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West Auferstanden aus Ruinen
Hannover Aus den Stadtteilen West Auferstanden aus Ruinen
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00:15 12.10.2013
Bootstaufe beim Deutschen Ruder-Club Stefan Schostok tauf ein Boot. Quelle: Moritz Küstner
Linden-Süd

Vor einem Jahr stand der Deutsche Ruderclub (DRC) an der Ihme vor dem nichts – jetzt hat der Traditionsverein einen Neubeginn geschafft: Sechs neue Boote für den Handicap-Sport der Taubblindengruppe, für den Breiten- und für den Leistungssport wurden auf dem Vereinsgelände getauft. Nach einem Feuer im November 2012, bei der das Bootshaus und 24 von 25 Breitensportbooten vernichtet wurden, kam der Ruderclub dank Unterstützung zahlreicher Institutionen, Stiftungen und Privatpersonen wieder auf die Beine. 600.000 Euro Schaden hatte das Feuer, das durch Brandstiftung entstanden war, angerichtet. Die sechs neuen Boote haben zusammen einen Wert von rund 100.000 Euro.

DfB-Schiedsrichterin, 96-Spieler und OB-Kandidaten als Taufpaten

Zu den Taufpaten, die die schnittigen Rümpfe mit Sekt übergossen, gehörte unter anderem die FIFA- und DfB-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus: „Es ist beeindruckend, wie sich der Ruderverein und die gesamte Stadt nach diesem schweren Schicksalsschlag erholt hat“, meint die Schiedsrichterin. André Hoffmann, Mittelfeldspieler von Hannover 96, taufte einen Doppelvierer mit Steuermann auf den Namen „Vierer mit Freunden II“, der speziell für die DRC-Taubblindengruppe angeschafft wurde. Der Vorstandsvorsitzende der Fritz Behrens Stiftung, Matthias Fontaine, gab einem Rennboot den Namen „Anna Behrens“, und Stiftungsvorstands-Mitglied Thomas Himstedt taufte einen Doppelvierer auf den Namen „Fritz Behrens“. Beide Stifter stiegen ungewöhnlicherweise bei der Jungfernfahrt spontan mit ins Boot und ruderten mit Vize-Weltmeister Julius Peschel und DRC-Ass Milan Dzambasevic.

Die beiden Kandidaten für die Oberbürgermeister-Wahlen in Hannover waren ebenfalls an die Ihme gekommen: Der neue OB Stefan Schostok (SPD) war Pate für den neuen Achter „Hannover“, sein damaliger Kontrahent um den Chefsessel im Neuen Rathaus, Matthias Waldraff (CDU), wurde Pate eines neuen Doppeldreiers mit dem Namen „Beeke“.

Bootshaus eröffnete bereits im Mai

Anfang Mai war bereits das frisch renovierte Bootshaus wieder eröffnet worden – mit 450 geladenen Gästen, die sich bei Livemusik mit Kaffee und Kuchen, Bratwurst und Bier vergnügten. Erst kurz zuvor waren die Arbeiten fertig geworden. Nun erstrahlt alles in neuem Glanz – und in den Vereinsfarben rot-weiß-blau. Wer vor einem Jahr das verheerende Feuer gelegt hatte, wird vielleicht nie geklärt werden: Den angeklagten Geschäftsführer der Gastronomie im Vereinsheim, Hasan O., hat das Amtsgericht im August aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Bürgermeister Bernd Strauch brachte in seiner Rede große Achtung vor dem Ruderclub und der Hilfe von Außen zum Ausdruck: „Binnen kürzester Zeit hat es der Ruderclub geschafft, seine Mitglieder zu mobilisieren. Die Institutionen, Stiftungen und Privatpersonen haben große Solidarität gezeigt. Das ist beispielhaftes Verhalten“, sagte Strauch.

Die Schulleiterin des Bildungszentrums für Taubblinde, Gudrun Lemke-Werner, freut sich über die schnelle Erholung des Ruderclubs: „Es ist hervorragend, dass in so kurzer Zeit so viele Boote gesponsert wurden. Es ist eine großartige Möglichkeit, dass unsere Schüler hier sportlich aktiv sein können“, sagt Lemke-Werner. Zehn taubblinde Erwachsene und Kinder trainieren regelmäßig montags im Ruderverein an der Ihme.

Weitere Bootstaufe am Jahrestag

Die nächste DRC-Bootstaufe soll am Montag, 25. November stattfinden – dem Jahrestag des Feuers im DRC-Bootshaus. Ende November soll der Bootspark dann wieder komplett sein.

Dem DRC halfen: Fritz Behrens Stiftung, Niedersächsische Lotto Sportstiftung, Deutsches Taubblindenwerk, Neue Presse Sportstiftung, Volksbank Hannover, Niedersächsischer Sparkassenverband, Sportfonds der Sparkasse Hannover, Sparda-Bank Hannover-Stiftung, Hannover Impuls, Anheuser-Busch-Inbev Germany Holding, Gilde-Brauerei.

Maria Sandig

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