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Aus der Stadt IGS und Grundschule am Kronsberg sollen zusammenrücken
Hannover Aus der Stadt

18.Gymnasium: Sollen IGS und Grundschule am Kronsberg näher zusammenrücken?

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06:20 22.08.2019
Die Bauarbeiten starten: Die IGS Kronsberg wird erweitert, die Grundschule Kronsberg-Nord bekommt einen Neubau. Sollen beide Standorte nicht nur räumlich, sondern auch pädagogisch zusammenrücken? Quelle: Irving Villegas
Hannover

Der jahrelange Streit um das das 18. Gymnasium schlägt weitere Wellen. Das Ampelbündnis ist jetzt im Schulausschuss der Stadt mit seinem Antrag gescheitert, die Grundschule Kronsberg-Nord mit der Integrierten Gesamtschule (IGS) Kronsberg ab 2022 organisatorisch enger zu verzahnen.

Kritik von CDU und Elternvertretern

Vor allem bei der CDU und den Elternvertretern stieß dieser Vorstoß, mit dem SPD, Grüne und FDP die IGS stärken wollten, auf Widerstand. Auch die Schülervertreter, eine Lehrervertreterin und Adam Wolf (Piraten) stimmten dagegen. Trotz aller Opposition: Im Rat wird sich das Ampelbündnis mit seiner Mehrheit wieder durchsetzen.

„Keine Front gegen 18. Gymnasium

Elternvertreter Michael Balke warnte davor, eine Front gegen das 18. Gymnasium aufzumachen, das am Schützenplatz in Bemerode entstehen soll. Es solle den Eltern überlassen bleiben, auf welche Schule sie ihre Kinder nach der Grundschule schicken wollten. Und es gebe andere Gesamtschulen in der Stadt, die viel schlechter angewählt würden und mehr Unterstützung nötig hätten als die IGS Kronsberg.

Auch Stefanie Matz, Schulexpertin der CDU, bescheinigte der IGS Kronsberg, dass sie sehr erfolgreich arbeite und von Kindern aus der ganzen Stadt besucht werde. Eine Grundschule solle grundsätzlich auf alle Schulformen vorbereiten. Man sollte den Schulen nicht eine organisatorische Zusammenlegung überstülpen, sondern sie allein entscheiden lassen, ob sie dies wollten.

„IGS unterstützen, ihr nichts überstülpen“

Darum gehe es auch gar nicht, betonte Silvia Klingenburg-Pülm, Bildungsexpertin der Grünen. Im Antrag heißt es auch ausdrücklich, dass die Stadt die organisatorische Zusammenlegung von Grund- und Gesamtschule nur bei der Landesschulbehörde beantragen solle, wenn beide Schulen dies wünschten.

Bislang steht allerdings vor allem die IGS, deren Schulleiterin Kathleen Fleer auch beim Schulausschuss war, hinter der Idee. Die Grundschule habe noch verhalten reagiert, hieß es vonseiten der Grünen, das liege aber auch wahrscheinlich an der noch räumlichen Entfernung der beiden Standorte. Erst 2022, wenn der Um- und Neubau abgeschlossen ist, werden IGS und Grundschule direkt nebeneinander liegen. Afra Gamoori (SPD) betonte, dass ihre Partei voll hinter den Integrierten Gesamtschulen stehe und diese stärken wolle, aber natürlich unterstütze die SPD auch die anderen Schulformen, schob sie hinterher.

„Wir stehen voll hinter der Schulform IGS“: SPD-Schulexpertin Afra Gamoori. Quelle: Moritz Frankenberg

Die Grünen verwahrten sich gegen den Vorwurf, dass sie den Schulen am Kronsberg etwas aufzwingen wollten. Im Gegenteil, sagte Regine Kramarek, die IGS sei auf die Politiker zugegangen und habe um Hilfe gebeten, weil sie befürchte, durch das neue Gymnasium ins Hintertreffen zu geraten. Es sei verständlich, dass sich eine IGS, die ihre Schüler auch bis zum Abitur führe, um ihre Durchmischung besorgt sei, sagte Lehrervertreterin Susan Bartels de Pareja.

„Schule ohne Brüche“

Das Modell einer Schule ohne Brüche von der ersten bis zur 13. Klasse habe sich bewährt, betonte Silvia Klingenburg-Pülm und verwies auf die IGS Roderbruch, die auch eine Primarstufe habe. Die frühere rot-grüne Landesregierung hatte die Fusion von Grund- und Gesamtschulen immer wieder ausdrücklich gefordert. Landesweit gibt es bislang aber nur eine IGS mit Primarstufe, nämlich die IGS Roderbruch.

Das Ampelbündnis hatte auch beantragt, dass die Stadt die IGS Kronsberg bei der Profilierung als Sportschule unterstützen soll, dabei könne die Schule auch mit dem benachbarten Reitverein und dem TSV Bemerode kooperieren. Auch das stieß auf scharfe Kritik. Die Schule könne selbst entscheiden, welchen Schwerpunkt sie ausbauen wolle, sagte Matz, das sei keine Sache der Ratspolitik.

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Von Saskia Döhner

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