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West Sorge um das soziale Gefüge in Linden
Hannover Aus den Stadtteilen West Sorge um das soziale Gefüge in Linden
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13:11 10.01.2013
Von Rüdiger Meise
Im Mai 2012 werfen Unbekannte Steine in das Schaufenster einer Eisdiele. Laut Bekennerschreiben wollen die Täter so gegen steigende Mietpreise in Linden demonstrieren. Quelle: Christian Elsner
Linden

Aus Sicht der Agitatoren spielt sich in der Limmerstraße eine Weihnachtsgeschichte ab, wie sie Charles Dickens nicht rührender hätte ersinnen können: Großkapitalistischer Lebensmittel-Discounter (Denn‘s) vertreibt kleine Einzelhändler, darunter auch beliebte Senioren, aus ihren jahrzehntealten Läden. Da wird für Lindens rührige linke Szene Widerstand zur Pflicht.

Die Realität allerdings ist vielschichtiger. So hätten die Läden, die aufgegeben haben, auch am alten Standort kaum eine Zukunft gehabt. Auch beim Anschlag auf eine Eisdiele in der Stephanusstraße im Mai hatten die Pflastersteinwerfer nicht genau hingeschaut – und eine Lindener Ladengründerin getroffen, die ihr Bio-Eis in der Küche selbst macht. Die Umwandlung der ehemaligen Polizeiinspektion West in der Gartenallee zu Eigentumswohnungen kann man auch schwerlich als Gentrifizierung brandmarken, denn hier werden keine Bewohner vertrieben, sondern neue angelockt. Gleiches gilt für den Abriss des Getränkemarkts in der Dieckbornstraße. Hier wird ein heruntergekommender Flachdachbau durch ein Wohnhaus ersetzt, und der Getränkehandel hat wenige Meter weiter neue Räumlichkeiten gefunden.

Bislang hat noch niemand mit eindeutigen Zahlen belegen können, dass sich Linden nicht nur weiter entwickelt, sondern von alarmierender Gentrifizierung betroffen ist. Beispiele für den Bau hochpreisigen Wohnraums hat es allerdings in Linden immer gegeben: Vom Gilde-Carree ab 2004 über das Ahrbergviertel in den 1990ern bis zur Errichtung „bürgerlicher Inseln“ im Wilhelminischen Zeitalter: Pfarrlandplatz, Beethovenstraße, Bethlehemplatz, Lichtenbergplatz, Lindener Markt. Heute sind das alles Teile eines lebendigen Stadtteils.

Die große Sorge um das soziale Gefüge Lindens zeigt, wie gern die Bewohner in ihrem bunten Stadtteil leben. Dass aber Anschläge auf Sanierungsobjekte als soziale Taten verklärt werden , zeugt nicht von Buntheit, sondern von Blindheit.

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