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West Steinwürfe auf Denn's-Biomarkt stoßen auf Unverständnis
Hannover Aus den Stadtteilen West Steinwürfe auf Denn's-Biomarkt stoßen auf Unverständnis
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16:10 24.04.2013
Die zersplitterte Frontscheibe des Biomarktes Denn's am Mittwoch. Am vorherigen Abend hatten Vermummte Steine auf das Geschäft geschmissen. Quelle: Link
Linden-Nord

„Etwa 20 bis 30 Vermummte sind die Limmerstraße mit einem Transparent entlanggezogen“, berichtete ein Augenzeuge. Dann nahm ihm eine Stadtbahn kurzzeitig die Sicht auf die Gruppe. „Plötzlich war das Transparent weg, sie rannten auf den Denn’s zu und jeder hat einen Stein geschmissen“, schilderte er die Ereignisse. Dabei wurden mehrere Scheiben beschädigt. Andere Geschäfte waren nicht betroffen.

Die Steinewerfer waren zuvor mit einem Protestplakat die Limmerstraße entlang gezogen. Die Demonstration war nicht angemeldet und startete kurz nach 20 Uhr. „Freiräume Verteidigen. Solidarität mit dem IVI“, stand auf dem Banner, das die Demonstranten vor sich hertrugen. IVI ist die Abkürzung für  „Institut für vergleichende Irrelevanz“, das von linken Hausbesetzern in Frankfurt am Main eingerichtet wurde. Am Montag wurde das besetzte Gebäude von einem Großaufgebot der Polizei geräumt.

Die Steine hatten die Demonstranten von einer Baustelle in der Nähe des Biomarkts genommen. „Ich hatte schon Angst, dass die meine Scheiben einwerfen wollen“, sagt ein Ladeninhaber, der die Aktion vor seinem Geschäft mitverfolgte. Für die Steinewerfer hat er überhaupt kein Verständnis. Ähnlich sehen es auch die Menschen in der Limmerstraße. „Was soll das? Wenn ich etwas gegen Denn's habe, kaufe ich da eben nicht ein“, meint ein Passant, der sich die zerstörten Scheiben vor dem Supermarkt anschaut.

Die Polizei war am Dienstagabend kurz nach den Steinewürfen mit mehr als zehn Streifenwagen vor Ort. „Wir fahnden mit verstärkten Kräften nach den Tätern“, sagte ein Polizeisprecher kurz nach dem Vorfall. Festnahmen habe es am Abend aber noch keine gegeben. Wie ein anderer Augenzeuge berichtet, waren die Steinewerfer gleich nach der Aktion in verschiedene Richtungen geflüchtet.

„Linden darf nicht Ersatzschauplatz werden für Protestaktionen, die nichts mit dem Stadtteil zu tun haben“, kritisiert Christian Eggers von der CDU Linden-Limmer. Die Diskussion um Gentrifizierung müsse sachlich geführt werden. Den Grünen und Linken war er in Bezug auf Gewalt und Protest einen „Kuschelkurs" vor. „Das muss endlich aufhören, sonst bekommen wir in Linden diese Problematik nicht mehr in den Griff“, sagt er.

Bereits Ende des vergangenen Jahres war der Protest eskaliert, als Unbekannte Farbbeutel gegen die Eingangstüren des Marktes warfen. Damals waren Handzettel und Plakate aufgetaucht, auf denen die Eröffnung der neuen Filiale der Supermarktkette Denn’s kritisiert wurde. „Danke für die Denn’strifizierung“, waren die Protestnoten überschrieben. Die Verfasser spielren damit auf den Begriff der Gentrifizierung an, der spezifische Umstrukturierungsprozesse in städtischen Wohngebieten beschreibt.

cli/tm

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