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West Muslime wünschen sich Gräberfeld
Hannover Aus den Stadtteilen West Muslime wünschen sich Gräberfeld
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13:23 05.03.2014
Von Bärbel Hilbig
Auf dem Ricklinger Stadtfriedhof soll ein Gräberfeld für Muslime entstehen.
Auf dem Ricklinger Stadtfriedhof soll ein Gräberfeld für Muslime entstehen. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
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Ricklingen

Ein eigenes Gräberfeld für Muslime auf dem Ricklinger Stadtfriedhof wünscht sich der Integrationsbeirat Ricklingen. Das Gremium, das die Interessen von Zuwanderern vertritt, hat sich einstimmig für die Idee ausgesprochen und den Bezirksrat gebeten, die Einrichtung islamischer Begräbnisstätten auf dem Friedhof Ricklingen bei der Stadt zu beantragen.

Der Integrationsbeirat verweist darauf, dass im Stadtbezirk viele Menschen islamischen Glaubens leben, manche bereits in der dritten oder vierten Generation. „Sie wünschen sich, so wie es für andere auch üblich ist, möglichst in der Nähe ihres Wohnorts und ihrer Angehörigen beerdigt zu werden“, schreibt Muzaffer Öztürk in dem Antrag des Beirats. Bei einer Bestattung nach den islamischen Glaubensgrundsätzen seien die Ausrichtung der Gräber gen Mekka und auch die Grabsteingestaltung wichtig. Öztürk plädiert dafür, dass der Friedhof die Vielfalt der Menschen widerspiegeln soll, die auch zu ihren Lebzeiten die Stadt bevölkerten.

In Stöcken existiert ein solches Areal bereits seit mehr als 20 Jahren. Nachdem das niedersächsische Bestattungsrecht geändert wurde, können die Toten seit dem Jahr 2010 dort auch nach islamischer Tradition in einem Leinentuch statt im Sarg bestattet werden. Auf dem Stöckener Friedhof gilt für die gesamte Fläche des muslimischen Gräberfeldes eine Ausnahmegenehmigung von der Sargpflicht, so dass keine Einzelanträge notwendig sind. Die Gräber sind meist schlicht gehalten und mit einer hohen Kante umgeben, weil sie nicht betreten werden dürfen. Einzige Zierde ist der Grabstein. Kerzen, Bilder oder Figuren sind unüblich.