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West Hier baut der Westen
Hannover Aus den Stadtteilen West Hier baut der Westen
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00:16 19.10.2013
Von Christian Link
Auf dem Parkplatz der Berufsbildenden Schulen will die Stadt 120 Wohnungen bauen lassen. Quelle: Christian Link
Westliche Stadtteile

Hannover wächst, und der Westen wächst mit. Stadtbaurat Uwe Bodemann rechnet damit, dass die Bevölkerung der Landeshaupstadt bis zum Jahr 2025 um 12.000 Einwohner ansteigt. In den nächsten zwölf Jahren sollen deswegen stadtweit 8.000 Wohnungen entstehen. Etwa ein Viertel dieser Wohnungen werden sich in den westlichen Stadtteilen befinden, laut Wohnkonzept 2025 sind es rund 2.200.

Verschärfte Lage am Immobilienmarkt

Noch gibt es in Hannover zwar keine Wohnungsnot, doch die Lage auf dem Immobilienmarkt hat sich bereits verschärft. Es fehlen besonders kleine Wohnungen, die sich Geringverdiener und Studenten leisten können. Die Stadt versucht nun, gegenzusteuern und den Wohnungsmarkt zu entlasten. Laut den städtischen Berechnungen müssen jährlich 600 neue Wohnungen gebaut werden. Insgesamt sind 5.050 Geschosswohnungen und 2.850 Einfamilienhäuser vorgesehen. Davon sollen in den westlichen Stadtteilen 1.276 Geschosswohnungen und 929 Einfamilienhäuser entstehen.

Laut einer Studie der Stadt sind die Mieten im Dreijahresvergleich im Schnitt um 6,5 Prozent gestiegen. In Linden-Nord lag der Anstieg sogar bei 7,3 Prozent, doch die Durchschnittsmiete im Stadtteil liegt mit 6,36 Euro noch immer unter dem Stadtdurchschnitt. In Linden-Mitte betrug der Anstieg 5,1 Prozent, die Durchschnittsmiete beträgt 6,41 Euro. Laut der städtischen Empirica-Studie, die 19.000 Immobilieninserate auswertete, liegt die Angebotsmiete bei Neu- oder Wiedervermietung stadtweit durchschnittlich bei 6,55 Euro pro Quadratmeter und Monat.

Verteuert hat sich auch der Häuserkauf. Einfamilienhäuser kosten durchschnittlich 2,5 Prozent mehr als noch 2010. Ein freistehendes Haus kostet damit im Schnitt 315.000 Euro, eine Doppelhaushälfte 219.000 Euro und ein Reihenhaus 199.000 Euro. Wohnungen sind dagegen im Schnitt um 3,7 Prozent billiger geworden.

Ein Überblick über die Stadtteile

  • Calenberger Neustadt

Für Abstellplätze viel zu schade findet die Stadt den Parkplatz südlich der Benno-Ohnesorg-Brücke an der Ohestraße. Bisher können dort bis zu 100 Autos abgestellt werden, die Stadt würde hier aber lieber 120 Wohnungen bauen lassen. Der Bebauungsplan wurde bereits entsprechend geändert. Reine Gedankenspiele sind dagegen noch zwei neue Wohnbauflächen in der Adolfstraße und Am Kanonenwall. Dort möchte die Stadt jeweils 50 neue Wohneinheiten schaffen – aber erst ab 2017. Weitere 118 Wohnungen sollen nach den Plänen der Stadt im südlichen Bereich der Königsworther Straße entstehen. In der Dreyerstraße baut die Firma Hochtief Solutions bereits 38 Wohnungen. Frühestens ab kommendem Jahr könnten die Bauarbeiten in der Königsworther Straße 31 beginnen. Dort sind 50 Wohnungen geplant. Und ab 2017 soll an der Ecke zur Braunstraße ein neues Haus mit 30 Wohneinheiten entstehen.

  • Linden-Limmer

Die meisten neuen Wohnungen in den westlichen Stadtteilen sollen laut Wohnkonzept 2025 im Stadtbezirk Linden-Limmer gebaut werden. Insgesamt sind dort 1.004 neue Wohnungen geplant – 270 davon in Einfamilienhäusern. Im bereits dichtbesiedelten Linden gibt es jedoch nur noch wenig Platz für Neubauten. Die Hautklinik am Ihme-Ufer (82 Wohneinheiten) und das Hanomag-Gelände (80 Wohneinheiten) sind die beiden größeren Ausnahmen. Im Nordwesten von Limmer soll mit der Wasserstadt dagegen ein völlig neues Wohnquartier aus dem Boden gestampft werden. Die Planungen für den ersten Bauabschnitt mit 200 Wohnungen sind so gut wie abgeschlossen. Baustart könnte frühestens 2014 sein. In vier weiteren Schritten soll die Wasserstadt dann auf insgesamt 658 Wohneinheiten anwachsen. Viele weitere Wohnungen sind im nahen Umfeld der Wasserstadt geplant. Am Stockhardtweg / Ecke Sackmannstraße etwa will der Spar- und Bauverein bis zu 50 neue Wohnungen schaffen. Bei einigen Anwohnern stößt die Bebauung der bislang als Pferdewiese genutzten Fläche auf Kritik. „Wir haben versucht, alle Anregungen und Bedenken aufzunehmen. Man trifft aber nicht immer den Geschmack aller Leute“, sagt Heinz Wensing vom Spar- und Bauverein.

  • Ricklingen

Im Stadtbezirk Ricklingen werden nach den aktuellen Plänen der Stadt in den nächsten zehn Jahren fast 500 Wohnungen bezugsfertig. Außerhalb des zero:e-Parks in Wettbergen gibt es allerdings bisher kaum konkrete Pläne für neue Wohneinheiten. Dafür soll allein die Klimaschutzsiedlung in zwei Schritten um 325 Wohneinheiten erweitert werden. 90 sind bereits im Bau, zwischen 2014 und 2016 soll der Baubeginn für 235 weitere sein. Ansonsten wird im Stadtbezirk derzeit an 29 neuen Wohnungen bei drei Bauvorhaben gebaut. Dazu sollen an der Hugo-Preuß-Straße zwischen 2017 und 2025 weitere 70 Wohnungen entstehen. Später will die Stadt auch auf einer Fläche zwischen Deveser Straße und Leipziger Straße in Wettbergen ein neues Wohngebiet schaffen. 72 Wohneinheiten sind dort eingeplant – zwölf davon Einfamilienhäuser.

  • Ahlem-Badenstedt

Eine der größten Neubausiedlungen für Einfamilienhäuser entsteht derzeit in Ahlem. Zwischen Heisterbergallee und Tegtmeyerallee hat die Stadt Baurecht für insgesamt 240 Wohnungen geschaffen. Im Baugebiet An der Gartenbauschule werden 86 Reihenhäuser – sogenannte Townhäuser – sowie 36 Doppelhäuser und sechs Mehrfamlienhäuser gebaut. Die ersten Wohnhäuser sind schon 2012 bezogen worden. Bauträger ist die Hannover Region Grundstücksgesellschaft. Zukunftsmusik sind noch zwei weitere Wohngebiete für Einfamilienhäuser: Auf dem Empelder Rahe – jenseits der Bückeburger Alle an der Stadtgrenze zu Ronnenberg – sollen 20 neue Wohnhäuser entstehen. Ein Wohngebiet am Ahlemer Holz soll sogar doppelt so groß werden. Die Stadt rechnet aber erst in den Jahren 2017 bis 2025 mit dem Baubeginn.

Mit einer Plakataktion will die Interessengemeinschaft Ricklingen auf die Vielfalt der Einzelhändler im Stadtteil aufmerksam machen und die Anwohner motivieren, weiterhin in ihrem eigenen Stadtteil anstatt im Internet einzukaufen.

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Während der Autofahrt vom Westschnellweg in Richtung Deisterplatz ist ein 34-jähriger PKW-Fahrer ohnmächtig geworden. Sein Kia kam von der Straße ab und prallte frontal gegen einen Baum auf dem Grünstreifen. Ein anderer PKW-Fahrer wurde verletzt.

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