Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
West Mustergültige Modernisierung
Hannover Aus den Stadtteilen West Mustergültige Modernisierung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:14 05.12.2014
Wohngebäude mit Potenzial: Die typischen Oberricklinger Siedlungshäuschen wie in der Wallensteinstraße oder weiter südlich in der Torstenssonstraße sind in Sachen Energietechnik nicht immer auf dem neuesten Stand.
Hannover

Der Stadtteil wächst kaum noch, es gibt wenig Platz für Neubauten , dafür eine historisch gewachsene Siedlungsstruktur - diese Attribute haben den Ausschlag dafür gegeben, dass Oberricklingen nun zum Modellstadtteil wird. Als eines von drei Quartieren in Hannover wird der Stadtteil in ein umfassendes Programm für energetische Sanierung aufgenommen. Insgesamt 300.000 Euro sollen binnen drei Jahren in Sanierungskonzepte und in die Beratung von Hauseigentümern in Oberricklingen, Limmer und Stöcken investiert werden. Detaillierte Beschlussvorlagen sollen zwar erst Anfang 2015 in den drei beteiligten Bezirksräten sowie im Rat der Stadt verabschiedet werden. Am Beispiel Oberricklingens erläuterten der städtische Koordinator des Programms, Gereon Visse, und Klaus Habermann-Nieße vom Büro plan zwei in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Ricklingen aber bereits die Grundidee.

Das Bundesprogramm für energetische Sanierung von Quartieren wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) getragen. Die Bank fördert unter anderem Projekte zur Energieeinsparung in Wohnhäusern. Es geht um Wärmedämmung, neue Heizsysteme oder hocheffiziente Systeme zur Stromerzeugung. „Für verschiedene Haustypen werden entsprechende Strategien entwickelt“, sagte Habermann-Nieße.

Etwas mehr als 10.000 Menschen leben derzeit in Oberricklingen. Der Stadtteil wird im Nordosten von Mehrfamilienhäusern dominiert. Viele Gebiete aber sind von Einfamilienhäusern geprägt. Alte Keimzellen für die Wohnbebauung stammen aus den zwanziger und dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Gut 1600 Wohneinheiten in Einfamilien- sowie kleinen Reihenhäusern gebe es im Stadtteil, berichtete Habermann-Nieße. Diese kleinteilige Struktur ist ein Punkt, den die Stadtverwaltung besonders interessiert. Der zweite Punkt, warum gerade Oberricklingen in das Programm aufgenommen wurde, ist der Generationenwechsel. Seit Jahren ziehen verstärkt Familien in den Stadtteil und übernehmen Häuser und Grundstücke von alteingesessenen Eigentümern. Nicht alle Häuser sind, was Heiz- und Ausbaustandard angeht, auf dem neuesten Stand. Dort will die Stadt ansetzen.

„Wir werden ein Planungsbüro mit dem Sanierungsmanagement beauftragen“, kündigte Koordinator Visse an. Dieses Büro soll 2015 seine Arbeit aufnehmen. Zentrale Aufgabe wird es sein, die Eigentümer kostenlos zu beraten. Dieser Service wird aus einem Budget in Höhe von 100.000 Euro finanziert, das in jedem der drei Stadtteile zur Verfügung steht. Die Summe finanziert die KfW zu 65 Prozent, die Stadt Hannover trägt den Rest. Das Büro von Habermann-Nieße hat die Vorplanungen übernommen.

Bei den Beratungen soll es nicht darum gehen, jedes Haus sofort komplett zu modernisieren, sondern neben einer Bedarfsanalyse auch einen Zeitplan zu entwickeln. Der kann durchaus großzügig ausfallen: Bis 2050 sollen bundesweit Klimaschutzziele erreicht werden. Wozu auch die Einsparung von Kohlendioxid zählt, die bei der Versorgung von Häusern mit Wärme und Strom entsteht. „Man kann also beispielsweise mit einer neuen Heizanlage im Haus beginnen“, erklärte Habermann-Nieße. Teure Fassadensanierungen könnten häufig einige Jahre aufgeschoben werden, bis noch effizientere - und womöglich kostengünstigere - Dämmsysteme entwickelt würden. Der neue Sanierungsmanager soll Eigentümern auch konkrete Finanzvorteile verschaffen. „Das Büro wird bei der Suche nach Förderprogrammen unterstützen und bei der Antragstellung helfen“, kündigte Visse an.

Limmer und Stöcken: In Limmer liegt der Fokus des Programms auf einem Gründerzeitblock mit rund 400 Bewohnern, die in 28 Gebäuden leben. Diese stehen an der Wunstorfer Straße, Varrelmannstraße, Harenberger Straße und Tegtmeyerstraße. „Der Block ist exemplarisch für viele Gründerzeitviertel“, sagte Visse. In Stöcken geht es um große Wohnanlagen im Besitz von Immobilienunternehmen, für die neue Wege zur Wärmeversorgung gesucht werden. Die Stadt sammelt zunächst Erfahrungen in den drei Vierteln. Später sollen die Erkenntnisse stadtweit zum Einsatz kommen.

von Marcel Schwarzenberg

Er gehört zur hannoverschen Limmerstraße wie 96 zur ganzen Stadt. Hasan Kozal, 57, ist der Betreiber des „Leinau-Kiosk“. Obwohl der gebürtige Türke Tag für Tag Hunderte Kunden hat, mangelt es ihm selten an Ruhe, einem offenen Ohr – und vor allem – an einem strahlendem Lächeln.

05.12.2014

Fairkauf und Caritas betreiben den Sozialladen und Beratungsstelle „Lichtpunkt“ am neuen Standort in der Deisterstraße.

05.12.2014

Bei einem tragischen Unglück am Mittwoch in der Calenberger Neustadt ist ein 16 Monate altes Mädchen lebensgefährlich verletzt worden. Das Kind stürzte aus dem Fenster im vierten Stock eines Mehrfamilienhauses in der Goethestraße auf die Straße.

Tobias Morchner 05.12.2014