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West Politiker fordern mehr Geld für Bäder
Hannover Aus den Stadtteilen West Politiker fordern mehr Geld für Bäder
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13:24 27.12.2012
Vor wenigen Tagen trafen sich Badegäste im Fössebad zum Kerzenschwimmen. Ob es im kommenden Jahr erneut stattfinden kann, ist noch unklar. Quelle: von Ditfurth
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Limmer

Von den Ergebnissen der Erhebung wird auch abhängen, wo es womöglich zusätzliche städtische Investitionen gibt. Auch die Betreiber des Fössebads in Limmer – einer Kombination aus Hallen- und Freibad – hoffen darauf. Um auf Jahre hinaus solide Einnahmen zu erwirtschaften, wollen sie das Bad in einen Sport- und Gesundheitspark umbauen. Damit wollen die Betreiber möglichst im nächsten Jahr beginnen.

„Wir brauchen dringend eine Investition“, betonte Michaela Röhrbein vom Universitätssportclub (USC) Hannover in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Linden-Limmer. Gemeinsam mit dem Verein Wassersportfreunde von 1898 Hannover ist der USC an der Fössebad-Betriebsgesellschaft beteiligt. Das alte Außenbecken wurde wegen technischer Mängel stillgelegt, in der vergangenen Badesaison fiel damit eine Einnahmequelle aus. Eine provisorische Ertüchtigung wollte die Stadt mit Verweis auf das noch ausstehende Bäderkonzept nicht finanzieren – auch 2013 bleibt das Becken deshalb trocken.

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Die Badbetreiber haben nun eigene Pläne vorgelegt, mit deren Verwirklichung die Zukunft des Bades völlig neu gestaltet werden soll. Drei Phasen sind vorgesehen: Phase eins umfasst ein neues Außenbecken und die Umgestaltung des Eingangsbereichs. Das alte Becken soll verfüllt und mit einer Oberfläche aus Sand für verschiedene Sportarten versehen werden. In Phase zwei wird der große Umkleidebereich verkleinert, um Platz für einen 350 Quadratmeter großen Fitnessbereich zu schaffen. „Das wird ein betreutes Studio; das Know-how kommt aus unserem Hochschulsport“, sagte Röhrbein. Die dritte Phase sieht einen Ausbau der Saunaangebote vor.

Alle drei Bauabschnitte schlagen mit insgesamt 1,9 Millionen Euro zu Buche. Zum Vergleich: Die Stadt hatte allein für die Sanierung des alten Freibeckens mit rund 1,5 Millionen Euro kalkuliert. „Als privater Träger können wir flexibler planen und kostengünstiger bauen“, sagte Röhrbein. Langfristig haben die Vereine für das Fössebad noch weitere Pläne, unter anderem den Bau einer zweiten Schwimmhalle und eine Kletterhalle. All dies soll weitere Einnahmequellen erschließen.

Doch zunächst geht es den Betreibern um die ersten drei Bauabschnitte. „Mit ihnen wäre ein wirtschaftlicher Betrieb auf Jahre hinaus gesichert“, sagte Röhrbein. Der Bezirksrat zeigte sich vom Konzept überzeugt. „Ich halte das für sehr realistisch“, sagte SPD-Fraktionschef Eike Geffers. Sein Kollege Dirk Machentanz (Die Linke) kritisierte, dass die Stadt ihre Analyse nicht rechtzeitig zu den Haushaltsplanberatungen für 2013 vorgelegt habe. „Es muss jetzt schnell geplant werden“, sagte er. Alle Fraktionen stimmten zwei Änderungsanträgen von SPD und Grünen für den städtischen Haushalt zu: Die sehen nicht nur 300 000 Euro an Planungskosten für die hannoverschen Bäder vor, von denen auch das Fössebad profitieren soll. Die Stadt soll auch sicherstellen, dass von 2014 bis 2016 jeweils zwei Millionen Euro zusätzlich für Investitionen in Badanlagen zur Verfügung stehen. Nicht nur, aber auch für das Fössebad.

Ohne Zuschüsse läuft nichts

Neben dem Fössebad hat die Stadt noch zwei weitere „Sorgen-Bäder“: Das im Jahr 2007 privatisierte Misburger Bad leidet unter Besuchermangel. Das wirtschaftlich angeschlagene Bad wird von einer holländischen Firma betrieben. Wegen massiven Besucherrückgangs erhöhte die Stadt jüngst ihren jährlichen Zuschuss von 100 000 auf 440 000 Euro. Unklar ist auch noch die Zukunft des erst vor wenigen Jahren mit Millionenaufwand umgebauten Hainhölzer Bades. Die Privatisierung des Naturbads scheiterte, die Stadt sucht nach neuen Konzepten. Aber auch die anderen Bäder in städtischer oder privater Hand sind auf Zuschüsse aus der Stadtkasse angewiesen: Nord-Ost-Bad, Vahrenwalder Bad, Stadionbad, RSV-Bad Leinhausen, Lister Bad, Annabad Kleefeld, Limmer Bad und Aegir Bad Ricklingen.

 Marcel Schwarzenberger

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