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West Veranstaltungszentrum „Schwanenburg“ feiert Eröffnung
Hannover Aus den Stadtteilen West Veranstaltungszentrum „Schwanenburg“ feiert Eröffnung
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22:27 03.03.2013
Von Andreas Schinkel
Die „Neue Schwanenburg“ in Limmer wurde am Wochenende eröffnet. Quelle: Hagemann
Limmer

Ältere Hannoveraner werden sich noch erinnern an den großen Konzertsaal der „Schwanenburg“, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg Filme vorgeführt und Theater gespielt wurde. Der Glanz des alten Ausflugslokals, in dem sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts halb Hannover getroffen hatte, war da längst verblasst. An den Trubel der alten Zeit, jedoch mit weniger volkstümlichem Charakter, will jetzt die „Neue Schwanenburg“ anknüpfen, ein Veranstaltungszentrum in Limmer, das am Wochenende feierlich eröffnet wurde. 300 geladene Gäste staunten über die gelungene Sanierung des einst abbruchreifen Hauses an der Leine.

Hannover ist um ein attraktives Veranstaltungszentrum reicher. In Limmer hat am Sonnabendnachmittag die "Neue Schwanenburg" eröffnet. 300 geladene Gäste bestaunten die mit viel Liebe zum Detail hergerichteten Räumlichkeiten.

„Dies ist ein besonderer Ort“, sagt Architekt und Mitinhaber Tobias Hübotter. Zwar habe man den Namen „Schwanenburg“ übernommen, das Tanzlokal selbst wurde aber in den sechziger Jahren abgerissen. Es musste dem Bau des Schnellwegs und eines Universitätsgebäudes weichen. Die „Neue Schwanenburg“ residiert jetzt in den Räumen einer ehemaligen Bettfedernfabrik, die 1898 neben dem Ausflugslokal errichtet wurde. Die Fabrik gehörte dem jüdischen Unternehmer und Lindener Ratsherrn Max Rüdenberg. Nach der Machtergreifung der Nazis wurde Rüdenberg enteignet und zusammen mit seiner Frau Margarethe nach Theresienstadt deportiert. Beide kamen in dem Lager ums Leben. Jetzt erinnern „Stolpersteine“, kleine in den Boden eingelassene Gedenksteine aus Messing, an das Schicksal der Rüdenbergs.

Jahre später erfuhren die Nachfahren der Rüdenbergs, dass die hannoverschen Familien Ziehm und Stichweh die Reste der Fabrik erworben hatten, um dem alten Gemäuer Leben einzuhauchen. Man nahm Kontakt auf, und die Nachfahren schlugen vor, den Namen „Schwanenburg“ wieder zu vergeben.

Um Kultur und Kochkunst sollen sich die Angebote in dem neuen Veranstaltungszentrum drehen. Der Saal im zweiten Geschoss verfügt über eine exzellente Akustik, Panoramafenster geben den Blick frei auf die vorbeifließende Fösse. Im ersten Stock sollen an zwei Kücheninseln Kochkurse stattfinden, zudem können ab sofort alle Räumlichkeiten für Seminare, Konferenzen und Firmenveranstaltungen gemietet werden.

Nach den Sommerferien eröffnet im Erdgeschoss eine sogenannte offene Kantine, in der es sich jeder aus dem Viertel schmecken lassen kann. „Wir setzen auf frisch zubereitete Speisen mit regionalen und biologischen Produkten“, sagt Dietmar Hagen von der Firma „Essenszeit“. Er rechnet mit rund 600 Menschen, die in der unmittelbaren Nachbarschaft der „Neuen Schwanenburg“ arbeiten. Dazu zählt nicht nur die Polizeiinspektion West, sondern auch das Lehrerseminar der Landesschulbehörde, das derzeit ein paar Schritte entfernt errichtet wird.

Im Sommer will Hagen Stühle und Tische auf die großzügige Terrasse mit Blick auf den Fluss stellen. Auf einer Boulebahn nebenan lässt sich nach dem Genuss einer schweren Sahnetorte eine ruhige Kugel schieben. Und dann dürfte die Szenerie tatsächlich an jene vergilbten Bilder von der alten „Schwanenburg“ erinnern, als es die Hannoveraner an Wochenenden nach Limmer zog.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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