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West Neue Schulbücherei umfasst schon 3000 Bücher
Hannover Aus den Stadtteilen West Neue Schulbücherei umfasst schon 3000 Bücher
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12:10 04.10.2012
Von Rüdiger Meise
Schüler in der neuen Bücherei der Grundschule In der Steinbreite. Quelle: Meise
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Davenstedt

Wie findet man in einer Bibliothek Astrid Lindgrens Buch „Michel muss mehr Männchen machen?“ Die Drittklässler der Grundschule in der Steinbreite finden es in dieser Woche heraus. Mit viel Ehrgeiz hat die Schule eine eigene Bibliothek eingerichtet - am Montag wurde sie eröffnet. Rund 3000 Bücher umfasst der Start-Fundus, und der soll schnell wachsen, wenn es nach Schulleiter Rolf Schulz geht.

Mit einer Lesewoche lernen die rund 290 Kinder ihre neue Bibliothek kennen. Kinderbuchautoren, die zurzeit für eine bundesweite Tagung in Hannover zu Gast sind, lesen aus ihren Werken, und klassenweise erschließen sich die Schüler mit einer Art Schnitzeljagd die Bücherei: Welches Buch steht wo im Regal? Wie funktioniert die Registratur? Wie sind Ausleihe und Rückgabe geregelt? Florian hat „Michel muss mehr Männchen machen als erster entdeckt“ - und bekommt Lob von Bibliothekarin Nicola Hilpert.

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Als sogenannte Bürgerarbeiterin hat Hilpert die Bücherei maßgeblich organisiert. Sie ist vom Förderverein der Schule im Rahmen eines Projektes des Bundesarbeitsministeriums speziell für dieses Projekt angestellt worden - zunächst für drei Jahre. Bereits bei der Eröffnung der Schule im Jahr 2009 hatte Schulleiter Rolf Schulz für die geplante Bibliothek geworben. 4000 Euro zahlte der Förderverein, 1000 Euro legte das Bauunternehmen August Prien dazu, das das Gebäude im Zuge einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) für die Stadt Hannover errichtet hatte.

„Eine eigene Bücherei zu haben ist für uns so wichtig, weil manche Eltern zu Hause gar keine Bücher besitzen“, sagt Schulleiter Schulz. „Und gerade diese Eltern gehen oft mit ihren Kindern auch nicht in Büchereien.“ So will die Grundschule die Aufgabe übernehmen, die Kinder an Bücher heranzuführen. Dafür hat sie sich einiges einfallen lassen - zum Beispiel das „Leseland“: Einmal im Monat ertönt eine spezielle „Leseland“-Musik über Lautsprecher in der gesamten Schule. Das ist das Signal für die Kinder, dass nun eine Lesestunde beginnt - sie nehmen sich Bücher aus einer Bücherkiste, die in jedem Klassenraum steht, und lesen still, bis die „Leseland“-Musik erneut erklingt und die Stunde beendet. Regelmäßig lesen Viertklässler Kindergartenkindern vor und die Schule organisiert Projekte gemeinsam mit der Stadtteilbibliothek im Schulzentrum Badenstedt. Mit der gibt es eine intensive Zusammenarbeit - aber eine eigene Bibliothek, findet Schulz, ist durch nichts zu ersetzen.

Rüdiger Meise 04.10.2012
Rüdiger Meise 04.10.2012
Tobias Morchner 06.10.2012
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