Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
West Rotes Licht für „Grünen Pfeil“
Hannover Aus den Stadtteilen West Rotes Licht für „Grünen Pfeil“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:34 29.03.2012
Von Bärbel Hilbig
Foto: An der Beekestraße verwirrt nun kein „Grüner Pfeil“ mehr die Autofahrer. Glaubt man Anwohnern, schaffen die das auch allein.
An der Beekestraße verwirrt nun kein „Grüner Pfeil“ mehr die Autofahrer. Glaubt man Anwohnern, schaffen die das auch allein. Quelle: Meise
Anzeige
Ricklingen

Die Stadt hat einen Beschluss der rot-grünen Mehrheit im Bezirksrat Ricklingen umgesetzt: Der Rechtsabbiegepfeil an der Beekestraße ist entfernt worden. Wie an einigen anderen Stellen in der Stadt hatte das Verkehrsschild „Grüner Pfeil“ an der Ampelanlage Autofahrern signalisiert, dass sie auch bei Rot rechts abbiegen dürfen – wenn kein Fußgänger in Sicht ist. In Ricklingen führte der Pfeil allerdings zu mehr Verwirrung als Ordnung im Verkehr.

Manche Fahrer, die bei Rot aus der Beekestraße in den Ricklinger Stadtweg einbiegen, scheinen die Fußgänger nicht zu beachten, die bei Grün die Beekestraße überqueren wollen. „Es ist bereits häufiger zu gefährlichen Situationen besonders für Kinder gekommen“, sagte Grünen-Fraktionsvorsitzende Kim Fitz. Die beiden Mehrheitsfraktionen stimmten für den eigenen Antrag - alle anderen hatten Einwände.

„Wir haben das Anbringen des Pfeils damals mit sehr großer Mehrheit gutgeheißen. Die Regelung ist für Anlieger wichtig, und auch für die Umwelt gut“, protestierte Albert Koch (fraktionslos). Auch die Polizei sehe an der Stelle keine Problemlage. Sven Steuer (Linke) pflichtete Koch bei. „Jeder Autofahrer sollte wissen, was der grüne Pfeil bedeutet: Er muss erst mal halten.“ Auch CDU-Fraktionschef Christian Weske wies darauf hin, dass die Verwaltung an der Kreuzung keine Auffälligkeiten beobachtet hätte.

Kerstin Farnbacher (Grüne) widersprach. „Nach den Berichten, die uns vorliegen, sind Kinder verunsichert und gefährdet.“ Viele Kinder nutzten die Strecke, um zum Freizeitheim und zur Stadtbibliothek zu gelangen. „Es muss nicht erst zu einem Unfall kommen, bevor man einschreitet.“ Albert Koch sprach von einem Schildbürgerstreich.

Im Januar hatte allerdings die CDU-Fraktion als erste das Thema aufgeworfen und von Gefahren besonders für Kinder gesprochen. Die Verwaltung wollte damals neben dem „Grünen Pfeil“ eine Informationstafel zum richtigen Verkehrsverhalten anbringen. Das trug ihr damals den Spott der versammelten Bezirksratspolitiker ein.

Nun ist der „Grüne Pfeil“ weg - und prompt gibt es weitere Beschwerden: „Die Unfallgefahr ist noch größer geworden“, schreibt Ernst-August Kreth-Schulz dem Stadt-Anzeiger: Nun würden Autofahrer bei Rot rechts abbiegen, weil sie ohne hinzuschauen davon ausgehen, dass der Pfeil dort noch gilt. „Das geht natürlich nicht“, sagt Stadt-Sprecher Dennis Dix, „ohne ‚Grünen Peil‘ muss man nun bei Rot an der Ampel warten.“

l Fußwegabsenkungen: Einstimmig fordert der Bezirksrat auf Antrag von SPD und Grünen an der Westseite der Straße Am Papehof in Höhe der Mündung auf den Parkplatz des Studentenwohnheims den Bürgersteig abzusenken, damit die Altpapiercontainer besser erreicht werden können. Auch an der Wohnanlage „Vor dem Edelhofe“ beim Hahnensteg soll der Bordstein möglichst abgesenkt werden. Da das Gelände nicht der Stadt gehört, soll die Verwaltung mit dem Eigentümer sprechen.

Rüdiger Meise 28.03.2012
25.03.2012