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West Wenn Sportler zu Opfern werden
Hannover Aus den Stadtteilen West Wenn Sportler zu Opfern werden
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14:53 05.02.2014
Von Rüdiger Meise
Fabian Baumann zeigt, wie der TuS Davenstedt sich seit Kurzem vor Einbrechern schützt: Mit Verriegelungen, Überwachung und einerAlarmanlage. Quelle: Moritz Küstner
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Davenstedt

Die Fenster sind mit Eisenstangen verriegelt, eine Alarmanlage prangt an der Fassade des Vereinslokals des TuS Davenstedt. Anders wusste sich die Vereinsführung nicht mehr zu helfen. Knapp ein Dutzend Mal wurde im vergangenen Jahr bei dem Verein eingebrochen. Immer wieder wurden Fernsehgeräte aus dem Vereinsheim gestohlen, Täter versuchten, Automaten aufzubrechen. „Seit wir die Sicherungsmaßnahmen haben, ist Ruhe“, sagt Vorsitzender Jörg Bodensieck. Der Fall zeigt, wie leicht Sportvereine zum Ziel von Kriminellen werden können.

Die Polizei weist aktuell Vereine auf die Gefahr von Einbrüchen hin - aus gegebenem Anlass: In vielen Sportarten läuft das Training nach der Winterpause wieder auf Hochtouren. Und damit auch die Gefahr von Einbrüchen und Diebstählen in Sportstätten. Begünstigt würden die Verbrechen durch die im Winter früh hereinbrechende Dunkelheit, sagt Frank Semmler vom Präventionsteam der Polizeiinspektion West. „Der Diebstahl aus einer Umkleidekabine kann leider schnell und ohne großes Risiko für den Täter verübt werden“, sagt Semmler - und spricht von einer „Tat bei günstiger Gelegenheit“. Denn gerade im Freizeitbereich schleiche sich schnell Sorglosigkeit im Umgang mit Wertsachen ein. „Das gesunde Misstrauen sollte aber nicht einfach an die Garderobe gehängt werden.“

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Wie angebracht dieser Rat ist, bekamen im vergangenen Jahr zwei Frauenmannschaften des TuS Davenstedt zu spüren. Während eines Punktspiels brachen Täter in die Kabinen ein und stahlen Handys und Wertsachen der Sportlerinnen. Dass viele Zuschauer vor Ort waren und in der Vereinsgaststätte nebenan ein reger Betrieb herrschte, störte die Täter nicht. Mittlerweile erschwere die Alarmanlage einen solchen Diebstahl erheblich, sagt Jörg Bodensieck. 5800 Euro hat sie den Verein gekostet. Der Bezirksrat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt bewilligte dafür einen Zuschuss von 1500 Euro.

Ausdrücklich widerspricht Frank Semmler der Meinung, gegen Einbruch könne man sich kaum schützen: „Selbst einfache bauliche oder technische Maßnahmen können das Einbruchrisiko erheblich reduzieren.“ Dazu gehörten beispielsweise Metallstangen, um Fenster von innen zu verriegeln - wie sie beim TuS Davenstedt nun zum Einsatz kommen. „Wenn das Eindringen Zeit und Gewalt erfordert, kann es sein, dass der Täter aufgibt.“ Die Mehrzahl der Einbrecher lasse ab, wenn sie nicht innerhalb von etwa drei Minuten ins Gebäude kommen. Außerdem schrecke Beleuchtung Täter ab: „Einbrecher arbeiten lieber im Dunkeln“, sagt Frank Semmler.

Acht Regeln gegen Diebstahl

Das Präventionsteam der Polizeiinspektion West hat acht Verhaltenstipps in Umkleidekabinen zusammengestellt:

Nehmen Sie zu Freizeit, Sport und Spiel nur das mit, was sie auch wirklich benötigen. Lassen Sie Wertsachen, Schmuck, wertvolle Uhren, Scheckkarten und größere Geldbeträge zuhause. Was Sie nicht mitführen, kann auch nicht gestohlen werden.

Können Sie auf die Wertgegenstände nicht verzichten, lassen sie diese nicht unbeaufsichtigt in der Umkleidekabine oder in der Sporttasche. Insbesondere gilt das auch für Fahrzeugschlüssel.

Nutzen Sie vorhandene Schließfächer oder abschließbare Schränke. Der Schlüssel sollte immer am Körper getragen werden.

Sind Schließfächer oder Schränke belegt oder nicht vorhanden, sollte das Personal in der Sportstätte gebeten werden, auf die Wertsachen zu achten. Diese sollten zudem in einem beobachteten Bereich gelagert werden.

Kommt Ihnen das Verhalten fremder Personen verdächtig vor, informieren Sie die Aufsicht führenden Personen oder die Polizei.

Lassen Sie Wertgegenstände nicht im Fahrzeug, wenn Sie Freizeitaktivitäten nachgehen. Ein Kofferraum mag sicher scheinen, ist aber kein Tresor.

Sorgen Sie dafür, dass die Umkleidekabinen abgesperrt werden.

Mitgeführte Mobiltelefone sollten für die Zeit ihrer Abwesenheit ausgeschaltet werden.

Rüdiger Meise 08.02.2014
31.01.2014