Oberricklingen: Eltern der Wilhelm-Busch-Schule reicht Sanierungsplan der Stadt nicht
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West Eltern der Wilhelm-Busch-Schule reicht Sanierungsplan der Stadt nicht
Hannover Aus den Stadtteilen West Eltern der Wilhelm-Busch-Schule reicht Sanierungsplan der Stadt nicht
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00:17 23.04.2019
Deutschland, Hannover 05.04.2019 Wilhelm-Busch-Schule, Munzeler Str. 26, 30459 Hannover Foto:Villegas Quelle: Villegas
Oberricklingen

Wassereinbrüche, Schimmelbildung, gesperrte Räume – die Stadtverwaltung will von diesem Jahr an die Wilhelm-Busch-Grundschule in mehreren Etappen modernisieren. Los geht es in den kommenden Sommerferien mit dem Fachunterrichtstrakt. Die Stadt investiert 510 000 Euro. Der Bezirksrat Ricklingen stimmte jetzt einmütig für den Sanierungsstart. Vor allem aus Sicht der Elternschaft sind aber noch immer etliche Fragen offen.

„Wir beobachten wohlwollend, was jetzt geplant ist“, sagte Rüdiger Henschel vom Schulelternrat in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Er kritisierte aber, dass in den vergangenen Jahren immer wieder Klassenräume nicht nutzbar gewesen seien. „2017 gab es einen massiven Wassereinbruch nach heftigen Regenfällen.“ Mindestens ein Klassenraum sei danach zwar hergerichtet worden, aber nur provisorisch. Auch die Sanitäranlagen im alten Trakt sind marode. „Die Kinder gehen lieber auf die neuen Toiletten in der Mensa“, erklärte der Vater. Vor drei Jahren hatte die Stadt für rund 3 Millionen Euro einen Anbau mit Speisesaal und Gruppenräumen für den Ganztagsbetrieb errichten lassen.

Langer Stillstand

Mehr passierte nicht. Nachdem auch die Sporthalle und andere Räume im denkmalgeschützten Schulgebäude von 1957 zwischenzeitlich wegen Wasserschäden und Schimmelgefahr geschlossen waren, warteten Eltern, Lehrer und Kinder lange auf ein Sanierungsprogramm.

„Wir wollen den ersten Trakt nun so schnell wie möglich sanieren“, kündigte Jörg Gronemann vom städtischen Gebäudemanagement an. Voraussichtlich bis zum Jahresende dauert die erste Bauphase. Dach, Zimmer und Technik mehrerer Fachunterrichtsräume werden modernisiert. Die CDU wollte wissen, ob der Fachunterricht gesichert sei. „Das ist nicht zu 100 Prozent haltbar“, sagte Gronemann. In Abstimmung mit der Schule sollten vorübergehend Ausweichmöglichkeiten in Klassenzimmern gefunden werden. Allerdings ist die vier- bis fünfzügige Schule seit Jahren überbelegt; mehrere Klassen werden in Containern unterrichtet. Mit zusätzlichen Klassenräumen kann die Schule im Zuge der Modernisierung nicht rechnen. Allerdings blieben die Container so lange, wie dafür Bedarf besteht, betonte Gronemann.

Weitere Bauphasen nötig

Spätere Bauphasen bereitet die Stadt noch vor. Insgesamt dürfte mehr als eine Million Euro nötig sein, um auch weitere Gebäudeteile fit für die Zukunft zu machen – so die momentane Schätzung des Gebäudemanagements. Dazu gehören Arbeiten an Oberlichtern, an den alten WC-Anlagen, der Umbau einer ehemaligen Hausmeisterwohnung und eines naturwissenschaftlichen Trakts. Wann genau alles in Angriff genommen werden soll, ist noch unklar. Die Verwaltung rechnet mit mehreren Jahren. Auch der Status des Gebäudes als denkmalgeschützter Bau – der von Hannovers berühmtem Architekten Dieter Oesterlen entworfen wurde – verlängert die Planungszeiträume. Das frustriert viele Eltern trotz der anstehenden ersten Umbauphase. „Uns fehlt es an trockenen Lagerräumen“, nannte Elternvertreter Henschel ein Beispiel. Wertvolle Musikinstrumente könnten nicht sachgerecht aufbewahrt werden. Der marode Zustand einiger Gebäudeteile bringt demnach auf unbestimmte Zeit weitere Folgen mit sich.

Kommentar: Frustrierende Wartezeiten

Das Beispiel der Wilhelm-Busch-Schule zeigt es überdeutlich: Wenn die Stadt sich nach langer Zeit dazu entschließt, an einer in die Jahre gekommenen Schule ein Sanierungsprogramm zu starten, sind damit noch längst nicht alle Probleme behoben. Dass es nun im Fachunterrichtstrakt losgeht, ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht: In anderen maroden Gebäudeteilen werden Schüler, Eltern und Lehrer sich auf unbestimmte Zeit weiter mit unzureichenden Zuständen arrangieren müssen. Auch die Feuchtigkeit in den alten Mauern bleibt ein Ärgernis. Erschwerend kommt hinzu, dass der Denkmalschutz die Planung komplizierter macht. Letztlich aber liegt es wie so oft am fehlenden Geld. Die Stadt hat nicht genug im Budget, um die an den hannoverschen Schulen tatsächlich notwendigen Arbeiten zeitnah zu erledigen. So bleibt es auch in der Wilhelm-Busch-Schule bei einem über Jahre gestreckten Sanierungsprojekt mit langen Wartezeiten. Darüber sind die Eltern zu Recht frustriert.

Von Marcel Schwarzenberger

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