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Aus der Stadt Auch die Sparkasse muss um Nachwuchs ringen
Hannover Aus der Stadt Auch die Sparkasse muss um Nachwuchs ringen
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00:20 31.01.2019
Zwei Schülerinnen der Pestalozzi Oberschule erkundigen sich am Stand der Sparkasse nach Ausbildungsmöglichkeiten
Zwei Schülerinnen der Pestalozzi Oberschule erkundigen sich am Stand der Sparkasse nach Ausbildungsmöglichkeiten Quelle: Mario Moers
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Anderten

Ausbildungsmessen, Schüler-Jobbörsen und "Date your future“. Das Angebot an Berufsberatungs-Events für Schüler ist in Hannover groß. Bis zum Schulabschluss haben Jugendliche heute in der Regel eine ganze Reihe solcher Veranstaltungen besucht, mit unterschiedlichem Erfolg. In der Sporthalle der Pestalozzi-Oberschule in Anderten informierten sich jetzt 450 Schüler aus Stadt und Umland bei der Börse „Date your future“ des Wirtschaftsvereins Pro Hannover über ihre weiteren Karrierechancen. Dabei zeigte sich, dass nicht nur die Schüler auf der Suche nach ihrer Zukunft sind.

Bei der elften Ausgabe der Schüler-Ausbildungsbörse „Date your future“ in der Pestalozzi-Oberschule in Anderten informieren sich Schüler bei lokalen Unternehmen.

Nachwuchssorgen allerorts

„Vor zwanzig Jahren hatte die Sparkasse keine Probleme Auszubildende zu finden. Heute stehen wir in der Nahrungskette ganz hinten“, sagt Nicoletta Albers. Die Ausbildungsreferentin der Sparkasse Hannover hat drei junge Nachwuchsbänkerinnen mitgebracht. Die jungen Kolleginnen sollen es den Schülern leichter machen, ein Gespräch anzufangen. „Sie sind in der besseren Position. Wir wollen sie. Sie können es sich aussuchen, wo sie arbeiten wollen“, sagt Albers. Wie der Sparkasse geht es vielen der 25 Unternehmen, die auf Schülermessen wie dieser um die Gunst der Schüler buhlen. Der Bankkaufmann als Synonym für Sicherheit und Stabilität war gestern.

Voller Durchblick? Milena Basanou (17) und Gianni Malawski (16) probieren am Stand einer Krankenversicherung den Blick durch die Promille-Brille. Quelle: Mario Moers

Auch Lutz Ahlswede vom Baustoff-Händler Himmler in Sehnde berichtet von Nachwuchssorgen, während er gratis Zollstöcke an die vermeintlichen Interessenten verteilt. „Früher haben wir nur um Sehnde gesucht, das reicht nicht mehr. Der Beruf ist trotz Tarif nicht mehr attraktiv“, sagt er. Das der regelmäßige Besuch von Jobbörsen wie „Date your future“ für Schulklassen heute so üblich ist wie das Praktikum, liegt also auch an dem eklatanten Nachwuchsmangel in einigen Branchen. Diese Ausgangsposition verändert auch das Auftreten der Unternehmen auf Messen wie dieser. „Nur wenn sie authentisch sind, haben sie heute Chancen Leute zu gewinnen“, sagt Organisator Uwe Grothe.

Von Mario Moers