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West Stadt kündigt Ehrenamtlichen Raum in Wettbergen
Hannover Aus den Stadtteilen West Stadt kündigt Ehrenamtlichen Raum in Wettbergen
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00:20 19.06.2018
Entsetzt über die Kündigung der Stadt: Karin Dohrmann (DRK) und Nils-Christopher Wolff vom Verband Wettberger Vereine in den Räumen des DRK im Edelhof. Quelle: Villegas
Wettbergen

Es könnte das Aus für eine seit Jahrzehnten bestehende Begegnungsstätte sein: Die Stadt hat ihren Mietvertrag für die Räume am Edelhof Wettbergen zum Jahresende gekündigt. Gemeinsam mit dem Vermieter, der Wohnungsgenossenschaft Gartenheim, will die Stadt die von ihr angemieteten und teilweise untervermieteten Räume bis zum Dezember abwickeln. Betroffen davon sind unter anderem der Wettberger Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der Ortsverband des Sozialverbands Deutschland (SoVD).

Die Verwaltung begründet diesen Schritt vor allem mit Unwirtschaftlichkeit – die Angebote des Kommunalen Seniorenservices vor Ort würden kaum noch angenommen, ließ die Stadt in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Ricklingen mitteilen. Das Gremium sieht die Sache völlig anders und forderte einstimmig eine Kehrtwende: Der Begegnungsort am Edelhof soll erhalten bleiben – er sei alles andere als verwaist, hieß es.

Am 31. Oktober soll Schluss sein

Im Frühling dieses Jahres hatte die Stadt bereits einen Untermietvertrag für die Räume am Edelhof mit dem Wettberger Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gekündigt. „Das kam völlig kurzfristig. Wir wissen nicht, wo wir bleiben sollen“, klagt Ortsvereinschefin Karin Dohrmann. Der Ortsverein des DRK und der Ortsverband des SoVD sollen den Edelhof bereits zum 31. Oktober dieses Jahres verlassen.

Laut Verwaltung ist die Begegnungsstätte im Wettberger Ortszentrum schlecht mit dem öffentlichem Nahverkehr erreichbar. Außerdem sei das Veranstaltungsangebot für Senioren in den angrenzenden Stadtteilen bereits groß. Auch Sportvereine wie der TuS Wettbergen, die Wettberger Kirchengemeinde und Kultureinrichtungen wie die Wettberger Katakombe steuerten genug Veranstaltungen und Angebote bei.

Die Stadtverwaltung betonte auf Nachfrage der SPD-Fraktion, das DRK könne die Räume am Edelhof künftig von Gartenheim direkt anmieten. Der Fachbereich Senioren werde sich zudem dafür einsetzen, dass das DRK nicht mehr Miete zahlen müsse als die Stadtverwaltung.

Nicht nur der Bezirksrat fühlt sich durch das Vorgehen der Stadt vor den Kopf gestoßen. Schließlich diskutieren die Politiker seit Langem über die baldige Sanierung der nahegelegenen Straße In der Rehre. Dort soll es künftig auch eine neue Buslinie geben – und der öffentliche Nahverkehr würde so dichter an den Edelhof heranrücken.

Kein Ausweichen möglich

Auch die DRK-Vorsitzende Dohrmann ist zutiefst verunsichert. Ein Ausweichen an andere Orte sei ohne Weiteres kaum möglich. „Die Kirche, die Katakombe – sie brauchen ihren Platz doch selbst.“ Das DRK organisiert seine Blutspenden bereits in der evangelischen Kirche. Aber zu Angeboten wie dem Sonntagsfrühstück und anderen Treffen kämen 50 bis 60 Gäste. Dafür brauchten Gruppen wie das DRK und der SoVD ausreichend Platz.

„Der Edelhof ist perfekt geeignet“, sagte Dohrmann. Das DRK und die anderen freien Träger nutzten seit Ende der Neunzigerjahre die Begegnungsstätte ausgiebig – mit bleibendem Erfolg. Die schwache Beteiligung gelte nur für die Angebote des Kommunalen Seniorenservices, wie Vertreter der freien Nutzergruppen betonen. Sie selbst klagen nicht über Besuchermangel.

In einem interfraktionellen Antrag fordert der Bezirksrat die Stadt auf, die Begegnungsstätte vorerst weiter anzumieten. Und zumindest ein Konzept für die Fortführung ehrenamtlicher Arbeit in Wettbergen vorzulegen, bevor sich die Verwaltung endgültig zurückzieht. Kritik übt auch der Verband Wettberger Vereine (VWV) – und fragt provokant: „Die Stadt lässt das Ehrenamt im Stich – soll Wettbergen abgehängt werden?“

Von Marcel Schwarzenberger

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