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West Protest mit Weihnachtsliedern gegen das Heersmusikkorps
Hannover Aus den Stadtteilen West Protest mit Weihnachtsliedern gegen das Heersmusikkorps
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08:52 02.12.2010
Von Tobias Morchner
Rund 80 Mitglieder des hannoverschen Friedensbüros und des Friedensdienstes der evangelischen Landeskirche demonstrieren gegen das Heeresmusikkorps der Bundeswehr.
Rund 80 Mitglieder des hannoverschen Friedensbüros und des Friedensdienstes der evangelischen Landeskirche demonstrieren gegen das Heeresmusikkorps der Bundeswehr. Quelle: Michael Thomas
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Protest gegen das Heeresmusikkorps der Bundeswehr: Rund 80 Mitglieder des hannoverschen Friedensbüros und des Friedensdienstes der evangelischen Landeskirche hatten sich gegen 19 Uhr auf dem Platz vor der Kirche versammelt, um von dort in die Innenstadt zu gehen. Dort sangen sie klassische und weihnachtliche Lieder, um auf ihren Protest aufmerksam zu machen.

Das Heeresmusikkorps der 1. Panzerdivision lädt traditionell im Advent zu einem Benefizkonzert in die Hof- und Stadtkirche. In diesem Jahr hatte die Bundeswehr den Auftritt aus organisatorischen Gründen abgesagt, weil sich die Division derzeit auf ihre Auslandseinsätze im kommenden Jahr vorbereitet. Die Demonstranten hatten an dieser Begründung allerdings ihre Zweifel: „Wir demonstrieren trotzdem heute hier, weil das Musikkorps in diesem Jahr zwar nicht in Hannover, wohl aber am 8. Dezember in Braunschweig und eine Woche später in Nienburg auftritt – so schwer kann das mit den organisatorischen Gründen dann ja nicht ins Gewicht fallen“, erklärte Brunhild Müller-Reiß vom Friedensbüro. Die Bundeswehr klärte diesen scheinbaren Widerspruch mit dem Hinweis auf, die beiden Konzerte, im Gegensatz zu dem traditionellen Adventskonzert in Hannover, nicht selber organisieren zu müssen.

Das Friedenskonzert sollte außerdem dazu dienen, den Dialog über das Bundeswehrkonzert innerhalb der Kirchengemeinde der Neustädter Hof- und Stadtkirche anzuregen. „Die Gemeinde hat sich bislang nicht gegen den Auftritt der Bundeswehr in ihrem Gotteshaus ausgesprochen“, sagte Müller-Reiß. Die 1. Panzerdivision hatte deshalb bereits angekündigt, es sei durchaus denkbar, dass das Heeresmusikkorps im nächsten Jahr wieder zum Adventskonzert in die Kirche bittet.

Im vergangenen Jahr, als das Bundeswehrkonzert stattfand, fiel der Protest nicht ganz so besinnlich aus. Mit Trommeln, Topfdeckeln und Tröten versuchten die Demonstranten, die Musik in der Kirche zu übertönen. Zehn Polizeibeamte hatten nach dem Einsatz vor der Kirche über zum Teil starke Beeinträchtigungen ihres Hörvermögens geklagt.

Die Polizei reagierte auf den Vorfall und erließ für die angekündigten Proteste gegen das Sommerbiwak der Bundeswehr im August strikte Lärmschutzmaßnahmen; als Begründung wurde ausdrücklich die nötige Rücksichtnahme für die Beamten angeführt.