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West Schatzsuche im Schutzgebiet
Hannover Aus den Stadtteilen West Schatzsuche im Schutzgebiet
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11:50 26.07.2012
Von Bärbel Hilbig
Eine Gruppe von Geocachern sucht mit GPS-Geräten in Ricklingen nach versteckten Schätzen.
Eine Gruppe von Geocachern sucht mit GPS-Geräten in Ricklingen nach versteckten Schätzen. Quelle: Frank Wilde
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Ricklingen

Als Freizeitbeschäftigung ist das Geocaching als moderne Form der „Schatzsuche“ bei Kindern und Erwachsenen beliebt. Dabei werden kleine Gegenstände im Freien versteckt und ihre Position im Internet veröffentlicht. Der Suchende macht sich mit einem Global Positioning System(GPS)-Empfänger auf den Weg. Findet er den „Schatz“, kann er ihn gegen einen anderen austauschen.

Seit einiger Zeit finden auch im Wettberger Landschaftsschutzgebiet und im Landschaftsschutzgebiet „Obere Leine“ Geocachings statt. „Oft genug laufen Menschen mit Mobiltelefon im Naturschutzgebiet abseits der offiziellen Gehwege GPS-Informationen hinterher“, kritisierte CDU-Bezirksratsherr Frank Kumm in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Ricklingen. Naturliebende Bürger, die sich an die Vorschriften des Landschaftsschutzes halten, fühlten sich dadurch beunruhigt. Die CDU wollte deshalb von der Verwaltung wissen, ob die Stadt die Belastung für die Umwelt verringern könnte, zum Beispiel indem der GPS-Sport anders organisiert wird.

Christel Cordes von der Stadtverwaltung berichtete, dass auf den Geocaching-Internetseiten eindringlich um eine naturverträgliche Ausübung des Hobbys gebeten wird. Ohne Besuch der Seiten www.opencaching.de und www.geocaching.com könne der Schnitzeljäger seine Suche gar nicht starten. „Wir gehen davon aus, dass die Mehrzahl sich umsichtig verhält.“ Aber es gebe immer Menschen, die sich nicht an Regeln hielten und in diesem Fall ihre „Schätze“ bewusst oder unbewusst in ungeeigneten oder geschützten Bereichen versteckten. Wie ein Vereinssport lasse Geocaching sich allerdings nicht organisieren. „Grundsätzlich begrüßt die Stadt auch private Initiativen, die Menschen für Aktivitäten in der freien Natur motivieren.“

Cordes erläuterte, dass ein Stadtmitarbeiter über die entsprechende Internetplattform Kontakt mit dem Eigentümer eines „Schatzes“ aufnimmt, wenn die Stadt davon erfährt, dass jemand sein Versteck an einem nicht naturverträglichen Ort eingerichtet hat. Er wird dann um Verlegung gebeten. Außerdem werden alle Nutzer der Internetseite auf die Situation hingewiesen.

„Die echten Namen der Eigentümer des versteckten Gegenstands sind allerdings in der Regel nicht bekannt“, erklärte Cordes. Wenn derjenige, der das Lager angelegt hat, nicht reagiert, entfernt die Verwaltung selbst den „Schatz“ und weist darauf im Internet hin. Die Region Hannover überwacht als Untere Naturschutzbehörde die Einhaltung der Landschaftsschutz- und Naturschutzverordnungen. In Sachen Geocaching gebe es eine gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Region, betonte Cordes.

Eine ständige Kontrolle aller eventuell in Landschaftsschutzgebieten angelegten Verstecke sei jedoch nicht zu leisten, sagte Bezirksratsbetreuerin Cordes. „Ich glaube, das leuchtet ein. Wir sind aber an dem Thema dran.“

Rüdiger Meise 26.07.2012
Rüdiger Meise 26.07.2012