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West Festleiterin Annelore Stache ist verstorben
Hannover Aus den Stadtteilen West Festleiterin Annelore Stache ist verstorben
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00:16 24.04.2019
Immer fröhlich und gut gelaunt: So kannten viele Ricklinger ihre Festleiterin Anne Stache.
Immer fröhlich und gut gelaunt: So kannten viele Ricklinger ihre Festleiterin Anne Stache. Quelle: Foto:
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Ricklingen

Für viele Ricklinger war sie einfach die „Anne“. Für Vereinsvorstände, Politiker und Verwaltungsvertreter ebenso wie für viele Bürgerinnen und Bürger. Annelore Stache war die „Grand Dame“ der so vitalen Ricklinger Vereinslandschaft. Nun wird sie den Menschen im Stadtteil und darüber hinaus fehlen: Nach schwerer Krankheit ist sie am 7. April verstorben.

Um ihren Zustand haben viele gewusst, die ihr nahestanden. In der CDU, der sie ihr politisches Leben widmete. Aber auch in der Arbeitsgemeinschaft Ricklinger Vereine (ARV), mit der sie einen ganzen Stadtteil prägte. Nur langsam zog sich Anne Stache nach ihrer Erkrankung aus dem öffentlichen Leben zurück, sie wollte kein Bedauern und schon gar kein Mitleid. „Aber Ratschläge geben, Hilfe anbieten und selbst trösten – das war immer Annes Part“, sagt Angelika Walther vom ARV-Vorstand. Annelore Stache wurde 68 Jahre alt. Davon verbrachte sie 50 Jahre im so innig von ihr geliebten Ricklingen.

Immer für andere da

„Sie war immer für die Bürger da“, lobte der CDU-Fraktionsvorsitzende Erdem Winnicki im Spätsommer vergangenen Jahres. Da war Annelore Stache gerade aus dem Bezirksrat Ricklingen ausgeschieden. „Aus privaten Gründen“, wie sie kurz und bündig erklärt hatte. Immerhin war sie schon seit 2006 in dem Gremium aktiv.

Aber vom ARV, dem sie seit Jahrzehnten angehörte und dem sie bereits seit zehn Jahren vorstand, wollte sie nicht lassen. Erst im Mai 2018 war sie als Vorsitzende bestätigt worden. Annelore Stache plante beliebte Veranstaltungen wie das Ricklinger Deichfest – das tat sie für die veranstaltende CDU bereits seit dem Jahr 2000 – oder den Tag der Ricklinger. Sie arbeitete eng mit anderen Stadtteilakteuren wie Hartmut Herbst vom Stadtteilzentrum zusammen und engagierte sich in Netzwerken wie dem Kooperationsverbund für den Schünemannplatz oder den Helferkreis für die Flüchtlingsunterkunft Munzeler Straße.

Als Oberamtsrätin im niedersächsischen Sozialministerium war sie unter anderem für die Entschädigung von Gewaltopfern zuständig. „In Ricklingen etwas ehrenamtlich zu tun ist für mich ein gesunder Ausgleich“, hat Annelore Stache einmal gesagt. Sie machte die großen Stadtteilfeste auch über Ricklingens Grenzen hinaus bekannt und holte angesagte Künstler an die Beeke. 2016 war ein großes Jahr für sie: Sie landete mit ihrer Idee, einen Tag lang Ricklinger Vereine mit dem Ausflugsprogramm „Vielfalt in der Nähe“ zu präsentieren, einen Riesenerfolg.

Für ihr Engagement wurde sie mit dem Ehrentitel der Ricklinger Deichgräfin bedacht. Eine ihrer letzten großen Veranstaltungen war das Bürgerfest zur Fertigstellung des neuen Ricklinger Deichs vor fast einem Jahr. Der Bezirksrat lud alle Anwohner ein; dem Festkomitee gehörte die Deichgräfin natürlich an.

Drei goldene Regeln

„Wir verlieren eine versierte und engagierte Kommunalpolitikerin und die Stimme der Ricklinger Vereine“, sagt Michaela Michalowitz vom CDU-Ortsverband Ricklingen-Wettbergen-Mühlenberg. Im Stadtteil werden viele Bonmots und Ratschläge von Annelore Stache in Erinnerung bleiben. Und für alle, die Feste für ein großes Publikum organisieren, hatte sie stets drei goldene Regeln parat: „Erstens: Wenn etwas schiefgeht, sollen es die Gäste nicht merken. Zweitens: Ruhe bewahren, auch wenn es schwerfällt. Drittens: Mut zur Auswahl; man kann es nicht jedem recht machen.“

Von Marcel Schwarzenberger