähnlich sind. Außerdem nahmen die Polizisten dem 62-Jährigen eine Speichelprobe an. Die Abgleich der genetischen Daten mit dem DNA-Material vom Klebeband ergab eine Übereinstimmung.

Sonja M., die am Freitag tot in einem Pappkarton in Linden-Nord entdeckt wurde, starb an Tuberkulose. Die Polizei sucht nach Menschen, die mit ihr Kontakt hatten, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Gegen den 62-Jährigen, der bereits wegen Eigentumsdelikten aufgefallen ist, wird nun wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung sowie des Verstoßes gegen das Bestattungsgesetz ermittelt. Die Polizei vermutet, dass der Verdächtige Sonja M. auf dem Straßenstrich kennengelernt hat. Dort soll die 28-Jährige angeschafft haben, um ihre Drogensucht zu finanzieren. Nach dem Fund der Toten hatte das Gesundheitsamt alle Personen, die zuletzt in Kontakt mit Sonja M. gestanden hatten, aufgefordert, sich untersuchen zu lassen. Auf diese Weise wollten die Ärzte die Quelle der Infektionskrankheit Tuberkulose ausfindig machen. „Ob sich der 62-Jährige damals gemeldet hat, wissen wir nicht. Das fällt unter die ärztliche Schweigepflicht“, sagt Polizeisprecher Holger Hilgenberg.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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