Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt AWO Region Hannover schafft Übergangswohnungen für misshandelte Frauen
Hannover Aus der Stadt AWO Region Hannover schafft Übergangswohnungen für misshandelte Frauen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 07.03.2019
Frauenhäuser in Stadt und Region Hannover sind auch deshalb oft überfüllt, weil die Insassen keine Wohnung auf dem freien Wohnungsmarkt finden. Die Übergangswohnungen der AWO Region Hannover sollen Abhilfe schaffen.
Frauenhäuser in Stadt und Region Hannover sind auch deshalb oft überfüllt, weil die Insassen keine Wohnung auf dem freien Wohnungsmarkt finden. Die Übergangswohnungen der AWO Region Hannover sollen Abhilfe schaffen. Quelle: epd
Anzeige
Hannover

Das Ende vergangenen Jahres gestartete Hilfsprogramm für misshandelte Frauen in der Region Hannover beginnt zu greifen. Die AWO Region Hannover hat jetzt sieben betreute Übergangswohnungen in Betrieb genommen, in denen Frauen, die keinen anonymen, geschützten Platz mehr brauchen, nach einem Aufenthalt im Frauenhaus übergangsweise leben können. Die Zwei- bis Drei-Zimmer- Wohnungen bieten maximal sieben Frauen und 16 Kindern Platz. „Sie können hier drei bis zwölf Monate lang wohnen und ein selbstständiges Leben erproben“, sagt Lydia Pfeiffer, Leiterin des AWO Frauenhauses. Die Frauen werden dabei von Sozialpädagoginnen unterstützt.

Frauen finden nach Frauenhausaufenthalt keine neue Wohnung

Ein weiterer Grund für die Notwendigkeit von Übergangswohnungen ist offenbar die Not auf dem Wohnungsmarkt. Nach Angaben von Ute Vesper, Leiterin des Fachbereichs Frauen bei der AWO Region Hannover, finden zurzeit nur wenige Frauen aus dem Frauenhaus schnell eine eigene Wohnung für sich und ihre Kinder. Sie bleiben deshalb bis zu zwölf Monaten im Frauenhaus. Die Konsequenz: Die Frauenhäuser der Region sind chronisch überfüllt, müssen täglich ein- bis zwei Gewaltopfer abweisen.

Immobilie für Sofortaufnahme für Gewaltopfer gesucht

Um wieder mehr misshandelte Frauen aufnehmen zu können, hat die Region im Haushalt 2019/20 insgesamt 2,4 Millionen Euro bereitgestellt. Die Übergangswohnungen sind ein Mosaikstein in dem Programm. Bei einem weiteren Bestandteil, einer rund um die Uhr geöffneten, zentralen Notaufnahme für Frauen, gibt es offenbar Schwierigkeiten, eine geeignete Immobilie zu finden. „Wir haben bislang private Angebote erhalten, die nicht passten und auch nicht passend gemacht werden konnten und hoffen auf weitere Hilfe“, sagte Silke Dietrich vom Frauenhaus Hannover am Montag im städtischen Gleichstellungsausschuss. Das FrauenHaus.24 soll von Stadt und Region finanziert werden. Gesucht wird nach Angaben der Frauenhäuser der Region eine Wohnung oder ein Haus zur Miete, 6-7 Zimmer, zwei Badezimmer, eine Küche, ein bisschen Lagerraum, barrierefrei. Die Immobilie soll zentral gelegen sein.

Aktuell bieten die drei Frauenhäuser insgesamt 96 Wohnplätze für Frauen und ihre Kinder. Ein Übereinkommen des Europarats, die sogenannte Istanbul-Konvention, sieht einen Schutzplatz pro 10 000 Einwohner vor.

Von Jutta Rinas