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Aus der Stadt Seltenes Schauspiel: „Rosinenbomber“ fliegen über Hannover
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70 Jahre Luftbrücke: Rosinenbomber auf dem Weg nach Jagel und Faßberg fliegen über Hannover

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00:22 16.06.2019
Die „Rosinenbomber“ am Himmel über Hannover. Quelle: Florian Petrow
Hannover/Faßberg

Eine kleine Luftflotte betagter „Rosinenbomber“ ist am Donnerstag in Erbenheim bei Wiesbaden zu mehreren Zielorten in Norddeutschland gestartet. Bei bestem Flugwetter wurden mehrere der fliegenden Oldtimer gegen Mittag über Hannover und auch Hamburg gesichtet. Sie waren nach Bundeswehr-Angaben unterwegs zu Landeplätzen im schleswig-holsteinischen Jagel und Nordholz-Spieka (bei Cuxhaven) und wurden gegen 16 Uhr in Faßberg erwartet.

Tour auf den Spuren der Berliner Luftbrücke: Planespotter fotografieren die „Rosinenbomber“ bei der Landung in Jagel. Quelle: Carsten Rehder/dpa

Rosinenbomber“ sollen um 16 Uhr in Faßberg landen

Die Propellerflugzeuge vom Typ DC-3 sollten ursprünglich am Mittwoch starten, mussten dann aber wegen schlechter Wetterverhältnisse am Boden bleiben. Nur eine Maschine hatte es bis zum Militärflugplatz Faßberg geschafft, während zwei weitere in Nordholz-Spieka landeten. Die Maschinen erinnern an die Berliner Luftbrücke vor 70 Jahren, bei der die angeflogenen Orte eine wichtige Rolle spielten.

98-jähriger US-Pilot Gail Halvorsen ist Symbol der Luftbrücke

Am Mittwoch war bereits Gail Halvorsen in Faßberg eingetroffen. Der heute 98 Jahre alte US-Pilot warf während der sowjetischen Blockade West-Berlins Süßigkeiten für die Kinder ab und wurde als erster „Candy Bomber“ Symbol für die Hilfsaktion.

Symbol der Luftbrücke: US-Luftwaffenveteran Gail Halvorsen, bekannt als „Candy Bomber“, bei seinem Besuch auf dem Gelände des US-amerikanischen Militärflugplatzes in Wiesbaden-Erbenheim. Quelle: Arne Dedert/dpa

Zum 70. Jubiläum der Luftbrücke sollen in Faßberg noch einmal Rosinenbomber starten. Am Sonnabend, 15. Juni, sollen sich etwa 30 historische Flugzeuge um 16 Uhr auf den einstündigen Weg nach Berlin machen, eine Gruppe davon wird tief über das Brandenburger Tor fliegen. Auf dem Faßberger Fliegerhorst erwartet Besucher an diesem „Tag der Bundeswehr“ von morgens an ein Programm mit Flugvorführungen.

Rosinenbomber“ versorgten Einwohner West-Berlins

Nachdem die Sowjetunion Straßen, Schienen und Wasserwege hatte sperren und den Strom abschalten lassen, versorgten Briten und Amerikaner von Juni 1948 an mit mehr als 270.000 Flügen die damals mehr als zwei Millionen Einwohner West-Berlins etwa mit Lebensmitteln und Kohle. Die DC-3, die als Militärversion C-47 heißt, spielte dabei eine zentrale Rolle. In Faßberg ist für Freitag ein Festakt geplant.

Rosinenbomber über Hannover: Mit einer mehrtägigen Tour durch Deutschland erinnern die alten Maschinen an den Beginn der Berliner Luftbrücke vor 70 Jahren.

700 Planespotter fotografieren Flugzeuge

In Jagel wurden die „Rosinenbomber“ an Donnerstag von knapp 700 flugzeugbegeisterten Fotografen aus dem In- und Ausland erwartet. Am Fliegerhorst des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“ konnten die Planespotter Anflug, Landung und das Vorbeirollen diverser Maschinen aus dem In- und Ausland - darunter ein in Jagel beheimateter Tornado und ein Eurofighter in Sonderlackierung - aus nächster Nähe mit der Kamera einfangen.

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