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West Turnhalle bleibt Unterkunft für Flüchtlinge
Hannover Aus den Stadtteilen West Turnhalle bleibt Unterkunft für Flüchtlinge
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18:00 28.01.2015
Von Mathias Klein
Tag der Begegnung im Flüchtlingsheim Ahlem. Quelle: Benjamin Behrens
Hannover

Seit rund zwei Monaten dient die Turnhalle auf dem Gelände des ehemaligen Schulzentrums Ahlem als Notunterkunft für Flüchtlinge und steht darum nicht mehr für den Vereinssport zur Verfügung. Bis sich die Situation ändert, werden noch weitere Monate vergehen: Voraussichtlich ab Mitte des Jahres solle die Halle wieder frei sein, erklärte der zuständige Fachbereichsleiter Planen und Stadtentwicklung, Michael Heesch, in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Ahlem-Badenstedt-Davenstedt. „Wir müssen es bis zum Sommer hinbekommen, genügend andere Orte für die Unterbringung von Flüchtlingen zu bekommen“, betont er. Der Bezirksrat indes wünscht sich, dass die Halle möglichst zügig wieder für den Sport genutzt werden kann - und hat bereits Standortalternativen ins Gespräch gebracht.

Nach den Worten von Heesch ist ursprünglich geplant gewesen, die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Oststadtkrankenhaus schneller zu füllen und dadurch die Ahlemer Turnhalle auch schneller wieder freizubekommen. Allerdings habe sich herausgestellt, dass in dem früheren Gebäude des Regionsklinikums zahlreiche Renovierungsarbeiten erledigt werden mussten, bevor dort Flüchtlinge einziehen konnten. Von den insgesamt 250 Flüchtlingen, die derzeit in der Übergangsunterkunft im ehemaligen Ahlemer Schulzentrum untergebracht sind, nutzen 70 die dazugehörige Turnhalle als Zuhause auf Zeit. Heesch sagte zu, dass die Halle nach dem Auszug der Flüchtlinge wieder so hergerichtet werden soll, dass dort Sportler wie gewohnt trainieren können. Damit kam er einem Antrag der CDU zuvor, die Fraktion hatte eine entsprechende Forderung an die Verwaltung erhoben. Dem Antrag stimmten alle Mitglieder des Bezirksrats zu.

Die Diskussion über die Flüchtlingsheime im Bezirksrat war von dem Wunsch aller Politiker gekennzeichnet, die Turnhalle so schnell wie möglich wieder für den Vereinssport zur Verfügung stellen zu können. SPD-Fraktionschef Rainer Göbel schlug der Verwaltung vor, den Schützenplatz in Badenstedt zu nutzen, um dort Container für Flüchtlinge aufzustellen. Dort waren bereits in früheren Jahren Flüchtlinge in Notunterkünften untergebracht. Volker-Udo Höhne von der CDU brachte das Gelände der alten Marzipanfabrik Schubert an der Wunstorfer Landstraße als möglichen Standort ins Spiel. Heesch versprach, bei der nächsten Sitzung des Gremiums im März zu den Vorschlägen Stellung zu nehmen. Das Aufstellen von Containern dauert seiner Einschätzung nach von der ersten Planung bis zum Bezug nicht länger als ein halbes Jahr.

Angesichts der Vorschläge aus dem Bezirksrat forderte CDU-Fraktionschef Norbert Dudda, dass im gesamten Stadtgebiet Hannovers weiterhin „eine gerechte Verteilung“ der Flüchtlinge gewährleistet sein müsse. „Wir müssen aufpassen, dass wir hier nicht überproportional viele Flüchtlinge abbekommen“, betont er.

Die Vorsitzende des Vereins für Kunstradsport Hannover, Monika Barthel, beklagte sich in der Sitzung über die mangelnde Kommunikation der Stadtverwaltung. Diese habe den Vereinen viel früher mitteilen müssen, dass die Turnhalle für die Unterbringung von Flüchtlingen benötigt werde. Die Sportler seien in einer „Nacht- und Nebelaktion vor vollendete Tatsachen“ gestellt worden, beklagte sie. „Das enttäuscht uns sehr und zeigt, dass unsere Leistungen nicht gewürdigt werden.“

„Für unseren Verein steht die Existenz auf dem Spiel“, sagte Barthel. Es gebe keine Ausweichmöglichkeit im Stadtteil, die Kinder müssten zu anderen Hallen mit Autos transportiert werden. Außerdem sei die von der Stadt angebotene Ausweichhalle in Hainholz für die Kunstradfahrer zu klein. „Ich sehe die Gefahr, dass uns der Nachwuchs wegbricht“, betonte die Vereinschefin. Sie habe damit gerechnet, dass die Halle ab Februar im zweiten Schulhalbjahr wieder zur Verfügung steht. „Dann hätten wir auch nichts gesagt.“ Barthel forderte die Stadt auf, über den Bau einer neuen Turnhalle in Ahlem nachzudenken.

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