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West Umbaupläne verunsichern Ladeninhaber an der Limmerstraße
Hannover Aus den Stadtteilen West Umbaupläne verunsichern Ladeninhaber an der Limmerstraße
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14:35 18.08.2011
Seit Jahrzehnten an derselben Stelle: Die Inhaber geführten Fachgeschäfte an der Limmerstraße in Linden-Nord wollen nicht weichen – die Besitzer klagen. Quelle: Decker
Linden-Nord

Diese Ansage wird kaum für Ruhe in der Ladenzeile an der Limmerstraße 3-5 sorgen: „In diesem Jahr passiert noch nichts“, betont Tim Fries, Geschäftsführer von Wohnwert Hannover. Seine Firma hat das Haus mit der markanten Klinkerfassade nahe am Küchengarten voriges Jahr gekauft. Und dort bangen nun die Inhaber von mehreren Geschäften um ihre Zukunft. Denn der neue Eigentümer hat viel vor– die Auflösung alter Mietverträge sowie eine Reihe von Umbauarbeiten. Der erste Ladeninhaber zog schon Konsequenzen und räumt das Feld.

Ab September ist das Optikergeschäft von Rudolf Barton an der Limmerstraße 1 zu finden. Er hat dort einen Vertrag über mehrere Jahre bekommen. „Damit kann ich wieder ruhig schlafen“, sagt Barton. Firma Wohnwert hatte seinen Mietvertrag im alten Geschäft mit neuen Konditionen versehen wollen, die unter anderem eine dreimonatige Kündigungsfrist beinhalteten. „Mit einem solchen Vertrag kann man doch nicht arbeiten“, kritisiert Barton. In einem Fachgeschäft steckten große Werte in Ausstattung und Waren. Dafür brauche es langfristige Verträge, die Sicherheit böten.

Zudem hatte sich Barton langfristig an seinen alten Standort binden wollen; plante gar einen Ausbau seines Geschäfts. „Aber darüber konnte ich nicht mit den Vermietern reden.“ Er entschied sich für die Flucht nach vorn und kündigte. Ähnlich geht es den meisten anderen Geschäften. Einzig die Filiale des Hörgeräteherstellers Kind bleibt vorerst verschont. „Wir haben einen Vertrag mit Verlängerungsoption“, sagt ein Firmensprecher.

In der Ladenzeile gibt es unter anderem ein Café, einen Falafelimbiss, das Modegeschäft von Hartmut und Helga Reents und das Elektronikfachgeschäft Menzel. Dessen Inhaber Klaus Koring fühlt sich ebenfalls unwohl mit der kurzen Kündigungsfrist. „Aber wir würden gern hier bleiben“, sagt er. Seit 1975 führt er schon das Geschäft. Das Ehepaar Reents und der Imbissbetreiber Mohamed El-Zein wollen sich wehren und haben einen Anwalt eingeschaltet. Denn sie befürchten, dass Wohnwert mittelfristig bei allen Geschäften auf einen Auszug setzt – um das Erdgeschoss des Gebäudes in einen einzigen großen Laden umzubauen; womöglich für einen Discounter. Baurechtlich dürfte es kaum Hürden geben: Die Zusammenlegung der Läden ergäbe eine Einheit, die kleiner als 800 Quadratmeter ist. „Das ist genehmigungsfähig“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Der Stadtverwaltung sei zwar bekannt, dass der Eigentümer das Haus modernisieren wolle, sagt Dix. Genaue Pläne lägen aber nicht vor.

Wohnwert bestätigt nicht, dass die Geschäfte komplett ausziehen sollen. Aber größere Umbaumaßnahmen seien geplant, lässt die Firma durchblicken. Noch arbeite das Unternehmen am Konzept, sagt Geschäftsführer Fries. „Sobald es vorliegt, werden wir mit den Mietern sprechen.“ Die würden mindestens acht Monate Zeit bekommen, um sich auf Veränderungen einzustellen. Die Wohnungen über den Läden sollen Mietwohnungen bleiben, betont er. „Und keine Eigentumswohnungen“, entgegnet er auf entsprechende Gerüchte aus dem Stadtteil. Der Umbau, findet Fries, könne die Ladenzeile attraktiver für „solvente Mieter“ machen, mit denen langfristig zusammengearbeitet werden könne. Dabei habe Wohnwert mit den jetzigen Geschäftsleuten bereits gute Mieter, hält Gisbert Fuchs vom Wirtschaftsforum im Verein „Lebendiges Linden“ dagegen. „Solche inhabergeführten Fachgeschäfte sind wünschenswert“, sagt Fuchs. Das Vorgehen von Wohnwert könne er nicht nachvollziehen. „Die Struktur aus kleineren Geschäften ist an der Limmerstraße doch gewachsen. Das wollen die Leute hier“, findet Geschäftsmann Koring. Die neuen Eigentümer brächten mit ihrem Vorgehen Unruhe in eine völlig intakte und ausgelastete Ladenzeile

Marcel Schwarzenberger

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