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West So soll das neue Klinikum Siloah aussehen
Hannover Aus den Stadtteilen West So soll das neue Klinikum Siloah aussehen
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12:31 13.09.2010
Von Veronika Thomas
Quelle: Nico Herzog

Die Anwohner rund um die Großbaustelle des neuen Klinikums Siloah, aber auch Patienten und Beschäftigte brauchen zurzeit verdammt gute Nerven. Seit fast vier Wochen sind Arbeiter mit drei Rammen und einem Bohrgerät dabei, den Baugrund für das Großklinikum vorzubereiten. „Alle drei bis fünf Sekunden macht es ‚bum!‘ – und das penetrant von morgens um 7 bis abends um 19 Uhr“, berichteten Anlieger aus der Roesebeckstraße und der Ritter-Brüning-Straße am Donnerstagabend bei einem Informationsabend, den das Klinikum Region Hannover (KRH) als Bauherr regelmäßig für die Nachbarschaft veranstaltet.

Das Schlimme an den Rammarbeiten sei nicht einmal der Lärm, sondern die heftigen Vibrationen, sagten andere. „Das Wasser im Glas und in der Mineralwasserflasche auf meinem Nachttisch schwappte immer hin und her“, berichtete eine ehemalige Patientin. „Wir wussten erst gar nicht, wo die Geräusche herkamen“, erzählte ein Anlieger, der etwa einen Kilometer entfernt in Ricklingen wohnt. „Zuerst hatten wir Nachbarn uns alle gegenseitig im Verdacht, den Lärm zu verursachen“, erzählte der Mann. Dann vermutete die Hausgemeinschaft, die Heizung gebe Klopfgeräusche von sich. Erst nach einigen Tagen hätten sie den wahren Grund für die merkwürdigen Töne ausmachen können.

Noch sieben Wochen – voraussichtlich bis Ende Oktober – wird es dauern, die insgesamt 925 Bohrpfähle in den Baugrund zu rammen. „Es gibt kein anderes Verfahren zur sicheren Gründung“, erläuterte Architekt Markus Nagar vom Architekturbüro Sander & Hofrichter aus Ludwigshafen, das die Klinik geplant hat. Der Baugrund bestehe aus aufgeschüttetem Material aus der Nachkriegszeit, der ohne die gesetzten Bohrpfähle nicht tragfähig sei. Die Pfähle mit einem Durchmesser von 60 bis 80 Zentimetern bestehen aus Stahl. Sie werden acht bis zwölf Meter in den Boden gerammt und anschließend mit Beton verfüllt. Außerdem wurden in den vergangenen Wochen mächtige Spundwände in den Boden gerammt, um das Untergeschoss zu stabilisieren und gegen Grundwasser zu sichern.

Der Großteil der rund 90 Anwohner reagierte angesichts der wochenlangen Lärmbelastungen und Erschütterungen verhältnismäßig gelassen. „Ich bitte Sie alle um Verständnis“, appellierte Barbara Knoke, Bezirksbürgermeisterin für Linden-Limmer, an die Besucher. „Dafür bekommen wir auch das schönste und modernste Krankenhaus in Niedersachsen.“ Mit Beendigung der Gründungsarbeiten hätten die Anwohner das Schlimmste der bis Ende 2013 dauernden Bauphase überstanden, hieß es.

Sichtbares Zeichen für den Baufortschritt ist ein 60 Meter hoher Kran, der bereits auf der Baustelle für den 180 Millionen Euro teuren Neubau steht. Vier weitere, kleinere Kräne kommen in den nächsten Wochen noch hinzu.

Breiten Raum nahm bei der Veranstaltung die Umgestaltung der Stadionbrücke ein. Dort wird sich nach Fertigstellung des neuen Krankenhauses mit 535 Betten die Hauptzufahrt für Besucher und Patienten sowie die Zufahrt für die Rettungswagen befinden. Der Verkehr auf der Stadionbrücke soll künftig über zwei Ampelanlagen geregelt werden, eine wird in Höhe der Stammestraße, die andere vor der Einfahrt in die sogenannte Klinikallee gebaut. Die Fußgänger- und Radwege über die Stadionbrücke bleiben bestehen, ebenso die Haltestelle für den Bus der Linie 200.

Während die Rettungswagen auch über die Stadionbrücke wieder nach draußen fahren, verlassen Patienten und Besucher das Gelände wie bisher über die Roesebeckstraße. Dort soll auch eine Nebenzufahrt zu einem Parkplatz entstehen. Die Besorgnis einiger Anwohner, dies könne zu einer Zunahme des Verkehrs in ihrer Straße führen, versuchte Verkehrsplaner Peter Bischoff vom hannoverschen Planungsbüro SHP zu entkräften. Der gesamte Zulieferverkehr etwa für Speisen und Wäsche werde später über die Ritter-Brüning-Straße geführt und falle damit weg. Das Gleiche gelte für Krankenwagen, die ausschließlich über die Stadionbrücke auf das Klinikgelände gelangen und es darüber auch wieder verlassen. „Für die Bewohner der Roesebeckstraße wird die Belastung geringer“, sagte Bischoff.

Etlichen Bürgern passen die neuen Bänke in der Grünanlage am Nenndorfer Platz und am Spielplatz Pyrmonter Straße in Oberricklingen nicht – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die Sitzgelegenheiten sind manchem offenbar zu niedrig.

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