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West Schlechte Chancen für Kanalausbau
Hannover Aus den Stadtteilen West Schlechte Chancen für Kanalausbau
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08:21 06.10.2011
Von Bernd Haase
Soll umgebaut werden: Der Stichkanal Linden samt Schleuse Limmer. Quelle: Martin Steiner
Hannover

Um den geplanten und von der Stadt geforderten Ausbau des Stichkanals Linden samt Schleuse Limmer steht es nicht zum Besten. Das jedenfalls lässt sich Äußerungen des FDP-Bundestagsabgeordneten Patrick Döring bei einer Podiumsdiskussion in den ver.di-Höfen an der Goseriede entnehmen. Der Hannoveraner, der in Berlin Mitglied des Verkehrsausschusses ist, musste in der Runde, bei der trotz Einladung kein CDU-Abgeordneter zugegen war, als eine Art Watschenmann herhalten: Wirtschaftsvertreter und Landespolitiker kritisierten sowohl die Investitionsplanungen für den Wasserstraßenbau als auch geplante Reformen bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes.

Seit Jahresbeginn ist bekannt, dass das Verkehrsministerium bei den Investitionen auf die Bremse treten will. Gelten die seinerzeit empfohlenen Kriterien, Investitionen für Kanäle von den auf ihnen transportierten Frachtmengen abhängig zu machen, fielen sowohl der Stichkanal zum Lindener Hafen als auch der von Sehnde-Bolzum – dort wird gerade für 60 Millionen Euro eine neue Schleuse gebaut – zum Hildesheimer Hafen durchs Raster. Angesichts des bereits vollzogenen Ausbaus des Mittellandkanals sagte der Grünen-Landtagsabgeordnete Enno Hagenah, das sei so, „als ob man eine Autobahn baut, aber keine Abfahrten.“

Würde der Stichkanal Linden ausgebaut, kostete dies 200 Millionen Euro für die Schleuse, neue Brücken und Straßenverlegungen. Dann könnten auch größere Binnenschiffe der nächsten Generation den Lindener Hafen anlaufen, was für die Stadt von wirtschaftlicher Bedeutung ist. „Bereits jetzt erhalten wir Anfragen von Firmen, die Wert darauf legen, dass die großen 85-Meter-Schiffe kommen können. Das können wir leider nicht garantieren“, sagte Jörg Ohm, Betriebsleiter der städtischen Häfen. Wolfgang Duffner, Geschäftsführer der hannoverschen Binnenschiffreederei Niedersächsische Verfrachtungsgesellschaft, warnte davor, dass Frachtkapazität vom Schiff auf den Lastwagen verlagert werde, wenn die Wasserstraßen vernachlässigt würden. „Dann wird auch keiner mehr in die Flotte investieren. Das Binnenschiff verschwindet“, orakelte Duffner.

„Wir machen keine ideologische Politik zulasten oder zugunsten von irgendetwas“, sagte Döring. Angesichts knapper Finanzen müsse man aber Prioritäten setzen. „Es ist nun einmal so, dass 75 Prozent der Frachtmengen auf den Bundeswasserstraßen im Bereich Rhein-Main transportiert werden.“ Hagenah wiederum meint, es sei sehr wohl Geld da, werde aber für den falschen Verkehrsträger ausgegeben: „Man bevorzugt die Straße.“

Geplante Reformen bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung bezeichneten Diskussionsteilnehmer als Privatisierungsprogramm, das Arbeitsplätze kosten werde.

Eine Entscheidung zumindest zum Kanalbau bahnt sich nach Informationen der HAZ an. Möglicher Kompromiss: Der Ausbau der Strecke zum Lindener Hafen wird zu den Akten gelegt, aber der Bund garantiert den Unterhalt und damit den derzeitigen Betriebsstandard für mehrere Jahrzehnte.

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