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Wülferode Schlechte Busanbindung verärgert viele in Wülferode
Hannover Aus den Stadtteilen Wülferode Schlechte Busanbindung verärgert viele in Wülferode
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00:15 07.12.2017
Genervt von der schlechten Busanbindung: Anwohner aus Wülferode beschweren sich über Üstra und Region.  Quelle: Stein
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Wülferode

 Alle 30 Minuten fährt die 330 von Wülferode nach Bemerode, „über’n Berg“, und umgekehrt. Am Sonnabend übernehmen ab 18 Uhr Linientaxen, sonntags fahren gar keine Busse. Für ein Dorf ist das keine ungewöhnliche Taktung, doch Wülferode ist trotz der ländlichen Umgebung immer noch ein Stadtteil der Landeshauptstadt. Und seine Einwohner sind von langen Wartezeiten und vollen Bussen zu Stoßzeiten genervt.

Seit zwei Jahren wendet sich Kerstin Bauer deswegen immer wieder an die Üstra, verschiedene Politiker und an die Region, welche zuständig ist, den Busverkehr bei der Üstra zu bestellen. Die Antworten: unbefriedigend. Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette habe ihr geraten, auf das Fahrrad umzusteigen. „Und was ist mit Familien und Senioren?“, fragt Bauer. Diese leiden am meisten unter der Situation: Wenn am Abend oder sonntags ganztägig nur Linientaxen fahren, ist das für Menschen mit Kinderwagen oder Rollator schon problematisch. Die Alternative zum Bus – zu Fuß über den Hügel – ist zu beschwerlich oder zu gefährlich, da der Weg nicht beleuchtet ist. „Wenn mein Sohn um 19 Uhr vom Fußballtraining kommt, ist es doch stockduster“, sagt Bauer – also bleibt nur Warten oder Autofahren. 

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Stadtteil mit der größten Autodichte

„Die Üstra denkt immer, der Bedarf ist nicht da, weil keiner Bus fährt – dabei würden viele Wülferoder auf den Bus umsteigen, wenn es eine bessere Anbindung gäbe“, sagt Eva Stürmer. Tatsächlich gehört Wülferode nach einer statistischen Auswertung der Stadt Hannover vom 1. Januar 2017 zu den Stadtteilen mit der größten Autodichte. „Wir fühlen uns abgeschnitten von der Stadt – durch den öffentlichen Nahverkehr“, ergänzt Ehemann Julian Stürmer. Noch dazu kommen unfreundliche Fahrer der Busse und Taxen, von denen mehrere Wülferoder berichten, die erhoffte Besserung sei auch nach mehrmaligen Beschwerden bei Kundenservice ausgeblieben.

Beschwerden über die Fahrer sind nicht bekannt, teilte Sprecher Udo Iwannek mit. Der Wunsch nach einer engeren Taktung sei dagegen nicht neu. „Klar, man kann sich immer etwas wünschen – aber das muss letztendlich vom Geld des Steuerzahlers bezahlt werden“, sagt er. Doch der Plan sei nicht in Stein gemeißelt, „wir reagieren immer auf Änderungen“. Zudem werde nach Beschwerden geprüft, ob die Linien zu den konkreten Uhrzeiten überfüllt sei. Bisher sei das aber nicht der Fall, so Iwannek.

Von Johanna Stein