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West Oberricklingen bietet städtisches Leben zu dörflichen Preisen
Hannover Aus den Stadtteilen West Oberricklingen bietet städtisches Leben zu dörflichen Preisen
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15:35 08.12.2011
Von Felix Klabe
Immer mehr Familien ziehen nach Oberricklingen: Der Bolzplatz am Nenndorfer Platz ist häufig gut besucht. Quelle: Herzog
Oberricklingen

Familie Buttler mochte ihre Wohnung und auch die Nachbarn in der Tonstraße in Linden-Süd. Doch die junge Familie brauchte mehr Platz. „Wir hatten schon lange nach einem Reihenhaus gesucht“, erinnert sich Heiko Buttler. Der 44-jährige Masseur und seine 47 Jahre alte Frau Natascha, die als Chirurgin arbeitet, wollten sich vergrößern. In Oberricklingen wurden sie fündig.

Wer in Oberricklingen wohnt, ist schnell in der Innenstadt, aber auch schnell im Grünen. Gerade für Familien mit Kindern ist der Stadtteil eine gute Alternative zum Leben im Großstadttrubel, sagt Heiko Buttler. Die Anbindung sei mit drei Stadtbahnlinien optimal. Auch Sohn Mathis ist mit den öffentlichen Verkehrmitteln schnell an der Wilhelm-Raabe-Schule in der Südstadt. Was bei der Wahl des neuen Zuhauses mitentscheidend war, war der Preis für die Immobilie.

„Der Wert der Häuser in Oberricklingen liegt weit unter dem ähnlicher Objekte in Waldheim oder Waldhausen“, sagt Immobilienspezialist Marko Knust von der Sparkasse Hannover. Noch gäbe es in Oberricklingen Grundstücke mit Flächen zwischen 600 und 800 Quadratmetern – einige sogar mit 1000 Quadratmetern. Junge Familien könnten sich dort mit eigenen Mitteln ein Haus mit Grundstück leisten, es gegebenenfalls aus- oder anbauen. „Das ist zu solchen Preisen sonst nur auf dem Land möglich“, fügt Knust hinzu. Doch die Objekte seien sehr begehrt und der Wert steige langsam. Ein Geheimtipp ist Oberricklingen längst nicht mehr. 85 Prozent aller von Knust betreuten Grundstücksverkäufe in Oberricklingen erfolgen, weil die Bewohner altersbedingt verkaufen müssten – eine Chance für junge Familien, die entweder zuziehen oder zurückkehren.

In der Wilhelm-Busch-Grundschule im Osten der Häusersiedlung zwischen Hamelner Chaussee und Pyrmonter Straße gibt es erstmals seit Jahrzehnten einen vierzügigen ersten Jahrgang. Im Sommer begannen 88 Schulanfänger, „eine erstaunlich hohe Zahl im Vergleich mit den vergangenen Jahren“, sagt Michael Strümpel. Dieser Trend werde sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen, sagt Doris Kusch von der Schulplanung der Stadt. Für das kommende Jahr stehen bereits 90 Kinder auf der Liste, die im Sommer sechs Jahre alt – und damit schulpflichtig werden. Für 2013 sind es bislang 82 sogenannte „Pflichtkinder“. Kommen noch drei „Kannkinder“ dazu, wird auch dieser Jahrgang vierzügig.

Auch in der Gemeinde der St.-Thomas-Kirche spürt man einen Generationswechsel. „Die jungen Familien, die sich hier niederlassen, sind eine wichtige Gruppe in der Gemeinde“, sagt Pastorin Kathrin Bernhardt. Eltern haben dort die Möglichkeit zum Austausch. „Wir feiern einmal im Monat die Familienkirche, anderen Gemeinde sind froh, wenn sie zweimal im Jahr zu einem solchen Gottesdienst einladen können“, sagt Bernhardt. Auch die Zahl der Taufen hat im vergangenen Jahr zugenommen, sagt die Pastorin. Und die Warteliste für einen Betreuungsplatz in der Kindertagesstätte der Gemeinde ist lang. „Der Stadtteil ist kein Neubau, er ist in den vergangenen 50 Jahren gewachsen“, sagt Bernhardt. Teile der Bebauung im Stadtteil seien noch aus den fünfziger Jahren. Die Bewohner seien nicht konservativ und traditionell eingestellt, sondern sie seien offen für Neues, sagt die Pastorin.

Gerade das schätzt auch Bezirksbürgermeister Andreas Markurth am Stadtteil. „Oberricklingen ist ein gewachsener Stadtteil mit einer guten Infrastruktur“, sagt der SPD-Politiker. Als seine Familie und er vor zehn Jahren in den Stadtteil gezogen ist, liefen auf der Straße kaum Kinder herum. Mittlerweile sind Spielplätze und gerade der Bolzplatz am Nenndorfer Platz zu manchen Zeiten brechend voll. Der Zuzug junger Familien mit Kindern wirkt sich auch auf positiv auf die hiesigen Vereine und Verbände aus, sagt der Politiker. Deren Verantwortliche seien durchaus zufrieden mit der Mitgliederentwicklung, erklärt Markurth. „Je lebendiger ein Stadtteil wird, desto besser“, sagt er. Denn wenn ein Stadtteil alt ist, ist niemand auf der Straße. „Die Verjüngung ist ein positiver Trend.“

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