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West #SauberLimmern: Stadt stellt Regeln für das Limmern vor
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Linden: #SauberLimmern: Stadt stellt Regeln für das Limmern vor

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00:16 10.06.2019
Ordnung muss sein, Limmern aber auch: Ordnungsdezernent Axel von der Ohe (rechts) posiert mit Mathias Quast (dritter von rechts), dem Leiter der aha-Stadtreinigung für die Aktion #SauberLimmern Quelle: Mario Moers
Linden

Es ist kurz vor Mitternacht, als der Notarztwagen am Sonnabend das erste Mal über die Limmerstraße braust. Eine Gruppe Freunde hat ihn zu dem Kiosk gerufen, vor dem sie so lange getrunken haben, bis einer Ausfallerscheinungen bekam. Während die Sanitäter den jungen Mann aufpeppeln, bis er schließlich im Kreise seiner Freunde weiter wankt, geht das Geschäft am Kiosk weiter. Mit den steigenden Temperaturen verlängert sich dieser Tage auch die Zeit, in der auf der Limmerstraße getrunken, gechillt und gefeiert wird – nicht nur zum Leid einiger Anwohner, sondern auch der Umwelt. Um diese seit langem schwellenden Probleme endlich langfristig in den Griff zu bekommen, haben die Stadt und der Abfallentsorger Aha nun ein neues Lösungskonzept vorgestellt. Es sieht vor, neben mehr Kontrollen durch Ordnungskräfte und Strafen für laute Kiosks künftig auch an die Partygänger selbst zu appelieren.

In Partystimmung: Limmerstraßenbesucher am Sonnabend Quelle: Mario Moers

Zielgruppengerechte Ansprache

„Wir sind uns sicher, dass wir das Problem nicht allein im Rathaus lösen können, sondern nur dort, wo es passiert“, sagt Axel von der Ohe. Der Ordnungsdezernent, tagsüber ein Anzugträger, hat sich die Lederjacke angezogen, als er die neue Limmer-Strategie am späten Sonnabend bei einer Infoaktion auf der Limmerstraße präsentierte. Konkret geht es um eine veränderte Ansprache – zielgruppengerecht. Eine in der Produktion befindliche (Plakat-)Kampagne soll Besucher künftig für die Folgen rücksichtsloser Feierei sensibilisieren. In Partyzentren wie Amsterdam ist die doppelte Strategie „Informieren und Bestrafen“ bereits erprobte Praxis. „Enjoy and Respect“ – Plakate informieren Besucher in der niederländischen Metropole am Flughafen, in den Bahnen und Partyzonen, wieso es wichtig ist Rücksicht zu nehmen. „Unsere Botschaft ist, ihr könnte Party machen, aber räumt auch den Müll weg“, sagt Mathias Quast, Leiter der Aha-Stadtreinigung. Für die Limmerstraße ist der präventive Ansatz, die Besucher aufzuklären, neu. „Wir haben früher immer nur reagiert, wenn der Müll bereits lag“, sagt Quast.

Kevin Münkel und Martin Knolli posieren auf einem Aha-Putzwagen. Quelle: Mario Moers

Stadt bestraft zwei Kioske

Gegen Krach- und Müllverursacher will Ordnungsdezernent von der Ohe in diesem Sommer weiter scharf vorgehen. Nach Beschwerden über Kioske, die im vergangenen Jahr die Besucher ihrer Außenplätze nicht im Griff hatten, zog die Stadt Konsequenzen. „Zwei Betreibern sind keine Genehmigungen mehr erteilt worden“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. Sie dürfen keine Bänke vor ihren Büdchen aufstellen.

Ordnungsdienst bis 4 Uhr

Zudem wurde der städtische Ordnungsdienst, der seit dem vergangenen Jahr bis Mitternacht auch auf der Limmerstraße kontrolliert, personell verstärkt. Ein zusätzlich beauftragter privater Ordnungsdienst patrouilliert an Wochenenden und Feiertagen sogar bis 4 Uhr früh (ab 20 Uhr). Die Kontrollen bis und nach Mitternacht waren in der Vergangenheit hartnäckig von einigen Anliegern und Teilen des Bezirksrats gefordert worden. „Wir sind jetzt handlungsfähig“, sagt von der Ohe.

Von Mario Moers

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