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West Studenten entwicklen Ideen für Verkehrsader im Westen
Hannover Aus den Stadtteilen West Studenten entwicklen Ideen für Verkehrsader im Westen
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10:40 05.12.2014
Grafischer Entwurf der „Zwei Türme“: Auf der Brache der Marzipanfabrik ist ein Aussichtsturm geplant – auf der gegenüber liegenden Seite eines Bahndamms ragt der Conti-Turm auf. Quelle: Marcel Schwarzenberger
Hannover

Linden-Limmer-Ahlem. Der Auftrag ließ viel Freiraum für Kreativität. Einfach mal schauen, was die Verkehrswege im Westen Hannovers zu bieten haben - und dann ganz eigene Ideen entwickeln, wie sie künftig aussehen könnten. An diese Aufgabe durften sich Architekturstudenten und angehende Landschaftsplaner der Leibniz Universität wagen. Los ging es am Küchengarten, dann weiter über Limmerstraße, Wunstorfer Straße und Wunstorfer Landstraße bis zur Brücke über den Stichkanal Linden in Letter. Gefragt waren Perspektiven zur Aufwertung der kompletten Route oder für einzelne markante Standorte. Und das Beste: Rücksicht auf mögliche Vorbehalte aus der Nachbarschaft oder auf vorausgegangene Planungen brauchte keiner der kreativen Köpfe zu nehmen.

Der städtischen Wirtschaftsförderung, die seit 2012 gemeinsam mit der Uni Studentenwettbewerbe auslobt, ging es denn auch nicht in erster Linie um realisierbare Vorhaben. Vielmehr suchten die Fachleute um Chefin Gabriele Zingsheim Anregungen, wie sich wichtige Verkehrsadern im Stadtgebiet in der Theorie entwickeln ließen - um später vielleicht auch einen Nutzen für die Praxis daraus zu ziehen. Im Norden, Osten und Süden Hannovers sind solche Studentenprojekte bereits abgeschlossen. Nun war der Westen an der Reihe: Rund 50 Entwürfe haben die Akademiker in spe eingereicht. Die besten wurden jetzt im Haus der Wirtschaftsförderung von einer Jury um Architektur-Professor Manuel Scholl prämiert - mit Preisgeldern von insgesamt 2000 Euro.

Mit dem Thema Licht hat Student Stephan M. Rump gespielt. Ginge es nach ihm, bekämen die Fahrbahnen auf den Ausfallstraßen nach Ahlem farbige Markierungen, die im Dunkeln fluoreszieren. Bunte Straßenlaternen, Leuchtfarben an Häuserfassaden und eine Illumination der Kanalbrücke beim Conti-Gelände würden weitere Glanzpunkte setzen. Der Entwurf von Kommilitonin Vanessa Brandt sieht dagegen eine Aufwertung der Route als Grünzug vor - mit mehreren Gemeinschaftsgärten, die von Anwohnerinitiativen bewirtschaftet werden. Einer davon könnte auf dem Küchengartenplatz entstehen, der damit seine historische Bedeutung zurückerhielte. Ließen doch die Welfen dort einst Obst und Gemüse anbauen.

Auch mit dem Ihme-Zentrum befassten sich einige Arbeiten. „Ich sehe es immer noch als einen der interessantesten Bauten in Hannover an“, sagte Scholl. Und als Herausforderung für jeden Architekten. Die Studenten planten unter anderem Durchbrüche durch den Komplex - für neue Sichtachsen und Wege bis zur Ihme. Einen Preis bekam Jan Philipp Drude für eine Marina am Ihmeufer. Der kleine Yachthafen würde nach seinen Vorstellungen dort entstehen, wo das Ihme-Zentrum ein Stück noch unbebauter Fläche umschließt.

Über die Zukunft des früheren Uni-Geländes an der Wunstorfer Straße in Limmer macht sich die Grundstücksgesellschaft Stichweh-Ziehm derzeit ganz reale Gedanken. Ob Bürokomplex oder Standort für ein Gymnasium - an Vorschlägen, wie das Areal und das leerstehende Gebäude genutzt werden könnten, mangelte es in jüngster Zeit nicht. Die Studenten haben nun eigene Ideen hinzugefügt. Demnach würden dort eine Kunst- und Kulturschule, Sportstätten, ein Marktplatz oder eine Mischung aus Gewerbe und Wohnen entstehen.

Das Gelände der ehemaligen Marzipanfabrik in Ahlem an der Wunstorfer Landstraße haben die angehenden Architekten ebenfalls beplant. Die Stadt hatte die Fabrik 2010 abreißen lassen, seither liegt die Fläche brach. Die Studenten schlagen vor, dort einen aus einem See aufragenden Aussichtsturm mit Wasserrutsche zu errichten. Der stünde dem Conti-Turm auf der anderen Kanalseite gegenüber. „Die zwei Türme“ heißt das Konzept - eine Anspielung auf den gleichnamigen zweiten Teil der „Herr der Ringe“-Trilogie. Preiswürdig war aber der Entwurf von Moritz Rohde, der das gleiche Areal als Ansiedlungsfläche für Start-up-Unternehmen gestaltet hat. Dazu gehören Werkstätten und flexibel anzuordnende Bürocontainer, die jungen Firmen Raum zur Entfaltung geben.

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