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Aus der Stadt 20 Jahre Sportkindergarten Bothfeld: So bleiben diese Kinder fit
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20 Jahre Sportkindergarten Bothfeld: So bleiben diese Kinder fit

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09:03 13.10.2019
Julius (5) balanciert für den Gleichgewichtssinn auf einem Schwebebalken. Quelle: Laura Ebeling
Bothfeld

„In der Nacht vor der Eröffnung haben wir noch schnell Schränke zusammengebaut und das Spielzeug notdürftig eingeräumt“, erinnert sich Ines Müller. Als der Sportkindergarten am 1. September 1999 eröffnete, war trotz des Einsatzes der Mitarbeiter noch nicht alles fertig. „Der Fußboden im Hortbereich fehlte komplett“, erzählt die 52-jährige Leiterin weiter. „Der Hort hat dann die ersten zwei Wochen im Personalraum gearbeitet.“ 20 Jahre später feiern Leiterin Müller und ihre Stellvertreterin Michaela Höcker mit ihrem Team den Sportkindergarten am Bothfelder Prinz-Albrecht-Ring 2. „Die Kita ist wie mein drittes Kind“, sagt Müller mit einem Lächeln.

Sport-Kita bietet Bewegungsangebote an

Der Sportkindergarten Bothfeld war laut eigenen Angaben lange Zeit die größte Elterninitiative in Hannover. Träger ist der Förderverein Sportkindergarten und Traumkiste. Das 4000 Quadratmeter große Außengelände und der 1000 Quadratmeter große Innenbereich bieten Platz für 85 Mädchen und Jungen. Die Tagesstätte bietet zwei Gruppen mit jeweils 25 Plätzen, eine Krabbelgruppe für 15 Eineinhalb- bis Dreijährige sowie eine Hortgruppe mit 20 Kindern. Diese werden von insgesamt 13 pädagogischen Fachkräften betreut. Das Besondere: die Bewegungsangebote. Jedes Kindergartenkind hat dreimal in der Woche eine halbe Stunde zum Austoben. Für die Krabbel- und Hortgruppe gilt das Angebot zwei Mal die Woche. Dabei sind die Mädchen und Jungen in Gruppen mit maximal zwölf Kindern aufgeteilt. „Das Angebot ist gruppenübergreifend, sodass sie dabei auch die anderen Kinder der Kita kennenlernen“, erklärt Höcker.

Leiterin hat das Konzept entworfen

Ob balancieren, klettern oder hangeln – die Kinder turnen immer barfuß. „Wir nehmen viel über unsere Füße wahr, außerdem haben wir so mehr Sicherheit“, sagt Müller. Dabei sollen Gleichgewichtssinn, Koordination und Sozialverhalten gesteigert werden. Denn: Jeder überwindet die Hindernisse und Übungen in seinem Tempo, und die anderen lernen zu warten. Müller hat das Konzept der Kita vor 20 Jahren selbst nach dem Prinzip der Psychomotorik entworfen – und es funktioniert bis heute. Zusätzlich erneuert die Kita alle zwei Jahre die Marke „Bewegter Kindergarten“. „Wir beobachten, dass sich die Kinder nach den Bewegungsangeboten viel besser konzentrieren können, außerdem werden sie geduldiger“, meint Höcker.

Gleichgewichtssinn, Koordination und Sozialverhalten: Seit zwei Jahrzehnten trainieren Mädchen und Jungen im Sportkindergarten in Hannover-Bothfeld nach dem Prinzip der Psychomotorik. Dreimal die Woche toben sich die Kindergartenkinder in Sportstunden aus.

Zusätzlich tiergestützte Pädagogik

Für die Aktionen werden sogenannte Hengstenberg-Materialien verwendet, also der Natur nachempfundene Spielgeräte. „So wie wir damals auf Bäume geklettert sind, können sie das in ähnlicher Weise hier tun“, so Höcker. Das Programm wechsle zudem, sodass die Kinder unter anderem auch Ballspiele oder Riesenmemory spielten. Zusätzlich besteht eine Kooperation mit dem TuS Bothfeld, der in der Kita unter anderem Flyer für seine Sportangebote auslegen darf. Höcker selbst hat kurz vor den Sommerferien ein neues Angebot mit in den Kindergarten gebracht: tiergestützte Pädagogik. Einmal wöchentlich bringt die 45-Jährige ihre einjährige Hündin Ylvi mit.

Neue Matschanlage selbst finanziert

Eigentlich wollte vor 22 Jahren der TuS Bothfeld die Kita betreiben, entschied sich aber aufgrund des finanziellen Risikos dagegen. Schließlich bildete sich eine Elterninitiative, die einen Investor fand. Allerdings muss sie unter anderem neue Außenspielgeräte selbst beziehungsweise aus Spenden finanzieren. „Wir bekommen auch von der Stadt Geld, aber unsere neue Matschanlage für 11.000 Euro zum Beispiel mussten wir selbst finanzieren“, erklärt Müller. Dabei hilft der Förderverein der Kita, an dessen Spitze ebenfalls seit 20 Jahren Dirk Helmerding steht. „Er ist ein bisschen der Fels in der Brandung“, findet Anja Grau, Vorstandsmitglied des Fördervereins.

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