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West Türkischer Chefdiplomat besucht IGS Linden
Hannover Aus den Stadtteilen West Türkischer Chefdiplomat besucht IGS Linden
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10:45 16.02.2012
Der türkische Generalkonsul Özcuhadar im Gespräch mit Schülern der IGS Linden. Quelle: Surrey
Linden

Die Schüler hängen an seinen Lippen. Tunca Özcuhadar ist ein guter Erzähler, und die rund 30 Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Linden, die sich um ihn scharen, haben den Eindruck, dass er etwas zu sagen hat. Der türkische Generalkonsul ist in die IGS gekommen, um vor allem eine Botschaft zu vermitteln: Bildung ist für jeden Einzelnen der Schlüssel dazu, seine Wünsche und Träume zu verwirklichen.

Der 45-jährige Diplomat, der im dunklen Anzug zwischen ihnen sitzt, erklärt seinen Zuhörern – dem Türkischkurs des zehnten Jahrgangs –, dass sie durchaus auf dem richtigen Weg sind: Türkisch als zweite Fremdsprache zu wählen, sei eine clevere Entscheidung. Wer die Sprachen Türkisch, Deutsch und eine weitere Fremdsprache gut beherrsche, habe in Europa viele berufliche Möglichkeiten.

Der Konsul hat sich die Lindener Gesamtschule für seinen Besuch ausgesucht, weil der Anteil der Schüler mit türkischen Wurzeln hier rund 30 Prozent beträgt und weil die Schule im Bezug auf Integration einen hervorragenden Ruf hat, wie er sagt. Die IGS ist wie geschaffen für Özcuhadars Botschaft. Immer wieder macht die Schule mit Aktionen, Projekten und Ideen zur Integration von sich reden. So bietet die Schule beispielsweise für Eltern, die kein Deutsch sprechen, Elternabende in türkischer Sprache an. „Das ist nicht unumstritten“, sagt Erich Schuler aus dem Leitungsgremium der IGS, „aber wir versuchen mit allen Mitteln, gerade diese Eltern zu erreichen“. Özcuhadar sagte zu, demnächst einen dieser Abende zu besuchen, um mit den Eltern zu sprechen. Denn selbst diejenigen, die Analphabeten seien, könnten einiges tun: „Sie sollten Interesse an der Bildung ihres Kindes zeigen, ihm vermitteln, dass Lernen keine Last ist, sondern wichtig – und im Interesse der ganzen Familie.“

Die IGS Linden lädt regelmäßig Persönlichkeiten mit Migrationshintergrund ein, um den Schülern Beispiele für erfolgreiche Karrieren vor Augen zu führen. Özcuhadar hatte offensichtlich Gefallen daran. Er erzählte bereitwillig aus seinem Leben und gab einiges aus seinem Schatz von Lebensweisheiten zum Besten: „Es ist wichtig, ein großes Ziel zu haben und es im Auge zu behalten – selbst wenn im Leben vieles passiert, was davon ablenken kann.“ So habe er schon als Schüler das große Ziel gehabt, mithilfe der Diplomatie fremde Länder kennenzulernen, erzählte Özcuhadar. Um ein großes Ziel zu erreichen, sei es wichtig, Zwischenetappen zu definieren – „kleine Ziele“. Als persönliche Beispiele dafür nannte der Konsul Schulabschluss, Studium, das Lernen von Fremdsprachen und den Eintritt in den diplomatischen Dienst.

Manche Ratschläge mögen wie Binsenweisheiten klingen, aber wenn sie von der richtigen Person in der richtigen Situation vorgetragen werden, bekommen sie Gewicht. Und angesichts der ehrgeizigen Berufswünsche, die manche Schüler äußerten, können sie diese bestimmt gebrauchen: Staatsanwalt, Politiker, Arzt, Rechtsanwalt. An Selbstvertrauen mangelte es der jungen Gruppe jedenfalls nicht. Wieso auch? Schließlich wird in manchen Berufsfeldern derzeit gezielt nach Menschen mit Migrationshintergrund gesucht. „Außerdem fühle ich mich gar nicht als Ausländerin, ich bin schließlich in Deutschland geboren“, sagte die 15-jährige Selin Yildirim.

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